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Functional Fitness –

Das BIOSPLINT-Konzept

 

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"Die Zähne zusammenbeißen" – Jeder kennt wohl diesen Spruch und hat ihn im übertragenen Sinne auch im täglichen Leben schon des öfteren anwenden müssen. Kaum einer jedoch ist sich über die Bedeutung dieses Satzes wirklich im Klaren. Die stabilisierende Wirkung, die das Zusammenbeissen der Zähne auf unsere übrige Körpermuskulatur hat, kann jeder nachvollziehen, der sich bewusst macht, dass z. B. beim Heben schwerer Lasten ganz automatisch "die Zähne zusammengebissen" werden um die nötige Kraft aufbringen zu können. Diese Stabilisierung kann aber nur dann funktionieren, wenn die Krafteinleitung auch über einen optimal positionierten Biss geschieht. Ist dies nicht der Fall, so kann ein Zusammenbeißen der Zähne auch einen durchaus ungünstigen Effekt auf die Statik des Halteapparates (vor allem der Wirbelsäule) haben.

Die Problemstellung

Funktions- und Haltungsstörungen im Bereich der Wirbelsäule, Schulter-Nacken-Probleme, Kiefergelenkknacken, Spannungskopfschmerz, Tinnitus usw. werden nach heute gängigen Therapieprinzipien als Einzelprobleme diagnostiziert und dementsprechend behandelt. Ein kombiniertes Auftreten mehrerer der genannten Probleme wird oftmals übersehen. Jedoch erst die Zusammenführung unterschiedlicher Therapierichtungen unter einem Gesamtkonzept und eine damit verbundene ganzkörperliche Sichtweise ermöglicht bei diesen Beschwerdebildern einen dauerhaften Behandlungserfolg.

Der Lösungsansatz – Der Mensch als Marionette

Ähnlich dem Modell einer Marionette, bei dem der Zug von oben an einem der Seile den Fuß am unteren Ende bewegt, bewirkt auch am menschlichen Körper die Veränderung der Spannung eines einzelnen Muskels eine Kettenreaktion, in deren Ablauf sich das Spannungsbild aller anderen Muskeln mit verändert.
Aufbauend auf dieser Idee ist es möglich, Fehlstellungen einzelner Gelenke und Muskeln über die Veränderung der Positionen anderer Gelenke zu beeinflussen. Das Kiefergelenk bietet sich hier als idealer Angriffspunkt an, da über die Veränderung der Verzahnung von Ober- und Unterkiefer die Gelenkposition exakt eingestellt werden kann. Das Kiefergelenk stellt somit nicht nur das an oberster Stelle liegende Gelenk des Körpers dar, sondern ist gleichzeitig auch am leichtesten und genauesten zu positionieren.
Diese Positionierung erfolgt mit Hilfe eines präzise angefertigten Funktionsaufbissbehelfes, der Einfluss auf Position, Muskeltonus und die mechanische Funktion nicht nur der Kiefergelenke selbst sondern speziell auch der Halswirbelsäule und im Sinne einer "Top-to-Bottom"-Regulierung damit auf die komplette Körperstatik nimmt. Die therapeutischen Möglichkeiten optimal gestalteter sog. Aufbissschienen beschränken sich also nicht auf die Beseitigung von Kiefergelenkstörungen. Auch Funktionsstörungen der Wirbelsäule sind positiv beeinflussbar.

Die Komponenten des BIOSPLINT-Konzeptes

Der BIOSPLINT

Beim BIOSPLINT handelt es sich um einen voll adjustierten Funktionsaufbissbehelf, modifiziert unter Berücksichtigung biomechanisch bedingter Dimensionsveränderungen für den Ober- oder Unterkiefer. Der BIOSPLINT stellt das zentrale Element zur Justierung der Bisslage und der Gelenkfunktion im Rahmen eines solchen Behandlungskonzeptes dar.

Der Funktions-Check-up

Im Rahmen einer initialen Komplettbefundung werden funktionelle Störfelder im Bereich des gesamten Bewegungsapparates ermittelt und in einem zeitlich genau festgelegten Behandlungsplan zur Therapie gestellt. Hypertone Muskeln werden entspannt, schwache Muskeln gezielt aufgebaut, Haltungsstörungen aufgedeckt. Ein Selbstübungsprogramm wird in Zusammenarbeit mit dem Patienten erstellt und dessen Umsetzung durch regelmäßige Nachsorge kontrolliert.

Die Einstellung der Bisslage

Durch ein standardisiertes physiotherapeutisches Behandlungsschema werden bisslagebeeinflussende Störimpulse, wie Halswirbelsäulen-Fehlposition, Beckenschiefstand, Beinlängendifferenz, Nackenverspannungen und ähnliche unmittelbar vor Festlegung der therapeutischen Bisslage korrigiert. Eine Fixierung vorhandener Funktionsstörungen in diesen Bereichen durch Eingliederung des Aufbissbehelfes wird hierdurch vermieden.

Die Entspannungstherapie

Neben den (zahn)ärztlichen Therapiemaßnahmen stellen Entspannungsübungen, die vom Patienten in Eigenleistung durchgeführt werden können, einen wesentlichen Bestandteil des BIOSPLINT-Konzeptes dar. Insbesonders die „Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen“ hat sich hier bewährt. Ein typischer Therapieablauf ist:

- Befundaufnahme und Beratung

- Funktions-Check-up

- Haltungs- und Bewegungsanalysen der Kiefergelenke und der Wirbelsäule- Anfertigung und Eingliederung der Aufbissschiene

- 6–10 Sitzungen Physiotherapie

- 8–10 Sitzungen Entspannungstherapie

- Übungsprogramm für Zuhause

- Nachsorge und Nachjustierung der Schiene in ca. 2-wöchigem Rhythmus

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Nähere Informationen beim Autor:

Dr. med. dent. Markus Kraus
Zahnarzt, Oralchirurgie & Funktionstherapie
Kister Str. 11a
97204 Höchberg
Telefon: 09 31/40 48 00 83
Internet: www.drkraus.de
E-Mail: kraus@drkraus.de

 

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Copyright Dieter Schmitt

 

Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.