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Die fünf Elemente

HOLZ - FEUER - ERDE -

METALL - WASSER

 

 

Bekannt sind sie unter dem Begriff "Die fünf Elemente". Im Grunde jedoch sind es Wandlungsphasen, was, wenn man es wörtlich nimmt, Abschnitte der Wandlung bedeutet.

Alle belebten und unbelebten Dinge unterliegen der Wandlung der Veränderung. Ob es nun der Jahreszyklus mit seinen Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter oder der Lebenszyklus mit seinen Lebensabschnitten Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit und Senium ist.

Die Lehre der fünf Wandlungsphasen ist Teil des chinesisch-taoistischen Weltbildes und beruht auf genauen Beobachtungen von natürlichen Gesetzmäßigkeiten.

 

Im Unterschied zur westlichen Zivilisation betrachtet der östliche Kulturkreis das Leben als eine Kunst. So war die Heilkunde im alten China nur ein Teilgebiet innerhalb der Philosophie und Religion.

Zurück zu den Wandlungsphasen kommend, ist zu erwähnen, dass Erkrankungen des Körpers immer Ausdruck eines Ungleichgewichtes der Wandlungsphasen im Körper selbst sind.

HOLZ

Begonnen wird der Zyklus oft beim Holz, da er seine Entsprechung im Frühjahr findet, also zu Jahresbeginn. Manchmal wird auch die Erde zu Beginn des Zyklus gestellt, weil sie eine zentrale Rolle im Kreis der fünf Wandlungsphasen in sich hat. Näheres später.

Die charakteristische Energie des Holzes ist empordrängend, sich ausdehnend und schnell wachsend. Somit liegt auf der Hand dass das Holz-Element dem Lebensabschnitt der Kindheit entspricht. Spontanität, Kreativität, Abenteuerlust, Bewegungsfreude, und Entdeckerfreude sind bei Kindern als natürlicher Drang vorhanden.

Wird das Holz in dieser Zeit zu sehr beschnitten, wirkt es sich schädigend auf die folgenden Wandlungsphasen aus. Da die einzelnen Wandlungsphasen unter anderem in einem nährenden Erzeugungszyklus zueinander stehen. Siehe hierzu die Abbildung der 5 Elemente .

So nährt die "Holz-Mutter" den "Feuer-Sohn". Bei mangelnder Ernährung des Sohnes durch die Mutter kann es in diesem Falle zu Herzschwäche und Nervosität kommen. Da das dazugehörige Organ des Feuers u. a. das Herz ist.

Die Holzenergie steht für Geburt und Neubeginn, Expansion und Wandel. Die Qualität des Holzes spürt man besonders deutlich in der Frische des Morgens, in der ersten Frühlingssonne, bei Wind und bei allem, was in Entwicklung und Expansion begriffen ist.

In unserem Körper manifestiert sich die Wandlungsphase Holz in der Leber und der Gallenblase, in Muskeln, Sehnen und in den Augen. Im Gefühlsbereich erzeugt die aufsteigende Energie des Holzes Wut, Kreativität. Entscheidungs- und Gestaltungskraft sowie Großzügigkeit stehen für ein ausgewogenes Holz im Geist des Menschen. Dem Holz wird die Farbe grün und der saure Geschmack zugeordnet. Im Körper wirkt die Holzenergie am stärksten zwischen 23.00 und 3.00 Uhr nachts. Interessant ist, dass die Leber nach der chinesischen Philosophie die "€ther-Seele" "Hun" beherbergt.

Zusammen mit der "Körper-Seele" "Po", deren Sitz die Lunge ist, bildet sie die Körper-Geist-Seele des Menschen. Wobei Hun das Unsterbliche im Menschen darstellt, das beim Tod den Körper verlässt.

Da die Körperflüssigkeit des Holzes die Tränen sind, spricht man beim Weinen auch von Seelenreinigung. Also kein Grund zum Schämen! Im Gegenteil ist es wichtig, die Emotionen, die wir als Mensch mitbekommen haben, anzunehmen und auszudrücken.

Verdrängung, insbesondere von unangenehmen Gefühlen, führt zu Stauungen, Blockaden und letztlich zur Krankheit.

FEUER

Im Zyklus der Elemente folgt auf das Holz das Feuer. Mit Holz macht man Feuer. War die Holzenergie wachsend und sich nach allen Richtungen ausdehnend (ein gutes Sinnbild dafür ist der Baum) so brennt die Kraft des Feuers kraftvoll und direkt nach oben.

Der Lebensabschnitt des Feuers ist die Jugend. Die Zeit des Verliebtseins. Kinder, die sich in der Holzphase entfalten konnten, deren Neugierde und Kreativität nicht unterdrückt wurde, haben in der Jugend alle Voraussetzungen, sich an der Kraft des Feuers zu freuen. Diese äußert sich in Lebensfreude, aber auch in einem Streben nach Klarheit und Erkenntnis. Die Qualität dieser Energie spürt man in der Hitze des Sommers, bei herzhaftem Lachen und ekstatischem Tanzen.

In unserem Körper manifestiert sich das Feuer in Herz und Dünndarm, in den Blutgefäßen und in der Zunge, was dem Volksmund mit seinen Redewendungen "Das Herz liegt ihm auf der Zunge!" oder "Wenn das Herz voll ist, läuft der Mund über!" schon lange bekannt ist.

Die Körperflüssigkeit ist der Schweiß. Zu weniges oder übermäßiges Schwitzen weist auf eine Störung im Feuerelement hin.

Das Herz ist der Monarch unter den Wandlungsphasen, der seine Untertanen mit Einsicht und Verständnis regiert. Während nach Ansicht der westlichen Schulmedizin "nur" das Organ Herz krank ist und notfalls mit einem Herzschrittmacher wieder auf Trab gebracht werden kann, sind nach der chinesischen Betrachtungsweise alle Organe bei einer Erkrankung des Herzens in Mitleidenschaft gezogen.

Die zugeordnete Emotion des Feuerelementes ist die Freude, die seelischen Entsprechungen sind geistige Klarheit, Intuition und Mitgefühl. Rot ist die Farbe des Feuers. Der Geschmack ist bitter.

Die Feuerenergie wirkt im menschlichen Körper am stärksten vormittags von 11.00 - 15.00 Uhr und abends von 19.00 - 21.00 Uhr.

ERDE

Die Erde. Früher stand die Erde in der Mitte des Wandlungsphasenzyklus. Was auf ihre Sonderstellung hinweist. Sie ist die Kraft der Mitte. Ihre Jahreszeit ist der Spätsommer. Keine Jahreszeit im eigentlichen Sinn, sondern eine Übergangszeit. Auch heute noch werden die letzten 18 Tage einer jeden Wandlungsphase der Erde zugeordnet. So ist sie im späten Frühling, Sommer, Herbst oder Winter enthalten den Übergangsphasen. Probleme mit den Übergängen im Leben deuten auf das Erdelement hin.

Um jedoch auf unser Bild im Zyklus zurückzukommen. Feuer verbrennt Holz zu Asche. Die Asche des Holzes wandelt sich zur fruchtbaren Erde.

Der Lebensabschnitt der Erde ist die Lebensmitte. In der es gilt Vorsorge für das Alter zu treffen. Es ist die Zeit in der Wünsche wie die Gründung einer Familie und die Schaffung eines eigenen Heimes im Vordergrund stehen.

Waren die Kräfte des Holzes und des Feuers aktiv und nach außen gerichtet, erfolgt in der Erde der Wandel nach innen. Das lässt sich bei einem Spaziergang im Spätsommer sehr gut spüren. Die Glut der Hitze wird zur milden Wärme, die Früchte der Erde sind reif und stehen vor der Ernte. Erntedankfeste sind getragener und besinnlicher als die ausgelassenen Vergnügungen des Sommers.

In unserem Körper manifestiert sich das Element Erde in unserem Bauch, den Organen Magen und Milz und dem Mund. Es geht ums Ernähren. Nur wenn ich gut für meine Erde sorge, kann ich auch für andere gut sorgen. Im Gefühlsbereich erzeugt die Energie der Erde die Sorge, im Geist Gelassenheit, Einsicht und Vernunft.

Die Farbe der Erde ist ein sattes Gelb, der ihr entsprechende Geschmack ist süß. Im menschlichen Körper wirkt das Qi (Energie) der Erde am stärksten von 7.00 - 11.00 Uhr vormittags.

METALL

Die fruchtbare Erde enthält Minerale und Erze. Aus der Erde gewinnt man Metall. Die Wandlungsphase Metall ist für uns westliche Menschen mit am schwersten zu verstehen.

Die Erde nährt uns als liebende, sorgende Mutter. Das Metall verkörpert in diesem Bezug die Rolle des Vaters, der sie mit Strenge unterstützt. Das ist einer der Gründe weshalb in China die Kinder oft von ihren Großeltern erzogen werden.

Spürbar wird die Metallenergie sehr deutlich im Herbst. Die Wärme des Sommers nimmt endgültig Abschied. Die Natur beginnt mit dem Rückzug in sich selbst. Die Kraft des Metalls ist die Konzentration auf das Wesentliche.

Der Lebensabend hat begonnen. Gefühle der Trauer gehören zum Metall. Allerheiligen und Totensonntag fallen in diese Zeit.

Lunge und Dickdarm sind die Organe des Metalls. Über die Lunge nehmen wir das Atem-Qi (Energie) auf. Dieses verbindet sich mit dem Nahrungs-Qi und dem vorgeburtlichen Qi zur unserer "Grundenergie", die uns für unser Leben zur Verfügung steht.

Der Atem ist sehr wichtig, weshalb ihn alle spirituellen Traditionen als Mittel der Konzentration und Meditation verwenden.

Die meisten von uns atmen zu flach. Wir müssen erst wieder lernen, uns dem Rhythmus von Ein und Aus, vom Aufnehmen und Loslassen hinzugeben. Durch eine kraftvolle Atmung stärkt sich automatisch unsere Abwehrenergie.

Der Dickdarm ist der Ausscheider. Gut ausscheiden können wir jedoch nur dann, wenn wir bereit sind loszulassen, auch auf inneren Ebenen. Schönes Beispiel dafür ist die Teetasse, die erst wieder gefüllt werden kann, wenn sie leer ist. Um loszulassen braucht es Vertrauen und Mut. Ein scharfer Verstand und in Weisheit handeln bezeichnen die Qualität des Metalls im geistigen Bereich.

Weiß ist die Farbe des Metalls und der Geschmack ist scharf. Das Qi des Metalls ist am stärksten von 3.00 - 7.00 Uhr früh weshalb es sinnvoll ist Atemübungen früh bei geöffnetem Fenster oder in der freien Natur auszuüben, wenn die Luft noch rein und mit mehr Qi angereichert ist.

WASSER

Von den 5-Elementen ist Wasser ein sehr wichtiges!

Mehr darüber können Sie im "Wasser-Praxisbuch" des Autors
Dieter Schmitt nachlesen.
mehr Infos

Anfang und Ende. Gefürchtet und geliebt. Der Jahreszeit Winter zugeordnet ist es die Zeit der größten Konzentration. Die Kraft ist in die Tiefe gerichtet. Wie in jedem Ende ein neuer Anfang steckt, so liegt auch im Wasser, der letzten Wandlungsphase im Zyklus, die Energie zum Neubeginn. So ist nach taoistischer Auffassung auch der Tod nichts Endgültiges, sondern nur ein "Zwischenhalt", nach dem die unsterbliche Essenz des Bewusstseins erneut in den Kreislauf des Lebens eintritt. "Energie geht nicht verloren!", hat auch die moderne Wissenschaft schon lange erkannt.

Ein treffendes Bild fürs Wasser ist der zugefrorene Fluss des Winters. Die Eisschicht erstarrt und ist bewegungslos, darunter jedoch fließt das Wasser sanft und unaufhörlich. Beides, Eisdecke und Fluss, sind Symbole des Wassers: Stagnation und Bewegung.

Wasser ist wie bereits erwähnt das letzte Element im Wandlungsphasenzyklus und gleichzeitig die Grundlage für das erste Element, das Holz.

HOLZ verbrennt im FEUER zu Asche. Asche erzeugt ERDE. ERDE verdichtet sich zu METALL. Die Mineralien und Salze des METALLS wandeln sich zu WASSER, welches dann das Holz der Bäume und Pflanzen nährt.

Niere und Blase sind die Organe des Wassers. Aber auch Ohren und Kopfhaar sind Ausdruck der Wasserenergie. Im Gefühlsbereich erzeugt die Energie Angst, im Geist Sanftmut, Anpassungsfähigkeit und unbeugsamen Willen. Wie die anderen Emotionen Wut, Freude, Sorge und Trauer ist auch die Angst ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Gefühlswelt. Sie ist lebensnotwendig, da sie uns vor drohenden Gefahren schützt. Zuviel Angst führt zur Stagnation. "In der Angst gelebt, ist nur halb gelebt!", heißt es in einem spanischen Sprichwort.

Chronische €ngstlichkeit schwächt die Nierenenergie und damit die Lebenskraft langsam aber hartnäckig. Dem entgegenwirken kann man u. a. indem man die Mutter des Wasser-Elements, das Metall, stärkt. Die chinesische Tradition hat erkannt, dass eine Pflege der Nierenenergie mit ausschlaggebend ist für ein langes, gesundes Leben. Das Wasser schenkt somit ein langes, gesundes und erfolgreiches Leben.

Die Farben des Wassers sind blau und schwarz. Der ihm entsprechende Geschmack ist salzig. Im menschlichen Körper wirkt die Kraft des Wassers am stärksten von 15.00 - 19.00 Uhr. Die Engländer haben mit ihrem Fünf-Uhr-Tee dem Bedürfnis des Körpers in dieser Zeit nach Ruhe Rechnung getragen.

Abschließend sei erwähnt, dass sich alle Wandlungsphasen durch eine angemessene Lebensführung, Ernährung und Übungen harmonisieren lassen. Eine Lebensaufgabe!

So interessant und beeindruckend die Lehre von den 5 Elementen auch ist, so darf man dennoch nicht vergessen: Es ist ein Modell, wie es einige andere auch gibt. Sie alle haben ihre Berechtigung und geben Hinweise für unsere Lebensreise, Teile für unser "Lebenspuzzle" und Antworten auf die Frage "WER BIN ICH?"

Literatur:

Feuermann und Wasserfrau, Silvana Schwitzer
Das Gesetz der fünf Elemente, Dianne M. Connelly

 

Weitere Infos bei:

Anje Hofmann
Schleifweg 16 b
97464 Oberwerrn
TEL: 0 97 26/33 03

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Copyright 2000 – 2007 Dieter Schmitt

 

 

Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.