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Autismus ...

ein Keulenschlag der Liebe oder eine Chance zu erwachen?

von Carmen Stern

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Immer öfter taucht bei Kindern in Kindergärten, Frühförderstellen, Familien und Schulen die Diagnose Autismus in vielfältiger Form auf. Das Autismus-Spektrum ist heute schon etwas differenzierter als vor ein paar Jahren, als man höchstens zwischen drei Arten unterschied:

- Kanner-Autismus
- Asperger-Syndrom
- Atypischer Autismus

Auf die medizinischen Hintergründe möchte ich in diesem Artikel nicht eingehen, denn darüber gibt es genügend Literatur. Daher beschäftige ich mich mehr mit deren Ursachen, die bisher weitgehend unerwähnt sind. Meiner Meinung nach sind die angewandten Therapien oft ein recht hilfloser Versuch, etwas in Ordnung zu bringen, um den Alltag für die Betroffenen und deren Familien händelbarer zu machen. Viele Eltern erlebe ich oft verzweifelt, resigniert, alleingelassen, denn im Grunde weiß niemand so richtig Bescheid, was zu tun ist. Leider trifft diese Einschätzung auch auf viele sogenannte Experten zu.
Ich selbst, als Betroffene, beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit diesem Phänomen, das ich „Autistische Strukturen“ nenne. Dabei führt mich das Leben in einen berührenden, tief verwandelnden Prozess (Transformation) der Erkenntnis. Meine Empfehlung ist daher, Autismus nicht zu analysieren, um ihn zu verstehen, sondern Autismus liebend fühlen zu lernen.
Nicht zuletzt durch meinen Sohn, der selbst teilweise starke autistische Reaktionsmuster lebte, kam ich tief in Kontakt mit allem, was unsere Gesellschaft normalerweise nicht fühlen, nicht haben, nicht integrieren will und kann. Ebenso machte ich im Laufe vieler Beratungen und (Familien-)Aufstellungen mit autistischen Verhaltens- und Reaktionsmustern tief berührende und erstaunliche Erfahrungen, die im Erleben der Betroffenen oder Eltern oftmals kleinen und großen Wundern glichen. Deshalb kann auch ich in meiner persönlichen Erfahrung von solchen „Wundern“ berichten. Daher kann ich die Aussagen der Schulmedizin und Psychiatrie nicht bestätigen, dass Autismus nicht heilbar sei, denn meine Erfahrungen sind ganz andere.
Häufig stellt sich auch die Frage, ob Autismus, so wie er sich individuell darstellt, nicht schon die Heilung ist. Also genau das, was derjenige oder die Familie als Erfahrung braucht, um aus einer älteren Geschichte aussteigen zu können bzw. eine tiefe Heilung oder Wandlung unbearbeiteter alter Gefühle herbeizuführen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die emotionale Ebene.

Es gibt eine Tür in diese Welt, die LIEBEN heißt! Dabei handelt es sich nicht um die Liebe, wie wir sie üblicherweise verstehen, sondern liebend im Sinne von Hingabe, Empathie, Geduld, bedingungsloses Annehmen, Konsequenz und Eigenverantwortung ist damit gemeint. Dazu braucht es einen Menschen, der sich selbst liebt, also wirklich mit sich in Kontakt ist, sozusagen als Katalysator, denn nur dann kann es eine Bewegung, eine Öffnung und Wandlung im autistischen Verhalten geben. Eine Bewegung weg von der Programmierung der Angst und des Getrenntseins hin in die ursprüngliche Verbundenheit, aus der Isolation in die Gemeinschaft.
Diese Erkenntnis benötigt viel Kraft und Energie, denn die in diesen autistischen Programmierungen gebundenen Energien sind gewaltig. Es braucht also jemanden, der in der Lage ist, diesen Energiepool selbst zur Verfügung zu stellen. Anders ausgedrückt, es braucht jemanden, der in sich so gefestigt und geklärt ist, dass der autistisch geprägte Mensch sich da hineinfallen lassen kann, weil er sich gehalten fühlt. Dann geschieht echte Alchemie, wahre Transformation. Es sind teilweise sehr bizarre, kalte, scheinbar seelenlose Energien, die hier berührt werden, weshalb eine gute Verwurzelung im eigenen Selbst und gestärkte „seelische Muskeln“ vorausgesetzt werden.

