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Was ist Feldenkrais?

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Gibt es eine Methode, sein körperliches, seelisches, geistiges Befinden und Verhalten ohne Anstrengung, allein durch Aufmerksamkeit, zu verändern? Und zwar auf Dauer, und dies auch noch in hohem Alter? Wie gesagt: durch Aufmerksamkeit; und freilich auch durch ein wenig Geduld mit sich, mit seinem Körper und dessen eingewöhnten Neigungen, sich unbeholfen, sich verkehrt zu benehmen. Wie verwandelt man sich durch Lernen, durch Umlernen, nachholend, doch niemals zu spät, in einen für sich selber wie für andere erfreulichen Zeitgenossen, mit dem Begleiteffekt, dadurch vielleicht auf bescheidene, unansehnliche Weise zur Verbesserung der Verhältnisse beizutragen? Ja, es gibt sie diese Methode.

So beginnt ein Artikel von Dr. Friedhelm Kemp (Professor für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft) in der Neuen Züricher Zeitung über die Feldenkrais-Methode, wie ich finde mit gelungenen Fragen und Anregungen.

Die Feldenkrais-Methode® wurde von Dr. Moshe Feldenkrais (1904 –1984) entwickelt. Der Doktor der Physik entdeckte in Zusammenarbeit mit bekannten Wissenschaftlern unterschiedlicher Gebiete revolutionäre Zusammenhänge zwischen physikalischen Gesetzen, neurologischen Abläufen und dem menschlichen Verhalten. Er entwickelte zwei Formen zu erhöhter Körperwahrnehmung:

Bewusstheit durch Bewegung® (Gruppenunterricht) – diese Form wird verbal und in Gruppen unterrichtet. Oftmals liegend, aber auch in anderen Positionen (sitzend, stehend) gibt der Lehrer durch Anweisung Bewegungsfolgen vor. Diese orientieren sich an der menschlichen Bewegungsentwicklung, sowie an alltäglichen Funktionen (Drehen, Gehen, Heben, Sitzen). Der Lehrer schafft für jeden Teilnehmer den Raum, über einfache Bewegungssequenzen eingefahrene Muster und Blockaden spürbar werden zu lassen und die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

Funktionale Integration® (Einzelunterricht) – diese Form wird durch Einzelarbeit über Berührung vermittelt. Der Schüler wird durch die Hand des Lehrers bewegt. Der Schüler bringt seine ganz individuellen Bedürfnisse ein, auf die der Lehrer während der Stunde eingehen kann. Die Stunde ist ein Dialog zwischen Lehrer und Schüler.

Warum Bewusstheit durch Bewegung?

Diese Frage zieht eine neue Frage nach sich. Ist der Körper Bewegung, bin ich mein Körper? Sind mein Körper und ich selbst ein Ganzes, unabdingbar miteinander verflochten? Durch viele Bewegungen und bewusst gesetzte Impulse zum Nachspüren können wir die Erfahrung machen, wie unser Selbstbild mit unserer äußeren Haltung (Körperbild) zusammenhängt. So gibt die Feldenkrais-Methode® den Lernraum, sich näher zu kommen, denn der Körper gibt unverfälscht Rückmeldung über meine Haltung zu mir selbst und zum Leben, da in ihm alle unsere Gefühle, Gedanken und Erfahrungen gespeichert sind. Uns zu spüren, anzunehmen was ist, ohne Wertung und ständige Korrektur, gibt uns neuen Raum, der verdeutlicht dass sich in jedem Augenblick Dinge in, an und um uns verändern können.

Was heißt hier Lernen und Lernraum?

Leider ist für uns das Wort Lernen allzu oft besetzt mit sturem Pauken vor Büchern. Erfahrungen, die andere fasziniert haben, sollen wir einfach auswendig lernen und wiedergeben. Aber Moshe Feldenkrais ging von einer anderen Art Lernen aus: vom organischen Lernen. Ein Interesse, wie wir es alle als kleine Kinder hatten – zu entdecken wie man selbst und die Welt um uns funktioniert. Oft wird unser Interesse an uns selbst erst geweckt, wenn wir nicht mehr einfach so funktionieren, eingeschränkt sind durch Unfall oder Schmerzen. Dann spürt man das erste Mal, wie kompliziert es ist, aufzustehen, sich zu setzen, zu husten usw. Danach folgt Interesse über Zusammenhänge im Körper und die Frage: wie mache ich das überhaupt? Das sind wunderbare Fragen, egal wodurch wir darauf stoßen. So war es auch bei Moshe Feldenkrais, der durch eine sehr schwere Knieverletzung begann mit seinen Bewegungen zu experimentieren. Er entwickelte also aus eigenem Interesse seine Methode.

Täglich ausreichend Bewegung hat viele Vorteile.

Weshalb Bewegung wichtig ist, lesen Sie im
"Wasser-Praxisbuch"

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Warum spielt dabei Bewegung so eine große Rolle?

Bewegung formt schon im Mutterleib unsere Struktur, durch die wir fähig sind zu leben. Zum Beispiel: lutscht ein Kind im Mutterleib nicht schon seinen Daumen, bildet sich der Gaumenknochen nicht aus und seine Schulterblätter bleiben unbeweglich. Bewegung prägt unser Leben von Anfang an und führt uns zu Erfahrungen, die uns langsam zeigen, wie wir auf dieser Erde mit der Schwerkraft leben können. Übersprungene Erfahrungen hinterlassen Unsicherheiten, die einen Menschen begleiten. So muss oft mehr Kraft aufgewendet werden, um sich im Leben zurechtzufinden. Es fehlt Leichtigkeit und Wohlgefühl. Die Feldenkrais-Methode gibt jedem Menschen die Möglichkeit an den Erfahrungen und Entwicklungsschritten anzuknüpfen, die er braucht um sicherer und beweglicher zu werden. So kann man einen neuen sicheren "Standpunkt" auf seinen zwei Füßen erlangen und mehr Gespür für sich – seine Grenzen und die vielen ungeahnten Möglichkeiten.

Die Feldenkrais-Methode ist eine Einladung sich näher zu kommen, seine Möglichkeiten zu erweitern (oft Interesse von Tänzern, Musikern und Schauspielern), das eigene Potential zu entdecken und nicht mehr nur anderen ein Urteil über sich zu erlauben, sondern ein "Spürfachmann" für sich selbst zu werden.

Dazu lade ich Sie herzlich in meinen Kursen und in der Einzelarbeit ein!

Kontaktadresse:

Emily Hoffmann
97072 Würzburg
Telefon 09 31/353 98 19
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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.