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Der Ackerschachtelhalm von Dieter Schmitt
Die heilenden Eigenschaften des Ackerschachtelhalms, vielen auch als Zinnkraut, Pferdeschwanz oder Katzenwedel bekannt, sind seit der Antike bekannt. Die Pflanze wird seit dem Altertum für seine Husten lindernde und Harn treibende Wirkung geschätzt. Leider geriet die grüngelbe stängelartige Pflanze Mitte des 15. Jahrhunderts in Vergessenheit. Während im Altertum die Sporenpflanze hauptsächlich zum Blutstillen genutzt wurde, galt im Mittelalter das Interesse eher der wasserabführenden Wirkung. Nachdem Pfarrer Sebastian Kneipp die gesundheitlichen Vorteile des lange Zeit zum Zinnputzmittel degradierten Unkrautes als „unersetzbar und unschätzbar“ lobte, interessierten sich Heilkundige und Ärzte wieder für das stark mineralhaltige Gewächs. Er war es auch, der das kieselsäurehaltige Kraut aufs Neue entdeckte und kurierte mit dem Zinnkraut Entzündungen und heilte damit Nieren- und Blasenkranke. Seither ist der Equisetum arvense (lat. für Ackerschachtelhalm) unter Naturheilkundefreunden ein Geheimtipp unter den Naturheilmitteln. Achtung Verwechselungsgefahr!
Als „Pferdeborste vom Acker“ bezeichnete Plinius, ein Naturforscher im alten Rom, den Ackerschachtelhalm, der ihn wegen seines Äußeren an ein Pfeifenrohr erinnerte. Damit beschrieb er treffend das raue, harte Gefühl, wenn man einen Stängel des Zinnkrauts in der Hand hält. Im Frühjahr bilden sich die Sprossen mit rotbraunen Sporangien; erst später treiben die grünen sterilen Triebe aus, die zur Verwendung herangezogen werden. Wer anstelle von Fertigprodukten die grünen Sommertriebe des farnartigen Krauts selbst sammeln möchte, benötigt sehr genaue Kräuterkenntnisse, denn der Ackerschachtelhalm sieht giftigen Arten täuschend ähnlich!
Häufig wird er mit dem Sumpfschachtelhalm (Equisetum pallustre) verwechselt. Dieser enthält für Tiere (für Menschen ungeklärt) giftige Alkaloide. Makroskopisch unterscheidet man die zwei Arten durch das Größenverhältnis der Längen des ersten Seitensprosses im Vergleich zu der Blattscheide der Hauptachse. Braune Stellen am Zinnkraut weisen darauf hin, dass dieses leicht giftig sein kann. Daher sollten Sie nur durchgängig grüne Pflanzenteile der 10 bis 50 cm großen Pflanze ernten. Interessante Inhaltsstoffe
Die Wirkstoffe des Heilkrauts sind enorm, da es etwa zu 12 Prozent aus Kieselsäure besteht, wodurch das Bindegewebe gestärkt wird. Des Weiteren regt es die Durchblutung an, stoppt Blutungen und fördert den Stoffwechsel. Weiterhin findet man die als therapeutisch wirksamen Bestandteile wie Flavonoide, Glykoside, Kalium(-salze) und Carbonsäuren. Zinnkraut wirkt leicht Harn treibend (diuretisch) und unterstützt immunstimulierende abschwellende Effekte. Nebenbei stärkt es das Verdauungssystem. Heilpflanze, die unser
Bindegewebe festigt Auf dem Acker und im Garten wird der Ackerschachtelhalm als schädlich angesehen und deshalb mit Giften bekämpft. Möglichkeiten der
Anwendung Kieselsäure ist besonders wertvoll bei Gicht, Schwellungen, Verletzungen, Rheumaerkrankungen und Erkrankungen der Haut. Bei der Teezubereitung lässt sich die Wirkung verstärken, wenn dem Sud beispielsweise Spitzwegerichkraut oder Brennnessel zufügt wurde. Naturheilkundlich orientierte Ärzte oder Heilpraktiker klären Sie gerne über die nachfolgenden Anwendungsgebiete auf: • Stärkung der Lunge Äußerlich kann Zinnkrautsud als Badezusatz bei Dampf-, Sitz-, Teil- oder Vollbädern oder Wickelauflage oder als Salbe und Hautcreme angewandt werden. Da nicht jeder die Naturmittel selbst herstellen kann, gibt es zahlreiche fertige Körperpflegeprodukte als Deo oder Öl.
Geistige Entsprechung:
Spannkraft Der Mensch ist nicht nur seit seinem Erscheinen auf der Welt mit der Natur und allem, was belebt ist, verbunden, sondern seine Gene geben das Erbe der Evolution von der ersten Urzelle an von Generation zu Generation weiter. Eine der ersten Lebensformen auf dem Festland war der Schachtelhalm. Er bildete riesige Bäume und große Wälder. Er brachte das erste Gerüst hervor und trotzte den Stürmen der Urzeit. Heute ist er eine relativ kleine, aber äußerst widerstandsfähige Pflanze. Sie hat Milliarden Jahre und mehrere schwere Erdkatastrophen überdauert. Seelische Entsprechung:
mangelnde Spannkraft Man fühlt sich schwach, schlapp und müde. Natürliche Wirkung
Zusammengefasst kann man sagen, dass der Ackerschachtelhalm als Naturheilmittel zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten besitzt: Äußerlich kann die Pflanze als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden und Geschwüren, als Gurgelwasser oder bei chronischer Mandelentzündung angewandt werden. Nicht zu vergessen sind auch die positiven Wirkungen auf Fingernägel, Haare und Haut durch die kieselsäurehaltigen Stoffe des Heilkrautes. Quelle: Abbildung und Kräuterkarte aus dem Buch: „Blüten- und Heilpflanzen-Elixiere“ von Franz Matz, ISBN 978-3-930403-08-0, 268 Seiten + 50 Kräuterkarten, 21,50 €, erschienen im Siva-Natara Verlag
Der Autor, Dieter Schmitt, beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit gesundheitlichen Themen aus dem naturheilkundlichen Bereich.
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Ein
Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |