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Dorn-Methode

Die Dorn-Methode
– feine Selbsthilfe über den Rücken fürs Gesundwerden

Von Franz-Josef Neffe

 

Der Ursprung der Dorn-Methode, die buchstäblich der Natur abgeschaut bzw. abgetastet ist, wurde genau nachrecherchiert: „Der alte Bauer, der Dieter Dorn behandelte, war Josef Müller, ein beliebter Kommunalpolitiker, geb. 1903, kinderlos gestorben am 2.12.1981. Er war verheiratet mit der Schwester von Dorns Vater, somit war er Dorns Onkel. Da nach Dorns Aussage dessen Todesdatum acht Wochen nach der beschriebenen Behandlung war, müsste sich Dorns denkwürdiger Hexenschuss im Oktober 1981 zugetragen haben. Dorn, geb. 1938, war also 43 Jahre alt.“

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Danach fing Dorn selbst einfühlsam zu probieren an, was möglich ist, und das ist der rote Faden dieser FÜHL-Methode geblieben: „Tue nur, was du fühlst!“ Als die Methode in den letzten 15 Jahren durch die Medien schnell populär wurde, machte sich so mancher im Hauruckverfahren zum Dorn-Behandler; darunter litt natürlich der Ruf der Methode. Doch bei Dorn redet man ja aus gutem Grund nicht fachchinesisch, sondern man spricht Umgangsdeutsch, damit die Betroffenen endlich auch einmal mitreden können, und das sollen sie dann auch tun und ihre Selbstverantwortung wahrnehmen. Die Anwender und Lehrer der Dorn-Methode wollen keine unmündigen Patienten, die alles mit sich machen lassen; sie sehen sich als Partner und Helfer und erarbeiten in feiner Abstimmung mit dem Betroffenen seine Lösung. Die Dorn-Methode soll ein Dienst an der Gesundheit sein. „Dienen ist wichtiger als Verdienen“, sagt Dorn und wenn sich jemand nicht an diese Grundregeln hält, dann sucht man sich besser einen anderen Dorn-Therapeuten. Die Dorn-Methode wird von Dorn ohnedies nicht (mehr) als Therapie gesehen, sondern als Hilfe zur Selbsthilfe. Während er vor zehn Jahren noch einfach aus dem Alltag heraus die Entwicklung seiner Methode beschrieb, ist er inzwischen auf Distanz gegangen und sieht aus den übergeordneten Zusammenhängen die Lösung des Problems darin, dass der Betroffene seine Wahrnehmung verbessert und mit einem auf eine gesunde Entwicklung ausgerichteten Selbstbild alte Fehler vermeidet, sich selbst (ggf. mit etwas Hilfe) korrigiert und seine gute Entwicklung mit Selbsthilfe-Übungen pflegt. „Eine sorgfältige Beratung und das Zeigen der Selbsthilfe-Übung sind wichtiger als jede Behandlung“, das hat Dorn schon seit Jahren betont.

Die Selbsthilfe-Übungen sind einfach und helfen meist gerade da, wo die meisten betroffen sind und es am schmerzhaftesten ist. Zum Beispiel der Ischias-Schmerz. Manchmal sind da nur Becken und Kreuzbein verdreht. Das kann man fühlen und sehen lernen, und zur Korrektur genügt es oft, sich mit der schmerzenden Körperseite in den Türrahmen zu lehnen und mit dem anderen Bein ein paarmal nach hinten zu pendeln. Spürt man Erleichterung, so setzt man die Übung fort, bis man schmerzfrei ist.

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Eine weitere, höchst effektive Übung ist es, etwas in die Knie zu gehen, sich an die Türkante zu lehnen, den Buckel ganz rund zu machen und ihn immer wieder (mal links, mal rechts neben der Wirbelsäule) rauf und runter abzurollen. Das massiert die Haltemuskeln locker, wirkt durch den Druck auf evtl. fehl stehende Querfortsätze der Wirbel. Die Selbstmassage löst Verspannungen und Schlacken, stimuliert Nerven und Energiebahnen (Meridiane); wenn man keinen Muskelkater bekommen will, fördert man die Ausscheidung der gelösten Ablagerungen, indem man genug von dem Transportmittel Wasser zu sich nimmt. Wenn der Wirbel korrigiert ist, somit der Nerv nicht mehr blockiert, dann funktioniert auch die Steuerung der Organe und Körperpartien über die Nerven wieder. Es geht also um viel, viel mehr als nur Rückenschmerzen und deren Ursache zum Verschwinden zu bringen. Die Dorn´sche Selbsthilfe-Methode sieht den Menschen nicht als missglücktes Ausschussmodell der Schöpfung, das erst durch möglichst viele künstliche Ersatzteile zu einem beliebig funktionierenden Vorführpüppchen der Spezies Mensch umgebaut werden muss. Die Methode Dorn ist ein respektvoller Dienst an einer Schöpfung, die einem für den Dienst das Verstehenlernen ermöglicht und das Staunen lehrt. Es ist also nur konsequent, wenn das Organisationsteam die Chance ergriffen hat, am ersten Kongressabend einen ökumenischen Gottesdienst mit dem evangelischen Pastor Jürgen Fliege und dem katholischen Motorradpfarrer aus Schweinfurt Roland Breitenbach anzubieten.

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Noch eine dritte Übung, die fast jeder braucht. Die meisten Leute haben ein „längeres“ Bein. Das ist natürlich nicht wirklich länger, sondern erscheint nur länger, weil die Beingelenke in einer Fehlstellung sind. Wird diese Fehlstellung durch einen einfachen Griff korrigiert, sind die Beine gleich lang. Am meisten betroffen von so einer Fehlstellung ist das Hüftgelenk, und die Übung dafür ist kinderleicht: Längeres Bein (liegend oder stehend) anwinkeln, mit der Hand außen an der Pofalte einhaken und leicht herziehen, während das Bein ganz neben das andere abgelegt bzw. abgestellt wird; erst loslassen, wenn das Bein wirklich ganz neben das andere abgestellt bzw. abgelegt ist! Vorher und nachher wird die Beinlänge geprüft, dann sieht man den Unterschied bzw. seinen Ausgleich nach der Übung. Wenn man einen Partner hat, liegt man auf dem Rücken und der drückt beide Beine an und schaut auf die Absätze, ob sie auf gleicher Höhe stehen. Will man das Hüftgelenk allein prüfen, kann man sich mit dem Becken ganz hinten an die Stuhllehne setzen und die Beine genau nebeneinander stellen. Befindet sich ein Hüftgelenk in Fehlstellung, dann ragt das betreffende Knie weiter vor. Nach dem beschriebenen Hebelgriff stehen die Knie parallel. Und wenn die Beine gleich lang sind und die Statik stimmt, dann wirft auch nicht mehr jeder Schritt die Wirbelsäule aus der Balance, und viele Probleme lösen sich auf bzw. entstehen nicht mehr. So einfach, umfassend und tief greifend hilft die Dorn-Methode.

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Mit Bettnässern hat Dorn „reihenweise Erfolge“. „Kinder, die vom Sport befreit sind, bringe ich wieder zum Sport zurück“, daran ist dem ehemaligen Skispringer gelegen. Aber trotzdem vergisst er nicht, auf die ungünstige Wirkung von Dehnung während der Heilungszeit hinzuweisen. Bei Morbus Bechterew, Scheuermann, Schiefhals und geistiger Behinderung hat er ganz wenig Erfolge, wiewohl es körperlich kein Problem wäre, hier zu helfen. Die schönsten Erfolge ergeben sich regelmäßig bei Menschen mit schwerer Skoliose, auch wenn die Wirbelsäule schon vollkommen gebeugt ist. Ich habe selbst einige solche Behandlungen gesehen. Es dauert zwar drei bis fünf Jahre, bis diese Patienten wieder gerade sind, aber es geht gut, weil sie gut und interessiert mitmachen. Unter 15 Jahren sind Kinder meist noch zu verspielt, um systematisch an ihrer Heilung zu arbeiten, dazu muss der Patient nämlich täglich zwei- bis dreimal seine Übungen an der Türkante machen. Die Skoliose ist ja ein seitliches Ausweichen des Körpers und Dorn hat erkannt, dass dem körperlichen Ausweichen seelisch-geistige Ausweichungen vorausgehen, z.B. wenn einem jüngere Geschwister vor die Nase gesetzt werden.

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Am 8. September 2007 wurde in Schweinfurt der „Forschungskreis der Dorn-Methode“ gegründet. Da sind hochinteressante Fragen, denen es nachzugehen gilt. Der Orthopäde aus Hamburg, Dr. Markus Hansen, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Er führte früher eine klassische schulmedizinische Praxis und brauchte täglich 60 Spritzen für seine Patienten. Ein Wochenendseminar vor 7 Jahren bei Dieter Dorn veränderte von heute auf morgen sein Leben. „Seit diesem Tag brauche ich im Monat keine 60 Spritzen mehr für alle meine Patienten“, sagt er. Da studiert man sechs Jahre Medizin, dann folgen sechs Jahre praktische Ausbildung, wochenlange Fortbildungen in verschiedensten Methoden, doch die Ergebnisse sind nicht zufrieden stellend. Dann machst du ein Wochenendseminar beim Bauern Dorn (der macht inzwischen keine Seminare mehr), wo du als Schulmediziner an dich halten musst, nicht dauernd lautstark zu protestieren bei dem, was du da hörst, und dann erreichst du auf einmal Ergebnisse, die du zuvor nur als unmöglich gekannt hast. Was ist das für ein Phänomen? Was steckt dahinter? Wirkliche Wissenschaft bläst sich nicht auf und wischt das beiseite, was ihr nicht in den Kram passt. Wirkliche Wissenschaft nimmt sich selbst zurück und untersucht gründlich und möglichst unvoreingenommen. Wirkliche Wissenschaft ist nicht herrschende Wissenschaft, sondern dienende Wissenschaft. Dieter Dorn hat von Anfang an immer betont, dass es die Aufgabe der Dorn-Methode ist, zu dienen. Wenn man die tief greifenden Erfolge der Dorn-Methode verstehen und selbst erreichen will, muss man dienen lernen. Wo immer die Methode Dorn gelegentlich „von oben herab“ kritisiert wird, ist das „von oben herab“ das Problem, das gelöst werden sollte, indem man sich davon löst. Als Dr. Hansen die Dorn-Methode auf einem Ärztekongress vorstellte, meinte der moderierende Professor zum Schluss: „Mal sehen, ob es die Dorn-Methode in zwei Jahren noch gibt.“ Man könnte natürlich kontern: „Mal sehen, ob es den Herrn Professor in zwei Jahren noch gibt.“

 

 

 

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Copyright Dieter Schmitt

 

Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.