zurück

Gesundheit

 

Hüftfehlstellungen

Ursachen, Auswirkungen, und einfache Behebung durch die Dorn-Methode

 

Wie kommt es zur erworbenen Beinlängendifferenz?
Sie ist ein Ergebnis unserer „zivilisierten“ Lebensweise: Wir sitzen oft stundenlang in unseren Autos und am Arbeitsplatz, außerdem schlagen wir beim Sitzen gerne unsere Beine übereinander – eine Angewohnheit, die beispielsweise Naturvölkern vollkommen abgeht.

Doch schon bei den Kleinsten beginnen die Zivilisationsprobleme. Eigentlich können wir froh sein, dass unsere Kinder nach der Geburt so optimal versorgt werden, wenn da nicht der „Collis-Test“ wäre …

Der Collis-Test
(vertikale Hängereaktion)

Der Collis-Test ist ein neurologischer Test bei Kleinkindern zwischen dem 1. und 7. Lebensmonat. Das Baby wird im Wechsel an einem(!) Bein hochgehalten, um die muskuläre Reizantwort zu prüfen. Durch das Gewicht des Kindes kann jedoch dabei das Gelenk aus seiner Pfanne rutschen, da die Muskulatur des Babys noch zu schwach ist, um das Hüftgelenk optimal zu stabilisieren. So können Verschiebungen bis zu 5 mm entstehen, was bei einem Baby viel ist und im Laufe des Wachstumsprozesses zu Problemen führen kann. Ein Millimeter bei einem Kleinkind kann bei einem Erwachsenen schon mehr als einen Zentimeter bedeuten. Zwar wird der Test normalerweise beidseitig durchgeführt, doch es ist nichts dabei gewonnen, wenn beide Gelenke aus der Pfanne rutschen. Bei herausgerutschten Hüftgelenken (Hüftluxation) wird Kleinkindern oft eine Spreizhose verschrieben. Wie viele dieser Spreizhosen könnte man Kleinkindern ersparen, wenn auf Alternativen zum Collis-Test zurückgegriffen würde!

Ein Beispiel aus der Praxis:
Eine Mutter kam mit ihrem fünfjährigen Sohn zu mir in die Praxis. Der Junge klagte seit über einem Jahr über ständig stärker werdende Schmerzen im rechten Hüftgelenk. Ich konnte eine Beinlängendifferenz von 1,5 cm feststellen. Die Befragung der Mutter ergab, dass das Kind weder einen Unfall noch einen Sturz hinter sich hatte. Auf die Frage, ob der Collis-Test durchgeführt worden sei, konnte sich die Mutter daran erinnern. Der Test war nur an einem Bein durchgeführt worden und außerdem hing das Kind ca. 20 Sekunden kopfüber nach unten, weil sich der Reflex verzögerte.
Der Junge wurde nach Dorn behandelt, und ich zeigte ihm die Selbsthilfeübung zur Hüftkorrektur. Nachdem er zwei Wochen lang die Übung durchgeführt hatte, waren seine Schmerzen verschwunden; die Beine waren gleichlang geblieben und die sich abzeichnende Wirbelsäulenverkrümmung durch die Fehlstatik war verschwunden.
Untersuchungen in Kindergärten haben gezeigt, dass schon viele Kindergartenkinder mit unerkannten Beinlängendifferenzen durchs Leben gehen bzw. in diesem Alter eher hüpfen und springen. Würde hier das Hochhalten der Babys an einem Bein unterbleiben, dann wäre schon eine mögliche Ursache späterer Beschwerden beseitigt.

Das Übereinanderschlagen der Beine

Hier gibt es eine Wechselwirkung. Wir schlagen unbewusst die Beine übereinander, da wir unterschiedliche Beinlängen haben, und entlasten dadurch die Hüftgelenke. Jedoch werden dabei die Beinlängenunterschiede verstärkt, ohne dass sie sich wieder von alleine in ihre anatomisch korrekte Stellung zurückversetzen. Der Oberschenkelknochen rutscht durch die Hebelwirkung und durch kleine Vibrationen weiter aus dem Gelenk heraus. Beim Aufstehen verhindert das Anspannen der Muskulatur das Zurückgleiten des Knochens in das Gelenk und somit in den normalen Zustand. Das Bein bleibt sozusagen „länger“. Das wiederum führt dazu, dass wir die Beine übereinander schlagen, weil dadurch die Hüfte entlastet wird, wo-durch wiederum der Knochen aus der Gelenkpfanne rutscht – ein Teufelskreis. Als Folge gibt der Oberschenkelschaft beim Laufen durch den vergrößerten Gelenkspalt Mikroschläge an das Hüftgelenk ab. Hierdurch können Entzündungen entstehen und in der Folge eine unbewusste Schonhaltung. Außerdem wird die Venenpumpe durch das Übereinanderschlagen der Beine behindert und so die Krampfaderbildung gefördert. Zudem werden Akupunkturmeridiane gequetscht, was zu einem verminderten oder ungleichmäßigen Energiedurchfluss führt.

Warum sind gleich lange Beine so wichtig?

„Ungleich“ lange Beine können zu einer Instabilität im unteren Sprunggelenk führen. Durch die Fehlbelastung kommt es beim Laufen häufig am „kürzeren“ Bein zum Einknicken des Fußes. Dem „kürzeren“ Bein fehlt die Stabilität von der Basis her und somit der Bodenkontakt. Über das obere Sprunggelenk kann man nicht mehr richtig abrollen. Während man mit der „langen“ Seite „aufstampft“, belastet man mit der „kurzen“ Seite die Ferse zu stark. Die Folge ist häufig ein Fersensporn durch Überbelastung.
Zudem gibt es noch so genannte propriozeptive Nervenverbindungsbahnen, die vom Fuß ausgehen. Diese sind für die Wahrnehmung der Gelenkstellung im Raum zuständig. Bei einer Fehlbelastung der Füße werden darüber verfälschte Impulse ans Gehirn gesendet, was sich in einer gewissen Gangunsicherheit bemerkbar macht. Nach dem Beinlängenausgleich ist dann eine Stabilisierung beim Abrollen zu erkennen.
Auch Kiefergelenksprobleme können von einer durch unterschiedliche Beinlängen ausgelösten Fehlstatik herrühren. Das ist den Kieferchirurgen zwar bekannt, doch fehlt ihnen häufig das Wissen, wie man hier einfach Abhilfe schaffen kann. Es gibt allerdings inzwischen einige Kieferspezialisten, die Patienten vor einer notwendig gewordenen Operation – wie etwa bei irreparablen Abnutzungserscheinungen – zum Richten der Beinlängendifferenz in eine Dorn-Praxis überweisen!
Doch der wohl wichtigste Faktor ist die ungleichmäßige Durchblutung und Versorgung der beiden Gehirnhälften durch die Beinlängendifferenz. Zum einen enthält das Gehirn durch die Fehlbelastung bzw. unterschiedliche Belastung der Füße und die sich daraus entwickelnden Wirbelsäulenverschiebungen Fehlinformationen. Zum anderen erfolgt eine Fehlversorgung der beiden Gehirnhälften über die Zwischenwirbellocharterie des ersten Halswirbels (Arteria vertebralis). Das kann bei Kindern mit einer rechtsseitigen Beeinträchtigung eine eventuelle Hyperaktivität noch verschlimmern und bei linksseitigen Beeinträchtigungen zu Konzentrationsschwächen führen. Auch hier wird häufig beobachtet, dass das Richten der Beinlängen und des ersten Halswirbels diese Symptome zum Abklingen bringt.

Warum erfolgt bei Dorn die
Behandlung von der Mitte her?

Grundsätzlich sollte jeder in seiner Mitte ruhen. Wenn dies nicht der Fall ist, weil z.B. das Becken verschoben ist, müssen die Wirbelsäule und die Gelenke unterhalb der Hüfte Beinlängendifferenzen ausgleichen. Dadurch können sich einzelne Wirbel verschieben, die dann wiederum auf Nerven drücken. Es können z.B. Schmerzen in den Kniegelenken entstehen. Die Wirbelsäule umhüllt den Rückenmarkskanal, der die Versorgung des Gehirns sicherstellt. Nervenwurzeln zwischen den Wirbeln sind gleichsam als Schaltstellen für die nervöse Versorgung der Organe zuständig. Wirbelfehlstellungen führen deshalb zur Fehlinformation der Organe; das Zellgedächtnis des Zellgewebes verändert sich. Außerdem behindern Blockaden den Energiefluss.

Was passiert nun funktionell bei der Übung zum Ausgleich der Beinlängen?

Die Muskulatur wird durch das Anspannen der Streckermuskulatur und das Entspannen der Beinbeugemuskulatur und der daraus resultierenden Entlastung sozusagen überlistet. Beim Ausatmen wird das Hüftgelenk durch den Zug am Oberschenkel über die lockere Muskulatur zusammengeschoben und die Ge-lenkkapsel in die richtige Position gebracht.
Gerade die Übung zum Beckenschiefstand sollte man öfter wiederholen, damit die Anpassung der Muskel- und Bandstrukturen aktiviert wird. Es findet so eine schnellere „Umprogrammierung“ des Zellgedächtnisses statt. Häufiges Wiederholen ist möglich, da das Gelenk durch diese Übung nicht ausleiern kann. Im Gegenteil, die Kapsel wird, wie oben erwähnt, in die richtige Position gebracht, und es findet ein Ausgleich der Muskelzüge statt.

 

Die bekannte Selbsthilfeübung zur Hüftkorrektur: Anfangsstellung

Endstellung

 


Der Autor:

Gamal Raslan
Grund- und -Aufbaukurse zur Dornmethode, Energiearbeitskurse und Schröpfkoffer
Joh.-G.-Gademannstr. 4
97424 Schweinfurt
Tel. 097 21/78 22 50
www.gamalraslan.de
E-Mail: kontakt@gamalraslan.de


Quellenangabe:
Gamal Raslan: Der Sanfte Weg zur Mitte: Die Dorn-Methode, Aurum in J. Kamphausen, ISBN 3-89901-018-3

 

Dieser Artikel ist durch das deutsche Urheberrecht
und internationale Verträge geschützt.
Alle Rechte vorbehalten. All rights reserved.
Copyright 2000 – 2007 Dieter Schmitt

 

 

Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.