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Wo steckt unsere
Sie stoppen ihre Lebensimpulse noch nicht. Das hat zur Folge, dass sie weitaus mehr ihren Gefühlen ausgesetzt sind als wir Erwachsene. Kinder freuen sich auf die Erfüllung dessen, worauf sie gerade Lust haben. Sie leben die Spannung im Bauch, das Kribbeln und die Schmetterlinge, juchzen vor Freude, wenn etwas gelingt und weinen vor Enttäuschung, wenn es schief geht. Sie sind ihren Gefühlen nicht nur ausgesetzt. Diese sind auch ihre größten Helfer, mit denen sie sich in der Welt orientieren. Kinder bewerten ihre Wahrnehmung der Welt noch sehr genau über den Bauch: „Kindermund tut Wahrheit kund.“ Irgendwann fangen sie jedoch an, vorsichtiger zu sein. Sie wollen der Enttäuschung, dem Schmerz und der Traurigkeit ausweichen. Hier stellt sich die Frage, in Bezug auf was sie vorsichtiger sein müssen. Von den Erwachsenen bekommen sie die Antwort: „Du musst Dich zurückhalten in Deinem Drang, um es recht zu machen, andere nicht zu behindern oder zu verletzen“. Das bekommen dann die Kinder auch im Laufe ihrer Erziehung von allen Seiten eingebläut. „Benimm Dich, lerne fleißig, tue das, was Dir gesagt wird ...“ immer mit dem unausgesprochenen Nachsatz: „Wenn Du das tust, bist Du geschützt vor Enttäuschung, Traurigkeit, Schmerz ...“ Die Kinder resignieren und fühlen sich selbst zunehmend weniger. Die Außenorientierung der Konsumgesellschaft wird wichtiger. Wenn sich manche Kinder mit ihrer Fühlwahrheit nicht ganz aufgeben, werden sie bald erkennen, dass die Behauptungen der Erwachsenen nicht wirken. Diejenigen, die es wagen, weiterhin ihren Gefühlen zu vertrauen, werden so von anderen Jugendlichen und Erwachsenen nicht gewollt. Dann beginnen sie, die Schuld für die Nutzlosigkeit der Erwachsenenspielregeln bei sich zu suchen: „Ich war halt nicht ordentlich, brav, fleißig, lieb ... genug, deshalb bin ich jetzt traurig, verletzt, enttäuscht ...“ Sie hören auf, ihrem Bauch zu vertrauen, übernehmen die Denkmuster der Erwachsenen und schützen sich fortan mehr und mehr vor Reaktionen anderer, die sie enttäuschen oder verletzen könnten. Sie rennen nicht mehr. Das Kribbeln und die Schmetterlinge im Bauch sind weg. Sie werden zu angepassten Erwachsenen, deren Lebensenergie zunehmend auf Sparflamme brennt. Man ist so beschäftigt damit, sich vor den Reaktionen anderer durch Überangepasstheit zu schützen, dass man schon als Kind irgendwann vergessen hat, gegenüber was man vorsichtig geworden ist. Man ist vorsichtig geworden, das zu spüren, geschweige denn zu leben, was man jetzt und hier wahrhaftig ist. Man ist vorsichtig geworden, seinem inneren Drang gegenüber, seinen ständig neu entstehenden Lebensimpulsen, seiner Erwartungsfreude, dem Kribbeln und den Schmetterlingen im Bauch. Man ist vorsichtig sich selbst gegenüber geworden!
Trotzdem entstehen ständig neue Lebensimpulse in uns. Energie ist nicht statisch. Sie bewegt sich in uns und sie bewegt uns, erhält uns lebendig und gesund. Freudig und voller Schwung den eigenen Impulsen zu folgen, ist der beste Garant für Gesundheit und ein langes, zufriedenes Leben. So können z. B. fünf Minuten Freude den Energieverlust eines ganzen Tages voller Ärger ausgleichen. Schauen Sie einmal Erwachsenen in die Augen. Meist sind sie leer und traurig. Möglichkeiten, sich echt und tief aus vollem Herzen zu freuen, scheinen von der Kindheit bis zum Alter immer seltener zu werden. So leben die meisten Erwachsenen mit 5% ihrer Lebensenergie. Der Rest von 95% steckt in ihren eingesperrten Lebensimpulsen. Jeder unserer Impulse hat ein Ziel und folgt wie ein abgeschossener Pfeil seiner Richtung. Wenn wir aber unsere Impulse in Schach halten, stecken sie in Form von eingefrorener Lebensenergie in uns fest. Ein Mensch will wachsen wie ein Baum als Ganzes. Wenn nun im Stamm ein Knoten ist, erhält der Knoten ständig Anregung sich zu öffnen, um mitwachsen zu können. In den menschlichen Knoten sind unsere eingefrorenen Lebens-impulse und die entsprechenden Gefühle von Enttäuschung, Traurigkeit und Verletzung enthalten. Wenn wir uns vor den Reaktionen anderer Menschen schützen und ein angepasstes Dasein fristen, laufen wir unserer Erlösung und unserem gesunden Wachstum davon. Wir müssen zurück zu unserer Wahrheit der Gefühle und sie nicht länger mit unseren Urteilen abwehren. Wir müssen uns ehrlich zeigen als den, der wir wirklich sind, mit all unseren steckengebliebenen Impulsen und der Angst vor Abfuhr, Enttäuschung und Verletzung. Wir müssen uns endlich in unserer Hilflosigkeit zeigen, um in unsere Lebenskraft zurückzufinden. „Schaut ihr Menschen, so bin ich. Bitte habt mich lieb, so wie ich bin. Und bitte helft mir, mich da zu ändern, wo ich es alleine nicht schaffe. Ich will Euch ebenso annehmen und lieben wie Ihr seid und Euch helfen Euch zu ändern.“ Erst wenn wir wieder zu unserer inneren Wahrheit zurückgegekehrt sind, haben wir eine Basis gefunden, in das volle Potential unserer Lebenskraft hineinzuwachsen. Wir müssen unsere desolate Situation aufdecken, damit Änderung und Gesundung möglich werden. Ansonsten verbrauchen wir die Kraft zum Zudecken und wundern uns, dass wir so wenig Verständigung und Erfolg haben. Wir geben anderen und uns selbst keine Chance. Wir geben die falschen – unwahren – Signale. Die Antworten der anderen richten sich nicht mehr an uns selbst, sondern an den, den wir vorgeben zu sein. Das muss schief laufen und wir rauben uns gegenseitig unsere Kraft. Wir können gegenseitig unsere Lebenskraft stärken, wenn wir wahrhaftig und in liebevoller Achtsamkeit mit uns und anderen umgehen. Der Schlüssel ist Vergebung. Wenn wir
uns und unserem Gegenüber verzeihen können, wie wir
wirklich sind, heilen wir uns gegenseitig. Zwei Menschen begegnen
sich jetzt und hier, um die gegenseitige Wahrheit zu befreien.
Sie sind Spiegel für einander, für den jeweiligen inneren
Knoten eingefrorener Lebensimpulse. Wenn mir jemand gegenüber
z. B. wütend ist und ich mag das nicht, habe ich die Aufgabe,
meine Wahrnehmung umzukehren. Durch die Vergebung kann man sofort aufhören,
gegen sich und andere zu kämpfen. Leichtigkeit entsteht.
Neue kreative Lösungen werden erkennbar. Das Leben wird wieder
einfach. Wir können nur wieder vertrauen lernen, dass für
jeden von uns wunderbar gesorgt ist, wenn wir uns so zeigen, wie
wir jetzt und hier gerade sind. Wir sind alle Gottes Kinder, der
uns zu jedem Zeitpunkt die ideale Ergänzung zu unserer Unvollkommenheit
hier auf der Erde bietet in jeder Begegnung, in jedem Menschen.
Kontakt: Gesundheitsberatung
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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |