„Die beste Erfindung seit der Glühbirne! Heatballs sind technisch der klassischen Glühbirne sehr ähnlich, nur dass sie nicht zur Beleuchtung gedacht sind, sondern zum Heizen.“ Kehrt die Glühbirne als Miniheizung zurück? Hilft dieses Kunstobjekt gegen Bürokratismus und Bürgerentmündigung in der EU?
In Zeiten, wo sukzessive alle Glühlampen in Europa vom Markt genommen werden, bildet sich immer mehr Widerstand, entstanden aus Not, die manchmal erfinderisch macht. Die Idee des Heatballs (der Hitzeball) ist an Einfachheit kaum zu überbieten, wenn man erst einmal darauf gekommen ist.
„Der Hitzeball ist keine Lampe, sondern eine Heizung“, beteuert dessen Erfinder, der Maschinenbauingenieur Siegfried Rotthäuser. „Die Leuchtwirkung während des Heizvorgangs ist produktionstechnisch bedingt und völlig unbedenklich“, heißt es weiter.
Neu erfunden hat der 49-jährige Essener nicht etwa das Heizelement selbst, sondern lediglich eben diese Bezeichnung – und den offiziellen Verwendungszweck. Heizen statt leuchten: So entsteht aus einer herkömmlichen Glühbirne, die bekanntlich nur fünf Prozent der zugeführten Energie in Licht umwandelt und den Rest als Wärme abstrahlt, ein Heizsystem mit „extrem hohem Wirkungsgrad, das praktischerweise in jede Glühlampenfassung passt“. Der Wirkungsgrad liegt sehr hoch und das Kunstwerk „Heatball“ wäre mit seinem 95% Wirkungsgrad in die Effizienzklasse A+ und höher einzustufen.
Hintergrund
Mit einer einmaligen Aktion möchte der Erfinder des Heatballs eine öffentliche Diskussion über die EG-Verordnung Nr.244/2009 anregen. Diese sieht vor, Punktlichtquellen (Glühlampen) mit einer Energieeffizienzklasse schlechter als C bis September 2012 schrittweise zu verbieten. In seinem Projekt deklarierten der Ingenieur und sein Schwager herkömmliche 75- und 100-Watt-Glühlampen per Aufdruck als Kleinheizelemente, um die oben genannte Verordnung umgehen zu können. In kurzer Zeit sind alle 4000 produzierten Heizelemente im Internet zum Preis von 1,69 Euro pro Stück verkauft. Seine Idee, durch Aktionskunst und Widerstand gegen Bevormundung aus Brüssel anzugehen, hat nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten Erfolg. 40000 weitere Heizelemente wurden vorgeordert und einmalig in China nachbestellt. Wie diese Aktion von den EU-Juristen aufgenommen wird, ist fraglich. Leider wurde die Freigabe dieser Lieferung aus China am 16. November 2010 durch das Zollamt Flughafen Köln/Bonn vorerst ausgesetzt, um ihre Produktsicherheit zu prüfen.
Dass mit einer quecksilberhaltigen Energiesparlampe das Weltklima gerettet werde, bezweifelt Rotthäuser und spendet daher lieber 30 Cents pro verkauften Heatball an eine Initiative zum Schutz des Regenwaldes in Hamburg. „Das bringt dem Klima mehr als ein Glühbirnenverbot“, sagt er.
Verwendung
„Ein HEATBALL® ist keine Lampe, passt aber in die gleiche Fassung!“
Der Einsatz von Heatballs vermeidet den fehlenden Wärmeeintrag. Die bestimmungsgemäße Verwendung von Heatballs ist das Heizen. Gebrauchen Sie Ihren Toaster etwa als Leselampe?
Dass ein Heatball keine Lampe ist, ergibt sich aus der Begriffsbestimmung in der EU-Verordnung. Dort heißt es:
„Lampe“ bezeichnet eine Einrichtung zur Erzeugung von (in der Regel sichtbarem) Licht; darin eingeschlossen sind alle zusätzlichen Einrichtungen für ihre Zündung, Stromversorgung und Stabilisierung oder für die Verteilung, Filterung oder Umwandlung des Lichts, sofern diese Einrichtungen nicht entfernt werden können, ohne dass die Einheit dauerhaft beschädigt wird“, entnimmt man der Beschreibung auf der Herstellerseite.
In Passivhäusern macht die Wärme, die durch Glühlampen in die Räume eingetragen wird, einen erheblichen Anteil der Heizenergie aus. Der Austausch von Glühlampen durch Energiesparlampen nimmt diesen Teil, der nun anderweitig zugeführt werden muss.
„Echte Heatballs sind zum Heizen und damit keine Lampe, das erkennen Sie am Glasaufdruck.
Vorsicht! Heatballs haben im Betrieb und kurz nach dem Ausschalten eine heiße Oberfläche.
Für Heatballs gelten die gleichen Sicherheitshinweise wie für Glühbirnen.
Die Leuchtwirkung während des Heizvorgangs ist produktionstechnisch bedingt. Sie ist völlig unbedenklich und stellt keinen Reklamationsgrund dar“, lautet die Produktbeschreibung auf der Website www.heatball.de des Herstellers.
Der Autor:
Dieter Schmitt beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit
dem Thema Wasser und allen verwandten Themen wie z. B. Ernährung,
Salz usw. Er ist Autor des „Wasser-Praxisbuches“ ISBN
978-3-930403-61-5 das im www.Siva-Natara-Verlag.de erschienen
ist.
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