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Dorn-Methode

Krumm laufen sie rein
und grad wieder raus!

Von Franz-Josef Neffe

 

Die Methode Dorn hat die solideste Basis, die man sich denken kann: Sie ist buchstäblich der Natur abgeschaut, ja abgetastet.

Es fing mit Dieter Dorns Hexenschuss vor 25 Jahren an. Einen Baum wollte er hochlupfen, da kam er selber nicht mehr hoch! Die Methode „Was von selber kommt, geht auch von selber“ wirkte nicht. Dorn besann sich auf den alten Schlossbauer, über den er am Stammtisch früher gelacht hatte. „Schlimmer kann es eh schon nicht werden“, dachte sich Dorn und machte sich auf zu dem alten „Knocheneinrenker“. Der renkte aber gar nicht, sondern Dorn musste mit dem Bein schlenkern, während der Alte den Wirbel reindrückte. Der Schmerz war weg und Dorn konnte sofort wieder seine schwere Arbeit tun. Verblüfft fragte er, ob man so etwas lernen könne. „Du brauchst es nicht lernen, du kannst es“, über diese Antwort war der Geheilte noch viel erstaunter.

Der Autor und Dieter Dorn


Die Sache ließ Dorn aber keine Ruhe. Seine Frau litt damals bereits 10 Jahre an starken Kopfschmerzen, die allen medizinischen Heilversuchen trotzten. Ein Orthopädie-Professor hatte ihm das Röntgenbild der Halswirbelsäule gezeigt: „Da sind die Querfortsätze zu lang, die müsste man abmeißeln!“
Als er die Halswirbelsäule seiner Frau betastete, spürte er Ungleichheiten. Einfühlsam lockerte er die Muskeln, drückte auf den vorstehenden Wirbel, der glitt in seine richtige Position, und seit dieser langen Zeit ist Frau Dorn beschwerdefrei.
Heute weiß er: „Wenn ich anatomische Kenntnisse gehabt hätte, hätte ich alles so kompliziert gesehen, dass ich mich vieles nicht getraut hätte.“ So aber hat er die Not des betroffenen Mitmenschen buchstäblich erspürt, und weil er alle Sinne nur auf das Finden der normalen Funktion gerichtet hatte, ging alles wie von selbst.

Seine zweite Patientin war die an Ischias leidende Nachbarin, eine über 70-jährige Frau, die zweimal die Woche vom Arzt Spritzen und Bestrahlung bekam. Nachdem man sie schon mehrere Tage nicht zu Gesicht bekommen hatte, machte man sich Sorgen und schaute nach ihr. Sie lag im Bett und kam nicht mehr hoch. Dorn fragte, ob er sich ihr Bein einmal ansehen dürfe und sah, dass es 5 Zentimeter länger war als das andere. „Wenn ein Bein rausgeht, muss es auch wieder reingehen“, mit dieser unkomplizierten Sichtweise gelang es ihm tatsächlich, das Bein wieder an seinen rechten Platz zu komplimentieren, nachdem er zuvor noch die harten Gesäßmuskeln weichgedrückt hatte: „Hartes muss man drücken, Weiches muss man dehnen – nicht umgekehrt!“ Dorn behagt es, von seiner gefundenen Methode nach 30 Jahren sagen zu können: „Ich hab mich noch in keinem einzigen Punkt korrigieren müssen.“ Die Nachbarin rief jedenfalls zwei Stunden später, als die akute Entzündung abgeklungen war, aus dem Fenster herüber: „Ich kann wieder laufen!“, und sie lief noch, bis sie mit 85 Jahren starb, täglich über die Bergkuppe in die Kirche; von Hüftgelenkoperieren war keine Rede mehr.
Der dritte Patient war ein Sägewerkskunde. Solange Dorn ihn kannte, hatte er immer gehumpelt. Nun machte er ihm das Bein rein und es war vorbei damit. Drei Wochen später fiel dieser Mann vom ca. 6–8 Meter hohen Gerüst. Erst ein Vierteljahr später kam er wieder und Dorn war natürlich neugierig, weil er damals glaubte, bei einem Mann, der immer humpelte, könne doch das eben erst eingerichtete Hüftgelenk bei so einem Sturz unmöglich gehalten haben. Doch der Mann zeigte ihm lediglich eine 40 Zentimeter lange genähte Narbe an dem Bein, am Gelenk fehlte nichts.

Jeden Abend um 18 Uhr, wenn er mit seiner Arbeit in Hof und Sägewerk fertig war, kamen ca. 15 angemeldete Patienten und dazu meist ein Praktikant; inzwischen verweist Dorn alle an seine Schüler. Die Hausaufgabe fällt meist kurz aus: „Nicht links liegen, nicht rechts bücken, links strecken.“ Wenn man keine „Hausaufgabe“ bekommt, soll man zu dem Dorn-Anwender nicht mehr hingehen, empfiehlt Dorn. „Man muss dem Patienten sagen, was er zu tun hat, sonst sind die Wirbel bzw. Gelenke gleich wieder draußen“, meint Dorn.
Die Methode Dorn ist eine sehr patientenfreundliche Methode, man kann (fast) alle Übungen des Wirbel- und Gelenkeinrichtens auch selbst machen. Und weil im Gegensatz zur üblichen Chiropraktik die Bänder nicht gedehnt werden und alle gefährlichen Manöver unterbleiben, hält das Ergebnis besser und kann auch von jedem Menschen erreicht werden, wenn er nur ein wenig sein Gespür entwickelt.

Sehen wir, wie man „nach Dorn“ vorgeht!
Der Patient liegt auf der Couch zum Messen der Beinlängendifferenz. Die gestreckten Beine werden gehoben und leicht angedrückt. An den Schuhsohlen sieht man gut den Unterschied. Der längere Fuß ist immer der Fuß, der behandelt werden muss! Orthopädische Einlagen unter den kürzeren Fuß und Absatzerhöhungen sind fast immer verfehlt; sie verschleiern und vergrößern das Problem. Warum?
Abgesehen von unfallbedingten Schäden und ganz wenigen Fällen, wie etwa Kinderlähmung, kommt es zum längeren Fuß immer durch eine Subluxation: einer Lösung des Gelenkes. Viele haben das seit der Geburtshilfe, da sie an einem Bein hochgehoben wurden und dabei das Hüftgelenk auseinander gezogen wurde.

Eine andere Hauptursache für die Hüftgelenksubluxation ist das Sitzen mit überkreuzten Beinen, wo das Gewicht das Bein herauszieht. Beim Aufstehen rutscht es nicht zurück, denn dazu müsste der Druck von der Seite kommen; beim Stehen kommt er aber von unten, und so verkantet es. Nun reiben Knochen in der Fehlposition, bis man eine Entzündung und nicht selten auch ein neues Hüftgelenk bekommt. Nach der Gelenkkorrektur bewirkt dieselbe Reibebewegung einen guten Stoffwechsel und Regeneration. So einfach geht das.
Dass wir bis heute in der Regel von einem „verkümmerten“, zu kurz geratenen Bein ausgehen, zeigt, dass sich die Fachleute in die Realität weder hineingefühlt noch hineingedacht noch hineingemessen haben.
Wir wollen auch nicht übersehen, dass heute noch Menschen herumhinken, denen man einige Zentimeter Knochen aus dem Oberschenkel des zu lang erschienenen Beines herausoperiert hatte: „Die kurzgesägten langen Beine waren manchmal schon nach kurzer Zeit zu kurz, gerade um die eine herausgesägte Kleinigkeit.“ Ein Opfer solcher Beinverkürzung ist mir begegnet: Erst war das rechte Bein angeblich 3 Zentimeter zu lang, nach der OP war es gleich lang und nach versehentlichem Stolpern war es 3 Zentimeter zu kurz, weil dabei der Gelenkkopf wieder in die Pfanne gerutscht war. Ein Dorn-Therapeut hätte mit einfachem Hebelgriff das tatsächliche Problem gelöst: Bein anwinkeln, mit der Hand vor dem oberen Ende des Oberschenkels einhaken und herziehen, während das Bein abgelegt (bzw. abgestellt) wird. Meist ist es das Hüftgelenk, das betroffen ist. Auch die Korrekturbewegung für Knie- und Sprunggelenk ist einfach. Ich beschreibe hier die Selbstübung: Fürs Kniegelenk schiebt man beim Aufstehen aus dem Sitz oben am Unterschenkel nach vorn. Fürs Sprunggelenk bewegt man stehend das Bein so weit wie möglich nach vorne und nach hinten.
Wenn Gelenke luxiert waren, sind die Haltebänder gedehnt. Das bedeutet, dass sich das Gelenk bei Fehlbelastung leicht wieder lösen kann, und dass die Korrekturen wiederholt werden müssen, bis es wieder hält. Logischerweise ist in der Regenerationszeit jede Dehnung zu unterlassen, da diese ja das Gelenk wieder auseinander zieht und weiter instabil hält, also: kein Yogasitz, kein Stretching, nicht die Beine übereinander schlagen, nicht in die Hocke gehen, sondern stattdessen die Knie beugen! Auch bei der Krankengymnastik sind alle Dehnübungen zu unterlassen. Wer sündigt, kann das Ergebnis messen. Er braucht sich nur die gestreckten Beine hochheben lassen und die Schuhsohlen vergleichen. Somit erübrigt sich jede medizinische Theoriediskussion.


Wenn wir das längere Bein korrigiert haben, kommt es nicht selten vor, dass nun plötzlich das andere Bein länger ist.
Wenn es mit dem Einziehen der Hüfte nicht auf Anhieb klappt, kann der Therapeut etwas helfen, indem er das Bein leicht nach außen dreht.

Wie die unteren Gelenke, geradeso einfach werden ggf. Finger-, Hand- und Armgelenke richtig gestellt. Wenn die Basis stimmt, geht es an die Wirbelsäule. Und das Richten der Wirbel hilft beileibe nicht bloß, wenn der Rücken schmerzt. Einem einjährigen Baby, das nicht essen wollte, half Dorn am Tage meines Besuches; der 5. Brustwirbel (Nerv zur Leber) war blockiert und wurde korrigiert. Ein zwei Monate altes Baby war auch schon da. Bei der Geburt hatte es die Wirbelsäule krumm, der Arzt meinte, da müsse man 2 Monate warten. Nach zwei Monaten meinte er dann, das hätte man vor zwei Monaten machen müssen. Aus vielen Situationen heraus kommen immer wieder Hilfesuchende zu Dorn und er muss dann nicht nur mit den Händen arbeiten; auch die Seele will aufgerichtet werden. Dabei hilft ein Humor, der aus der Erkenntnis der Wachstumsmöglichkeiten nach oben zielt und den Blick auf das Leben lenkt.
Die „Praxis Dorn“ fand in der Küche des Bauernhauses statt. Die Atmosphäre bestimmte dort nicht das Leid oder sterile Praxismonotonie, sondern die Freude über die Befreiung aus den Nöten und die erlebte Besserung. Wenden wir uns nun der Wirbelkorrektur nach Dorn zu!
Diese findet zunächst im Stehen statt. Der Patient stützt sich auf die Tischkante. Der Therapeut tastet mit beiden Daumen die Wirbelsäule links und rechts von unten nach oben ab und erspürt die Wirbelfehlstellungen. Zunächst wird die Muskulatur mit Erdnussöl, das mit Hirtentäschel-, Brennnessel- und Lavendelextrakt (entspannend und entzündungshemmend) versetzt ist, gelockert. Für den Lendenwirbel- und unteren Brustwirbelbereich bleibt der Patient stehen. Während der Therapeut auf den Wirbel drückt, pendelt der Patient mit dem gegenüberliegenden Bein. Für den oberen Brust- und Halswirbelbereich wird die Therapie sitzend fortgesetzt, dabei macht der Patient mit beiden Händen Pendelbewegungen wie beim Laufen. Selbst das Einrichten der Halswirbelsäule geschieht auf sanfte und völlig ungefährliche Weise. Nachdem die Muskeln gelockert sind, wird der Kopf leicht auf die Seite geneigt und der Patient macht fortwährend Nein-Bewegungen, während der Therapeut auf den Wirbel Druck ausübt, bis er an die richtige Stelle zurückgleitet. Dabei werden keine Bänder gedehnt und keine Nervenleitungen beschädigt, es geht alles ganz friedlich zu. Nicht nur die Kinder sagen „Kuscheln“ zu dieser Halswirbelsäulenkorrektur.
Wichtig ist es auch, auf die seelischen Probleme einzugehen, die herauskommen. Hier hat Dorn durchaus den Vorteil, dass er nicht in der Praxis, sondern in der Wohnstube behandelte, in dieser warmen Atmosphäre ergibt und erledigt sich manches seelische Problem fast nebenbei.
Anfangs wunderte sich Dorn, wenn die Leute kamen: „Ich möchte auch meinen Fersensporn weggemacht bekommen“, denn er hatte auf keinen Fersensporn geachtet, sondern nur den 3. Lendenwirbel reingedrückt. Bei anderen waren durch die Wirbelbehandlung Hühneraugen verschwunden, und wenn nun die Nachbarn kamen und auch die Hühneraugen weggemacht haben wollten, konnte Dorn nur sagen: „Das kann ich nicht.“ Und er konnte es doch. Langsam merkte er, dass es Zusammenhänge zwischen den Wirbeln und allen Organen und Stellen des Körpers gab. Entscheidende Hilfe kam hier von einem Orthopäden aus Norddeutschland, der ins Allgäu gezogen war, von Dorns Praxis hörte und ihn mit seiner Frau aufsuchte. Dorn hatte damals gerade 10 Jahre Praxis ohne irgendwelche medizinischen Kenntnisse. Dr. Thomas Hansen war „beeindruckt und in der Folgezeit mehr und mehr überzeugt von dieser Methode sowie von der liebevollen und integren Persönlichkeit ihres Namensgebers“, versorgte ihn mit grundlegender medizinischer Literatur und organisierte dann Dorns Seminare.
Heute zieht Dorn besten Nutzen aus seinen erworbenen medizinischen Kenntnissen, und es ist ihm ein Herzensanliegen, dass Wissen nicht zur gegenseitigen Abgrenzung, sondern zum Wohle des Menschen integrativ genutzt wird.


Vom Knie zur Blase gibt es keine Ader, keinen Muskel, keine Nervenleitung; lediglich eine unsichtbare, physikalisch nicht messbare Energieverbindung – der Blasenmeridian – bildet den Zusammenhang. Wird diese Energiebahn an bestimmten (Akupunktur-)Punkten stimuliert, die weit vom betroffenen Organ entfernt sein können, so tritt Besserung ein. So bessert die Korrektur des 3. Lendenwirbels nicht nur Blasen-, sondern auch Knieprobleme.
Selbstverständlich wirkt die Akupunktur oder Akupressur wesentlich intensiver, wenn zuvor „nach Dorn“ die Wirbelsäule korrigiert ist und damit schon einmal wichtige physische Blockaden beseitigt sind. Dorn behandelt zwar nicht mit Akupunktur, aber die Akupunkturlehre bestätigt seine Ergebnisse. Der große Zeh hängt mit dem 7. Halswirbel zusammen und seitliches Kopfweh über die Galle mit dem 4. Brustwirbel. Der 2. Brustwirbel ist der Herzwirbel.
Dorn hat über 30 Jahre Praxis mit Problemlösung. Er kennt auch seine Grenzen, aber er kann auch Zuversicht verbreiten.

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Vom 2 Wochen alten Baby bis zum 96-jährigen Greis sind Dorns Patienten, gelegentlich ist auch ein Vierbeiner dabei. Die Erfolgsquote liegt über 80 Prozent, was beachtlich ist, da doch viele zuvor z.T. schon jahrelang nirgendwo wirksame Hilfe fanden. Es gab immer wieder Patienten, die mit Bandscheibenvorfall kamen und sich die Operation ersparten. Doch Dorn ward nicht müde, darauf zu verweisen, dass dies keineswegs immer der Fall sein muss.
Zu den Grundsätzen der Dorn-Methode gehört, dass man grundsätzlich nicht – wie z.B. in der Chiropraxis üblich – über die Schmerzgrenze hinausgeht. Der Patient muss sich darauf verlassen können, dass der Therapeut stets an seinem Wohlergehen interessiert ist und nichts gegen seinen Willen tut.

Nach den ersten vier, jeweils in zweijährigem Abstand stattfindenden Dorn-Kongressen in Memmingen findet der 5. Deutsche Wirbelsäulenkongress der Dorn-Therapie 2005 unter dem Motto „Die Dorn-Therapie dient der Gesundheit“ am 29./30.Oktober 2005 von 9 bis 19 Uhr im Congress-Centrum Würzburg statt. 20 Vorträge, 16 Workshops, ganztägig Demonstrationen der Dorn-Methode und eine umfangreiche Ausstellung „Gesunder Rücken“ sind geboten für 20 Euro Tageskarte bzw. 30 Euro für 2 Tage. Info + Programm sind unter www.dorn-kongress.de im Internet zu finden bzw. werden zugesandt (Tel. 03681-303413).

Literatur:
Neffe, Franz-Josef: Sanfte Hilfe für den Rücken. Dorn-Therapie – Hilfe und Selbsthilfe für alle, 5. Aufl., 10 Euro + 3. Selbsthilfe-Kalender der Dorn-Therapie 2005, 6 Euro.

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Copyright 2000 – 2007 Dieter Schmitt

 

Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.