| Kinesiologie Was sagt unser Gehirn zur "vereinfachten" Ausgangsschrift?
Vor einiger Zeit kam eine Klientin mit ihrem Sohn in die Praxis. Das Thema war: "vereinfachte Ausgangsschrift". Das Thema war für mich neu und so schaute ich mir die Schreibweise an und testete nach Art der Edu-Kinesiologie. An dieser Stelle möchte ich versuchen, das Ergebnis zu beschreiben. Das Ziel unserer Arbeit ist Gehirnintegration. Dieses bedeutet, dass ich die Möglichkeiten beider Hirnhälften (Sprach- und Gestalthirn) zur Verfügung habe, inklusive der Sinnesorgane (Augen, Ohren, Hände, Füße). Das Hirn entscheidet nach Situation, was angemessen und nötig ist. Wichtig ist, ich muss es zur Verfügung haben. Um einen Satz schreiben zu können, brauche ich z. B. das Gestalthirn, das den Satz als Ganzes sieht und das Sprachhirn, das das einzelne Wort wahrnimmt. Nur die Zusammenarbeit beider Hirnhälften schafft die Möglichkeit zu schreiben und das Geschriebene auch zu verstehen. Nun die konkrete Erfahrung mit der vereinfachten Ausgangsschrift.Bei mehreren Kindern und Erwachsenen führte das Schreiben einzelner Buchstaben oder Worte sofort zur Homolateralität (Einseitigkeit, hier bevorzugt Sprachhirn). Nachdem wir nun genau schauten, woran es liegen könnte, dass bestimmte Buchstaben die Hirnintegration verhindern, fielen uns folgende Merkmale auf: - Buchstaben die mit einem Abstrich beginnen oder bei Großbuchstaben gerade (P, B, D usw.), testen negativ. Ein kleiner Aufstrich, wie bei der lateinischen Schreibweise wäre integrierend.- Ein langer Aufstrich wurde nun an das Ende der Buchstaben gesetzt. Dieses verhindert einen wirklichen Schreibfluss. Die Buchstaben müssen aneinander gesetzt werden. - Buchstaben mit Schleifchen, wie e, l, k, h ... kreuzten bislang über der Mittellinie, nun aber fällt dieses weg. - Großbuchstaben am Anfang sind teilweise vom Rest getrennt (T onne). Ein 11-jähriger Schüler, 6. Klasse war nach wenigen BRAlN-GYM-Übungen integriert. Nach nur einem Wort in der vereinfachten Schreibschrift (z. B. Hase, Hund, Katze, Maus) fiel er sofort in das homolaterale Muster. Vergleichsweise dazu testete er auf die lateinische Schreibweise bei den gleichen Worten integriert. Nun bedeutet das homolaterale Muster nicht, dass dieser Schüler nun nicht mehr Schreiben kann. Er braucht aber für die gleiche Leistung wesentlich mehr Energie, um die fehlende Hirnintegration zu kompensieren. Eventuell könnte er bessere Noten erreichen, bei gleichem Energieaufwand. Ein Schüler mit Lernschwierigkeiten kann dann möglicherweise diese Kompensationsleistung nicht mehr erbringen. Ist ein Schüler nun in der Sprachhirnhälfte, wird er bei komplexeren Schreib- oder Leseaufgaben nun womöglich herumhampeln, um seine Gestalthirnhälfte (Bewegungshirnhälfte) in Gang zu bringen. Hier aber wird er nun zum Störer. Ebenfalls auffallend war, dass Arbeitsblätter so aufgebaut waren, dass die Regeln nicht konsequent eingehalten wurden. So stellt sich natürlich die Frage wie sicher die Lehrer selber sind.
Es sieht so aus, als seien die Lehrer selbst sehr gespalten zu diesem Thema. Für die Menschen, die mich zu diesem Thema brachten und nun auch für mich, scheint die "vereinfachte" zu einer "erschwerenden" Schreibweise zu werden. Auf jeden Fall ist es bedenklich, diese im nächsten Schuljahr als Pflichtschreibweise einführen zu wollen. Unser Anliegen ist es, einen Arbeitskreis von Interessierten zu bilden. Weiterhin wollen wir Kinder kinesiologisch testen bezüglich der Hirnintegration beim Schreiben der vereinfachten Ausgangsschrift, um noch umfassendere Ergebnisse zu bekommen. Wer Interesse an diesem Thema und einer Mitarbeit hat, möge sich bitte bei einer der nachfolgenden Adressen melden:
Kontaktadresse: Tamara Gersitz Aktuelle Veranstaltungen von Fr. Tamara Gersitz
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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |