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Gesundheit
Hüftfehlstellungen
Wie kommt es zur erworbenen Beinlängendifferenz?
Doch schon bei den Kleinsten beginnen die Zivilisationsprobleme. Eigentlich können wir froh sein, dass unsere Kinder nach der Geburt so optimal versorgt werden, wenn da nicht der „Collis-Test“ wäre … Der Collis-Test
(vertikale Hängereaktion) Der Collis-Test ist ein neurologischer Test bei Kleinkindern zwischen dem 1. und 7. Lebensmonat. Das Baby wird im Wechsel an einem(!) Bein hochgehalten, um die muskuläre Reizantwort zu prüfen. Durch das Gewicht des Kindes kann jedoch dabei das Gelenk aus seiner Pfanne rutschen, da die Muskulatur des Babys noch zu schwach ist, um das Hüftgelenk optimal zu stabilisieren. So können Verschiebungen bis zu 5 mm entstehen, was bei einem Baby viel ist und im Laufe des Wachstumsprozesses zu Problemen führen kann. Ein Millimeter bei einem Kleinkind kann bei einem Erwachsenen schon mehr als einen Zentimeter bedeuten. Zwar wird der Test normalerweise beidseitig durchgeführt, doch es ist nichts dabei gewonnen, wenn beide Gelenke aus der Pfanne rutschen. Bei herausgerutschten Hüftgelenken (Hüftluxation) wird Kleinkindern oft eine Spreizhose verschrieben. Wie viele dieser Spreizhosen könnte man Kleinkindern ersparen, wenn auf Alternativen zum Collis-Test zurückgegriffen würde!
Ein Beispiel aus der
Praxis: Das Übereinanderschlagen der Beine Hier gibt es eine Wechselwirkung. Wir schlagen unbewusst die Beine übereinander, da wir unterschiedliche Beinlängen haben, und entlasten dadurch die Hüftgelenke. Jedoch werden dabei die Beinlängenunterschiede verstärkt, ohne dass sie sich wieder von alleine in ihre anatomisch korrekte Stellung zurückversetzen. Der Oberschenkelknochen rutscht durch die Hebelwirkung und durch kleine Vibrationen weiter aus dem Gelenk heraus. Beim Aufstehen verhindert das Anspannen der Muskulatur das Zurückgleiten des Knochens in das Gelenk und somit in den normalen Zustand. Das Bein bleibt sozusagen „länger“. Das wiederum führt dazu, dass wir die Beine übereinander schlagen, weil dadurch die Hüfte entlastet wird, wo-durch wiederum der Knochen aus der Gelenkpfanne rutscht – ein Teufelskreis. Als Folge gibt der Oberschenkelschaft beim Laufen durch den vergrößerten Gelenkspalt Mikroschläge an das Hüftgelenk ab. Hierdurch können Entzündungen entstehen und in der Folge eine unbewusste Schonhaltung. Außerdem wird die Venenpumpe durch das Übereinanderschlagen der Beine behindert und so die Krampfaderbildung gefördert. Zudem werden Akupunkturmeridiane gequetscht, was zu einem verminderten oder ungleichmäßigen Energiedurchfluss führt.
Warum sind gleich lange Beine so wichtig? „Ungleich“ lange Beine
können zu einer Instabilität im unteren Sprunggelenk
führen. Durch die Fehlbelastung kommt es beim Laufen häufig
am „kürzeren“ Bein zum Einknicken des Fußes.
Dem „kürzeren“ Bein fehlt die Stabilität
von der Basis her und somit der Bodenkontakt. Über das obere
Sprunggelenk kann man nicht mehr richtig abrollen. Während
man mit der „langen“ Seite „aufstampft“,
belastet man mit der „kurzen“ Seite die Ferse zu stark.
Die Folge ist häufig ein Fersensporn durch Überbelastung. Warum erfolgt bei Dorn die Grundsätzlich sollte jeder in seiner Mitte ruhen. Wenn dies nicht der Fall ist, weil z.B. das Becken verschoben ist, müssen die Wirbelsäule und die Gelenke unterhalb der Hüfte Beinlängendifferenzen ausgleichen. Dadurch können sich einzelne Wirbel verschieben, die dann wiederum auf Nerven drücken. Es können z.B. Schmerzen in den Kniegelenken entstehen. Die Wirbelsäule umhüllt den Rückenmarkskanal, der die Versorgung des Gehirns sicherstellt. Nervenwurzeln zwischen den Wirbeln sind gleichsam als Schaltstellen für die nervöse Versorgung der Organe zuständig. Wirbelfehlstellungen führen deshalb zur Fehlinformation der Organe; das Zellgedächtnis des Zellgewebes verändert sich. Außerdem behindern Blockaden den Energiefluss. Was passiert nun funktionell bei der Übung zum Ausgleich der Beinlängen? Die Muskulatur wird durch das Anspannen
der Streckermuskulatur und das Entspannen der Beinbeugemuskulatur
und der daraus resultierenden Entlastung sozusagen überlistet.
Beim Ausatmen wird das Hüftgelenk durch den Zug am Oberschenkel
über die lockere Muskulatur zusammengeschoben und die Ge-lenkkapsel
in die richtige Position gebracht.
Gamal Raslan
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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |