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Die "Buddha-Natur" im neuen Verständnis Eine Vortragsreihe zum Zen-Buddhismus Qualität statt Quantität oder das Konzept des Wabi Der Sinn dieses Artikels und damit der gesamten Artikelsreihe ist es, den zentralen zenbuddhistischen Begriff der "Buddha-Natur" in Beziehung zur modernen (Natur)Wissenschaft und Technik zu setzen, um ein zeitgemäßes Verständnis hierzu zu erlangen. "Buddha-Natur" oder "Bussho" (japanisch) steht für folgendes: Da alle Wesen diese besitzen ist es ihnen möglich, Erleuchtung zu erlangen und ein "Buddha" zu werden. Dies ist gleichbedeutend mit dem "Erwachen" zum "wahren Wesen" und dem "Gewahrsein der eigenen Identität" mit dem "Buddha-Wesen", von Augenblick zu Augenblick. 1. Die drei fundamentalen Prinzipien unseres Universums In der Welt der Wissenschaft arbeiten wir häufig mit einer Berechnungsmethode, wobei man feststellen kann, dass zwischen dieser und den Lehren Buddhas eine direkte Beziehung besteht. Aber wozu brauchen wir komplizierte Gleichungen? Weil wir ohne sie nicht im Stande sind, die uns umgebenden natürlichen Phänomene genau zu beschreiben! Und es gibt praktisch nichts, was ohne den Bezug zur Zeit erklärt werden kann! Wenn man die volle Bedeutung des Buddha-Wortes "Alle Dinge sind unbeständig!" begreift, versteht man auch die komplizierteste Gleichung! Dies ist übrigens eines der "Drei Gesetze", also eines der drei fundamentalen Prinzipien, auf denen unser Universum beruht. Die anderen Beiden sind: "Nichts hat ein Ego!" und "Nirvana ist Stille!" 2. Die wahre Bedeutung des Buddha-Wortes "Alle Dinge sind unbeständig!" Für viele Menschen bedeutet dieser Satz nicht mehr, als dass alles Lebende eines Tages vergehen muss. Aber diese Erkenntnis hat auch eine positive Bedeutung: die Unbeständigkeit der Existenz bringt auch Geburt und Wachstum! Übrigens ist das Wort "unbeständig" neutral, und bedeutet nicht mehr und nicht weniger als "immerwährender Wandel": alle Dinge sind ständig verschiedenen Veränderungsprozessen unterworfen, der "Wandel" ist insofern ein grundlegendes Prinzip des Universums. Da der ständige Wandel aller Erscheinungen eine grundlegende Eigenschaft des Kosmos ist, können wir das "wahre Wesen" der Dinge nur dadurch erfassen, dass wir den Zeitfaktor miteinbeziehen. Wenn wir beginnen, die Dinge unter diesem Aspekt zu betrachten, stellen wir oft fest, dass die Wirklichkeit, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt als "real" akzeptiert hatten, nur vorübergehend "real" war! 3. Das wahre Wesen der "bleibenden Dinge" und der "Dinge, die sich ändern" Kiyoshi Ikebe, ein Architekt, wies schon auf die Tatsache hin, dass sich - subjektiv gesehen - einige Dinge auf unserer Welt ändern und andere nicht: die Häuser und Wohnungen sehen nach seinen Beobachtungen anders aus als früher, aber Sitzgelegenheiten gibt es heute wie früher! Er wollte hiermit auf einen wichtigen Gesichtspunkt der "Unbeständigkeit der Dinge" hinweisen: die Veränderungen der verschiedenen Erscheinungen findet in sehr unterschiedlichem Tempo statt! Die "bleibenden Dinge" sind jene Erscheinungen, die sich so langsam ändern, dass sie sich innerhalb der Lebensspanne eines bestimmten einzelnen Lebewesens nicht auswirkt, die "Dinge, die sich ändern" sind jene Erscheinungen, die sich für den Menschen in einer überschaubaren Zeitspanne verändern. 4. Die Erkenntnis der "Unbeständigkeit der Dinge" in der Ökologie Diese Erkenntnis spiegelt sich heute auch in einer ganz neuen Wissenschaft, der Ökologie, wieder, die sich mit dem Studium aller lebender Organismen in ihrem natürlichem Lebensraum befasst. Das Hauptforschungsgebiet der Ökologie ist aber selbstverständlich die Beziehung des Menschen zu allen anderen Lebensformen auf diesem Planeten: z. B. wird versucht, die Auswirkungen der Bevölkerungszunahme und der damit verbundenen steigenden Nahrungsbedürfnisse des Menschen auf die Umwelt als Ganzes zu erforschen. Die neueste Entwicklung zeigt, dass sich interessanterweise die Wissenschaftszweige der Regeltechnik (Kybernetik) und der Ökologie - vielleicht im Einklange der Erkenntnis "Nichts hat ein Ego!" - einander stark angenähert haben. 5. Der wahre Sinn der Lehre Buddhas über den „ständigen Wandel der Dinge“ Wenn Buddha uns diese Lehre gegeben hat,
dann nicht nur, damit wir uns ein genaueres Bild über die
Beschaffenheit des Universums machen können, sondern um uns
die Einsicht zu vermitteln, dass – wenn wir vergessen, dass
wir in einer Welt der Veränderungen leben – wir am
Ende leiden werden müssen. 6. Das menschliche Glück
und das ständige materielle Wachstum 7. Das menschliche Glück und der Sinn menschlichen Daseins (oder: Von Schmetterlingen und Menschen) 8. Das japanische Konzept des „Wabi“ Der große japanische Meister der
Teezeremonie, Senno Rikyu (1522 bis 1591), erhob den einfachen
Vorgang des Teetrinkens zu einer ästhetischen Kunst. 9. Eine verlässliche Methode, aus etwas Altem etwas Neues zu schaffen 10. Der Rat des Buddha, ständig achtsam zu sein Buddha sagte: „Alle Dinge ändern sich ständig – seid achtsam!“ Für uns bedeutet dies, dass wir uns ständig bemühen müssen, unsere Kreativität zu entfalten, da wir in einer Welt leben, die sich von Augenblick zu Augenblick wandelt: so können wir die Qualität unseres Lebens verbessern, und dies ist der wahre Weg zum Glück! Kurt Vlasak
Kontaktadresse: Philosophische
Praxis "Ignoramus"
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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |