| Feng Shui - ganzheitlich wohnen und leben von Ingrid Glücker
Haben Sie sich an einem Ort oder in einem bestimmten Raum vom ersten Augenblick an besonders wohl oder unwohl gefühlt, ohne dass Sie sich dies eindeutig erklären konnten? Alles rundum beeinflusst uns! Diese einfache Aussage ist die Philosophie, auf der die über 4000 Jahre alte chinesische Energielehre Feng Shui basiert. Der
Ursprung von Feng Shui ist im Taoismus Chinas begründet und umschreibt
die Kunst und Wissenschaft vom Leben in Harmonie mit sich und der Umwelt.
Im Feng Shui geht man davon aus, dass alles in unserer Umgebung uns
entweder unterstützt oder behindert. Die Vorstellung, dass die
Atmosphäre eines Ortes unser Wohlergehen beeinflusst, wird praktisch
überall akzeptiert und so gibt es Feng Shui in fast allen Kulturen. Aber auf welche Weise wir die äußeren Einflüsse für uns positiv nutzen bzw. gestalten können, das vermittelt die Lehre von Feng Shui. Der moderne Mensch verbringt mehr als 90% seiner Zeit in geschlossenen Räumen bzw. Gebäuden. Dieser "künstlichen Umgebung" sind wir in einem Maße ausgesetzt, wie noch keine Generation vor uns. Deshalb ist harmonisches Wohnen immer wichtiger für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wörtlich übersetzt bedeutet Feng Shui Wind und Wasser. Der Wind kann mit der Luft, die wir atmen und die uns kaum spürbar umhüllt, aber auch mit der Ausstrahlung eines Raumes umschrieben werden. Das Wasser symbolisiert den Charakter der uns umgebenden Energie; sie kann wie ein kleiner, langsam dahinfliessender Bach oder aber wie ein mit Macht herabstürzender Wasserfall sein und beeinflusst uns dementsprechend. Im Mittelpunkt des Feng Shui steht die Chi-Energie, die alles Belebte und Unbelebte miteinander verbindet. Sie alle kennen sicher die Wirkungsweise der Akupunktur, die darauf beruht, die Energien im Körper gleichmäßig fließen zu lassen, damit keine Blockaden entstehen bzw. vorhandene aufgehoben werden, so dass der Körper gleichmäßig mit genügend Energie versorgt wird. Das gleiche gilt für Ihr Umfeld. Denn erst, wenn die Energie des Hauses mit der des Menschen gut harmoniert, oder noch besser gesagt, wenn die Blockade im Körper und in seiner Umgebung beseitigt wurde, kann ganzheitliche Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden entstehen. Auch die Natur kennt nur fließende Bewegung, und wenn Sie sich selbst einmal beobachten, z. B. bei einem Spaziergang im Schnee, werden Sie feststellen, dass auch Sie nie vollkommen gerade gehen. Freies Zirkulieren der Energien und ein ausreichend hohes "Energieniveau" im Raum sind sehr wichtige Regeln im Feng Shui. Nach diesen Kriterien sind viele unserer Gebäude "krank". Das bedeutet, wir haben entweder zu wenig Energie oder aber Energieblockaden in unserem Umfeld, so dass wir nicht überall gleichmäßig mit Energie versorgt werden können. Entsprechend reagieren die darin lebenden Menschen mit Müdigkeit, Erschöpfung, schlechter Gesundheit, Konzentrations-schwäche und vielem mehr. Im Feng Shui untersuchen wir, wie und wo Energie fließt und welche Qualität dieses Umgebungs-Chi hat. Wir müssen herausfinden, ob uns die Energie eher schädigt und auslaugt oder ob wir sie als positive, unterstützende Kraft in unser Leben einbringen können. Fließt die Energie z. B. harmonisch und langsam durch unsere Wohnung, so kann sich unser Körper an dieser langsam durch den Raum fließenden Energie stärken und erholen. Haben Sie jedoch zwei sich direkt gegenüberliegende Fenster bzw. Fenster/Tür oder auch Tür/Tür, so "saust" die Energie förmlich durch, verlässt also den Raum viel zu schnell und Sie haben keine Möglichkeit "aufzutanken", weil einfach nie genug Chi vorhanden ist. Ganz im Gegenteil, das niedrige Energieniveau des Raumes entzieht dem Menschen noch zusätzlich Energie und schwächt ihn somit. Man kann das auch als eine Art Vampireffekt des Raumes beschreiben, das heißt, die Bewohner "nähren" die Umgebung und nicht umgekehrt, wie es z. B. bei einem Spaziergang im Wald geschieht. Eine Möglichkeit die Energie im Raum zu halten, sind z. B. geschliffene Kristalle an den Fenstern. Scheint die Sonne, erfüllen ihre Strahlen den Raum in allen Regenbogenfarben. Ähnlich
verhält es sich bei zu starken Kanten, z. B. von Möbeln. Wenn
eine Kante direkt auf Ihr Bett oder Ihren Sitzplatz zeigt, so sieht
Ihr Unterbewusstsein diese Kante als "Angriff" an und somit schadet
diese Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden. Runde Formen unterstützen
zusätzlich den Energiefluss. Auch Quer- oder Längsbalken über
dem Bett "greifen an" und die Folge kann sein, dass Sie morgens
so energielos sind, dass Sie am liebsten wieder ins Bett zurückgehen
würden. Man kann in diesem Fall Tücher wie in einem "Himmelbett"
an den Balken oder vor die Kanten hängen, damit diese Störungen
beseitigt werden.
Ein weiteres Beispiel: Wenn Sie mit dem Rücken zur Tür an Ihrem Schreibtisch sitzen, haben Sie keinen Überblick und jeder, der hereinkommt, "überfällt Sie von hinten". Sie werden unkonzentriert und nervös. Schon als der Mensch noch in Höhlen lebte, suchte er sich Schutz im Rücken und einen freien Blick, um seine Umgebung besser beobachten zu können. Aussprüche wie "den Rücken stärken" oder "den Überblick behalten" unterstreichen dieses Grundbedürfnis des Menschen. Ein
weiterer wichtiger Punkt im Feng Shui ist der harmonische Ausgleich
der Polarität, Yin und Yang. Auf unserer Erde hat alles was existiert
einen Gegenpol. Das eine kann ohne das andere nicht existieren und ein
Gleichgewicht zwischen beiden bedeutet die Harmonie, die wir alle brauchen
und suchen. So gibt es zum Tag (Yang) die Nacht (Yin) zu kalt (Yin)
heiß (Yang), zu rund (Yin) eckig (Yang), zu männlich (Yang)
weiblich (Yin), zu aktiv (Yang) passiv (Yin) usw. Achten Sie deshalb auf die richtige Balance von Yin und Yang im Haus. Ein Ausgleich zwischen Ruheplätzen und Aktivzonen in Haus und Garten schafft die notwendige Harmonie für Ihr Wohlbefinden. Ich möchte das hier an ein paar einfachen Beispielen verdeutlichen: Das Schlafzimmer z. B. ist normalerweise ein Ruheplatz, deshalb sollten dort sanfte Farben und weiches Licht vorherrschen. Runde Teppiche oder ein kleiner runder Tisch tun ein übriges, um einen erholsamen und gesunden Schlaf zu fördern. Auch sollte im Schlafzimmer nur eine Pflanze stehen, damit Sie sich nachts in der Ruhephase nicht um den Sauerstoff mit Ihren Pflanzen "streiten" müssen. Im
Arbeitszimmer sind mehr Power und Kreativität gefragt. Hier können
kräftige Farben, helle Beleuchtung (am besten Vollspektrumlampen),
Zimmerbrunnen, blühende Pflanzen die Energie und Ausdauer für
die Arbeit bringen.