Autismus macht vielen Menschen Angst, ebenso zahlreichen Therapeuten und Ärzten, weil sie mit ihren eigenen ungeheilten Anteilen und Gefühlen in Kontakt kommen. Es handelt sich dabei um Fremdes, Abgespaltenes in sich, das ohne Kontakt, sozusagen isoliert ist.
Doch wenn es einen guten Kontakt zum eigenen, wahren Herzen gibt, wenn ein Feld der Nicht-Bewertung, des Nicht-Wissens existiert, einfach dieser Kontakt von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz, dann geschieht Heilung. Dies geschieht nicht nur beim autistisch strukturierten Menschen, sondern auch beim scheinbar „normalen“ Menschen, indem sich eine enorme LIEBE dabei freisetzt.
Es geschieht tiefe gegenseitige Heilung im Miteinander, im bedingungslosen Akzeptieren und Fühlen des anderen und sich selbst. Das erschafft einen neuen, gemeinsamen, weiteren Raum, in dem sich Menschen begegnen können. Kontakt, Verbindung, Liebe und Heilung – INTEGRATION entsteht.

Autistische Strukturen und Verhaltensweisen sind üblicherweise gesteuert von grauenvoller Angst und innerer kalter Dunkelheit. Vieles Weitere entspringt daraus. Die einzige Lösung, die einzige Erlösung ist hier die bedingungslose Liebe.
Deshalb lohnt sich also die eigene Selbsterforschung, um eine innere Stärke zu erlangen, klar im Bewusstsein zu werden, wer man ist, und daher tief in der Wahrheit verwurzelt leben zu können.
Wenn wir es schaffen, mit dem Autismus-Phänomen in Einklang zu sein, was bedeutet, damit im HIER und JETZT zu leben, ohne jegliche Vorstellung in der ganz reinen Erfahrung sind, völlig unschuldig, können Wunder geschehen.
Wenn wir die Gedanken ignorieren, dass da etwas in Ordnung gebracht werden müsste, wenn wir einfach im NICHT-WISSEN sind, wie dieser Mensch zu sein hätte, schenken wir Raum für Emotionen, die lange Zeit abgespalten waren, nicht gefühlt werden konnten oder wollten. Wir dienen in dieser Bedingungslosigkeit uns selbst, dem anderen und somit der ganzen Welt, denn wir wissen nicht, was für den anderen das Beste ist.

Mein Lösungsvorschlag:
In meiner Arbeit mit den betroffenen Eltern und Betreuern liegt der Fokus darauf, offen für das zu sein, was ist, ohne es verändern oder nicht akzeptieren zu wollen. Der Fokus liegt darauf, innere Stärke zu entwickeln, damit all das Abgespaltene, nicht Geliebte sein darf und integriert werden kann. Das braucht Mut und eine tiefe Bereitschaft zur Hingabe. Hingabe an diesen einen Moment, so wie er ist, mit allen Erfahrungen, die jetzt passieren.

Die ideale Grundlage unserer inneren Haltung ist das tiefe Wissen des Herzens, dass das Leben so, wie es ist, und dass bei dem anderen grundsätzlich so, wie er ist, erst mal alles in Ordnung ist. Auf dieser Ebene ist das Leben bereits vollkommen. Dadurch wächst Stärke und Liebe kann sich entfalten.
Wenn wir den Mut besitzen, den anderen so, wie er ist, zu fühlen, in uns wahrzunehmen, zu fühlen, was dadurch in uns provoziert wird, ich meine alle Emotionen und Reaktionsmuster, geschehen Wunder.
Das ist das Beste und Größte, was wir für einen autistisch geprägten Menschen tun können, denn die beste Grundlage ist die Liebe. Liebe zu uns selbst und die Bereitschaft, alles zu lieben, was IST. Die Bewegung geht von einer in diesen Fällen extrem ausgeprägten EGO-Zentrik, hin zu einem Wir, zu einem Miteinander. Ist dies nicht auch ein gesellschaftliches, kollektives Thema? Spiegelt Autismus nicht auch diese erkaltete, bizarre, verkapselte, einseitige, emotionslose, politraumatisierte, kollektive Struktur wider?
Wie heißt es denn so schön: „Alles, was ist, ist auch in mir.“ Also kann keiner von uns sich davon trennen oder distanzieren. Vor allem nicht die Eltern, die Familie und die betreuenden Personen. Zuwendung und Fühlen bringt ganz langsam, Stück für Stück, Entlastung, Erleichterung und Veränderung. Heilung für uns alle!
Wir brauchen Geduld, viel Geduld und viel Verständnis. Verständnis für den anderen und uns selbst. Mitgefühl für den anderen und uns selbst. Erst dann wird sich die Wahrheit, der Frieden als Gnade oder als Geschenk darin offenbaren.

Autismus ist das Geschenk Gottes an uns, zu erkennen und niemals mehr zu vergessen, dass wir alle eins sind, ein Herz und eine Liebe.
 
Kontakt:
Praxis Lebensquell
Carmen K. Stern
Friedhofstr. 19
63808 Haibach
Tel.: 060 21/60404
www.heilung-lebensquell.de

 

 

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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.