Das Wohnzimmer ist meist der Sammelpunkt für die Familie. Gerade hier müssen verschiedene Aspekte des Lebens verbunden werden: Aktivität und Entspannung, Kommunikation und Gastlichkeit usw. Gerade hier ist die Balance zwischen Yin und Yang äußerst wichtig. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lehre von den 5 Elementen bzw. Wandlungsphasen. Um in Harmonie zu leben, benötigen wir eine ausgewogene Mischung verschiedener Energien. Abgeleitet von der Beobachtung in der Natur hat sich im Feng Shui die Lehre von den 5 Elementen entwickelt. Inzwischen weiß man, dass der Mensch selbst aus allen 5 Elementen besteht und sich deshalb am wohlsten fühlt, wenn alle Elemente in seiner Umgebung vorhanden sind. Hervorgehend aus der Polarität von Yin und Yang haben sich die 5 Elemente in vielen Variationen manifestiert und alles, was uns umgibt, wird einer oder zwei grundlegend verschiedenen Energieformen zugeordnet. Die Elemente stellen Symbole dafür dar, wie die verschiedenen Energien und ihre Eigenschaften miteinander in Beziehung stehen. Umschrieben werden sie mit den Begriffen: Feuer Erde Metall Wasser Holz. Wann immer Sie ein Grundstück, Haus oder Zimmer betrachten bzw. betreten, nehmen Sie bewusst und unbewusst die dort in Farbe, Form und Material vorhandenen Elemente wahr. Wenn deren Mischung ausgewogen ist, haben Sie die Harmonie eines Zimmers, dominiert ein Element zu sehr, muss man für Ausgleich sorgen, um sich wohlzufühlen; ein gestörter Kreislauf führt in der Natur und beim Menschen zu Problemen. Den einzelnen Elementen werden folgende Farben bzw. Formen zugeordnet:
Holz: grün, säulenförmig – Pflanzen gehören z. B. zu diesem Element Feuer: rot, Dreieckform Kerzen gehören z. B. zum Feuerelement Erde: gelb bis braun, recht- und viereckig Keramik und Ton gehören zum Erdelement Metall: weiß, silber, gold, rund und halbrunde Formen Kupfer und Messing sind Metallelemente. Wasser: blau, unregelmäßige, fließende Formen, Glasschalen z. B. gehören dem Element Wasser an. Auch das Bagua ist wichtiges Kriterium beim Feng Shui. Das Bagua entstammt dem sehr alten chinesischen Weisheitsbuch I Ging. Der Ausdruck Bagua bezieht sich auf die acht grundlegenden Lebensbereiche des Menschen und jeder Abschnitt symbolisiert einen Bereich Ihres Lebens. Mit Hilfe dieses Bagua erreichen wir, dass das Chi, die Lebensenergie, ungehindert fließt. Wenn wir es über ein Haus oder Grundstück legen, versinnbildlicht es die Reise durchs Leben. Jede Zone des Bagua wird jeweils einer bestimmten Himmelsrichtung und damit natürlich auch seiner Energiequalität bzw. Information und einem bestimmten Element zugeordnet. Wenn wir das Bagua auflegen, sehen wir, wie die Zonen aufgeteilt sind. Somit erhält jeder Bereich des Hauses oder Zimmers oder Grundstückes seine eigene Bedeutung. Der Zustand dieser Zone in Haus oder Zimmer spiegelt die aktuelle Situation z. B. Ihrer Karriere, Partnerschaft usw. (z. B. Abfallbehälter oder alte Zeitungen in der Partnerschaft?). Mit bestimmten Dingen kann man sein Unterbewusstsein daran erinnern, dass und wo man etwas verändern will. Aber es bringt wenig, eine Zone überzubetonen, denn auch hier macht es wieder die Harmonie wie bei Yin und Yang und den fünf Elementen. Aber Sie müssen nicht unbedingt Fächer oder Buddha-Statuen aufstellen, um gutes Feng Shui in Ihrem Umfeld zu erhalten. Die universelle Energie Chi fließt überall auf der Erde gleich, aber vieles ist im Feng Shui vom Ort und kulturellen Hintergrund seiner Entstehung geprägt und kann nicht so ohne weiteres hierher verpflanzt werden. In China hat ein Fächer eine ganz andere Wirkung als hier, da das chinesische Wort für "gut" fast gleich klingt wie das Wort "Fächer" und somit so eine Art positives Denken beim Chinesen erzeugt. Ähnlich verhält es sich bei der Zahl "4", die im chinesischen sehr ähnlich dem Wort Tod ist und somit als Unglückszahl gilt. Wenn wir einen Fächer oder die Zahl sehen, haben wir nicht die gleiche Assoziation dazu. Deshalb ist es wichtig im Feng Shui, die eigenen Wurzeln zu berücksichtigen. Dies ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus der Wissenschaft des Feng Shui. Es beinhaltet natürlich wesentlich mehr und ist für jeden Bewohner eines Hauses individuell zu gestalten. Ausser den o. g. Kriterien spielen noch die Farbenlehre, Astrologie, Himmelsrichtung und vieles andere mehr eine wichtige Rolle im Feng Shui. Und nicht nur im, sondern auch um das Haus sollten diese Dinge berücksichtigt werden, um Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern und somit die optimale Lebensqualität zu erhalten. Wer seine Wohnung nach Feng Shui gestaltet und nach kurzer Zeit das Kompliment von Besuchern bekommt: "Mensch, bei Dir fühl ich mich richtig gut", das ist die beste Resonanz für Feng Shui.
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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |