In letzter Zeit wurden die Schüßler-Salze äußerst
populär. Viele Menschen, die sich der Naturheilkunde öffnen,
setzen sich mit dieser Therapieform auseinander.
Diese Gelegenheit sollte nicht verstreichen, ohne darauf aufmerksam
zu machen, dass es sich bei den Schüßler-Salzen ebenfalls
um homöopathische Arzneien handelt, die zwar vorrangig in der
niedrigen Potenz genutzt und deshalb schwerpunktmäßig
mit der körperlichen Ebene in Verbindung gebracht werden.
Da aber alle Stoffe, die existieren, einen
geistigen Hintergrund haben und auch alle Lebewesen geistige – aber verkörperte – Wesen
sind, ist es interessant zu betrachten, was eigentlich passiert,
wenn eine anscheinend stoffliche, biochemische Therapie eingesetzt
wird. Geist, Körper und Seele sind eine Einheit. Dies ist nicht
ein hübscher Spruch, sondern Realität. Folgen wir Albert
Einstein, der sagte: „Materie ist verdichtete Energie“,
dann ist die intensivste, hoch verdichtete Energie unser Körper,
dies aber nach der Formel der geistigen Ebene, die wir auch mit einer
mathematischen Formel vergleichen können.
Es ist allerdings wichtig psychische Symptome – auch als Gemütssymptome
bekannt – nicht mit geistigen Hintergründen oder gar mit
der geistigen Formel eines Lebewesens zu verwechseln. Gemütssymptome
sind einfache Symptome, wie körperliche auch. Hahnemann und
seine Schüler waren von den Gemütssymptomen vermutlich
so begeistert, weil sie sich unter diesen etwas vorstellenden konnten.
Heute nutzen wir die Möglichkeiten auch körperliche Symptome
zu deuten, die dann ebenso hilfreich für die Konflikterfassung
des Patienten werden, wie die Gemütssymptome.
Die gelegentlich formulierte kritische Aussage von Lesern, es ist
eben doch nicht alles psychisch, ist auf der Basis der Verwechselung
von geistig symbolischer Grundlage allen Lebens mit den psychischen
Hintergründen von krankmachenden Konflikten entstanden.
Im Folgenden sind die psychologischen
Bedeutungen der Arzneimittel im Sinne der Kreativen Homöopathie nach Antonie Peppler® vorgestellt.
Die typischen Anwendungsbereiche der Schüßler-Salze sind
als Symptome übersetzt, um damit die Wandlung, die auf der geistigen
Ebene ausgelöst wird, zu verdeutlichen.
1. Calcium fluoratum – „Sucht
Halt um jeden Preis“
| Gewebsverhärtungen |
sich gegen Verletzungen meinen abschotten
zu müssen, sich ein dickes Fell zulegen |
| Narben |
nicht bewältigte Verletzungen |
| Verhärtete Lymphknoten |
eine Abwehrsituation verkapselt,
in sich versteinert haben |
| Verhärtete, warzenähnliche
Hautstellen |
sich selbst verhärtet und zurückgenommen haben |
| Krampfadern |
hält sich krampfhaft im Leben
zurück, Sicherheit ist wichtiger als die eigenen Potentiale
leben zu können |
| Hämorrhoiden |
hält krampfhaft seine Kritik
zurück |
| Leistenbruch |
traut sich nicht den eigenen Weg
zu gehen |
| Nabelbruch |
die innere Sicherheit ist aufgrund
Verletzung verloren gegangen |
| Bänderschwäche |
geschwächte Eigendynamik |
| Gedehnte Bänder (Schlottergelenke) |
Folgen zu starker Anpassung an andere
(vermutlich schon als Generationsproblem) |
| Hornhaut |
sich abschotten, sich absichern wollen,
damit der Kontakt nicht zu gefährlich wird |
| Schrunden, rissige Haut |
in sich zerrissen sein, ob die eigene
Entscheidung richtig ist oder die vorgegebene |
| Schuppen |
Unsicherheit in der eigenen Denk-
und Handlungsweise |
| Nagelverwachsungen |
Abwehrreaktionen anstelle gegen andere
gegen sich selbst richten |
Die Behandlung mit Calcium fluoratum bewirkt
eine Loslösung
von Persönlichkeiten in der Umgebung oder aus der Kindheit,
von denen sich der Patient Hilfe und Sicherheit versprochen hat.
Diese ist aber vermutlich nie gekommen. Für die vermeintliche
Unterstützung und den Halt hat die Persönlichkeit sich
selbst verbogen und beginnt nun zu sich zurückzufinden.
2. Calcium phosphoricum – „Zeigt sich klein und hilflos
um der Unterstützung willen“
| Muskelkrämpfe (Waden) |
laufen wollen, es aber nicht tun |
| Muskelspannungen bei hohem Muskeltonus |
dringend handeln wollen, es aber
nicht tun |
| Spannungskopfschmerz |
sich heftig, aber erfolglos um eine
gedankliche Lösung der Konflikte bemühen |
| Bellender Husten |
dringend Anerkennung der eigenen
Persönlichkeit einfordern |
| Knochenbrüche |
lieber die eigene Struktur opfern,
als auf Sicherheit verzichten |
| Schmerzhafte alte Knochenverletzungen |
hat die eigene Struktur geopfert,
ohne den entsprechenden Gegenwert an Sicherheit und Schutz
bekommen zu haben und ist wütend und verletzt darüber |
| Wachstumsschmerzen in den Gelenken |
Der eigene Entwicklungsprozess macht
die schwierige Vereinbarkeit mit anderen Personen in der Umgebung
deutlich. |
Die Behandlung mit Calcium phosphoricum
bewirkt, dass sich die Persönlichkeit
aus taktischen Gründen nicht mehr klein macht. Damit wird die
eigene Struktur und Individualität gestärkt.
3. Ferrum phosphoricum – „Fortwährender
Lebenskampf wiederholt sich in gleicher Weise“
| Bluterguss, leichte Verletzung |
im ständigen Lebenskampf geht
die Freude verloren |
| Schmerzhafte Wunden, Prellungen,
Zerrungen |
es ist schmerzhaft immer gegen andere
kämpfen zu müssen |
| Pulsierende Entzündungen |
immer wiederkehrender, aufflammender
Zorn |
| Rötung |
Zorn, Wut |
| Gelenksentzündungen |
Zorn über unharmonische Beziehungen zu anderen |
| Sonnenbrand |
Erkenntnisprozesse machen eine Veränderung
notwendig, die aber vermieden wird |
| Verbrennungen |
Transformationen sind notwendig werden
aber vermieden |
Die Behandlung mit .Ferrum phosphoricum
bewirkt, dass der grundsätzliche
Glaubenssatz der Persönlichkeit „das Leben ist ein Kampf“ unbewusst
in Frage gestellt wird. Damit gewinnt das Leben mehr an Gelassenheit
und Freude. Alte Verletzungen sind damit weniger tragisch, weil zwangsweise
neue nicht mehr erwartete werden.
4. Kalium chloratum – „Grundsätzlicher Verzicht
auf die eigenen Bedürfnisse“
| Husten mit Fäden ziehendem Auswurf |
Anerkennung soll durch überfreundliche
Anpassung erwirkt werden |
| Grießkörnchen |
dringend handeln wollen, es aber
nicht tun |
| Besenreiser |
Unsicherheit und Missachtungsgefühle
verderben die Lebensfreude |
| Krampfadern |
hält sich krampfhaft im Leben
zurück, Sicherheit ist wichtiger als die eigenen Potentiale
leben zu können |
| Weiche Drüsenschwellungen |
Stauung der Lebensdynamik auf Grund
von fehlender Selbstachtung |
| Verklebungen von frisch verheilten
Wunden |
Verletzungen sollen verdeckt, nicht
wahrgenommen werde |
Die Behandlung mit Kalium chloratum bewirkt,
dass eigene Bedürfnisse überhaupt
in Betracht gezogen werden. Die generelle Verbindlichkeit anderen
gegenüber, die auf Grund fehlender Selbstachtung entstanden
ist, geht verloren.
5. Kalium phosphoricum – „Alles an sich reißen
um anderen etwas zu bieten“
| Schlecht heilende Wunden |
Verletzungen nicht verwinden können |
| Übelriechende Wundgeschwüre |
chronische Wut über Verletzungen |
| Nekrotische Wundränder |
Verbitterung und Hass wegen Verletzungen |
| Dekubitus |
fehlende Dynamik macht verletzbar |
| Gewebsquetschungen |
Folgen von starker Einengung |
| Erschöpfungen in den Muskeln |
sich in seinem Tun für andere
verausgabt haben |
| Überanstrengung des Herzens |
für andere leben anstelle für
sich selbst, fehlende Eigenlieb |
Die Behandlung mit Kalium phosphoricum
bewirkt, dass die Persönlichkeit
auf ihre eigene Individualität achten lernt und aufhört
sich für andere aufzuopfern um die eigene Verletzbarkeit weniger
zu spüren. Sie wird nun beginnen sich mit den bisherigen Verletzungen
auseinanderzusetzen.
6. Kalium sulfuricum – „Verweigert die Ignoranz seiner
Bedürfnisse zur Kenntnis zu nehmen“
| Schuppenbildung auf gelblich klebrigem
Untergrund |
traditionelle Anbindung und Sicherheitsbedürfnis
wird überdeckt |
| Ekzeme |
Zeigt sein Leid |
| Schuppenflechte |
alte karmische Verletzung wird gezeigt |
| Muskelkater |
überzogene, pflichterfüllte
oder ehrgeizige Aktivität |
| Bräunlich-gelber Schleim aus
Nase |
chronischer Zorn über die eigenen
Anpassungsmuster |
| Pigmentflecken, Altersflecken |
unbewusste Denkmuster werden sichtbar |
Die Behandlung mit Kalium sulfuricum bewirkt,
dass die traditionellen Rituale, die bisher zweifelsfreier Lebensinhalt
waren, in den Blickwinkel der Kritik gelangen. Die eigenen, individuellen
Bedürfnisse
haben erst jetzt eine Chance zur Kenntnis genommen zu werden.
7. Magnesium phosphoricum – „Der
ewige stille Krieg“
| Blitzartig, wechselnde Schmerzen |
ständig auf der Hut sein, Negatives
erwarten |
| Koliken |
nicht verarbeitete Themen machen
sich in aggressiver Weise merkbar |
| Schmerzhafte Blähungen |
nicht verarbeitete Themen machen
sich leidvoll bemerkbar |
| Nervöses Hautjucken |
möchte dringend aus seiner Lebenssituation
fliehen |
| „Hektische Flecken“ |
unterdrückte Emotionen lassen
sich nicht mehr kontrollieren |
| Beginnende Migräne |
zerbricht sich in einseitiger Weise
den Kopf über ein emotionales Problem, dass rational gelöst
werden soll |
Die Behandlung mit Magnesium phosphoricum
bewirkt, dass die Persönlichkeit
wahrnimmt, dass sie Krieg gegen ihre Umgebung führt, so wie
es die Vorfahren auch schon gemacht haben. Erst durch diese Wahrnehmung
ist eine Veränderung zugunsten einer anderen Lebensqualität
erst möglich.
8.
Natrium chloratum – „Festhalten
an Altem“
| Verbrennungen |
Transformationen sind notwendig werden
aber vermieden |
| Knorpelbeschwerden |
Verbindungen zu anderen sind problematisch |
| Sehnen-, Bänderschmerzen |
fehlende Eigendynamik |
| Gicht |
Verbissenheit, einseitiges Denken |
| Bandscheibenbeschwerden |
Sich „gerade machen“ ist
schmerzhaft |
| Folgen von Insektenstichen |
übernommene Meinung anderer |
| Schleimhautprobleme |
Sich nicht aufgehoben und sicher
fühlen |
Die Behandlung mit Natrium chloratum bewirkt,
dass die Persönlichkeit
lernt Gewohnheiten loszulassen. Bisher haben Tradition und lang andauernde
Lebenssituationen Schutz und Sicherheit gegeben. Der dabei aufgetretene
Alterungs- und Erstarrungsprozess wird nun bemerkt und die Eigendynamik
kann im Sinne einer Verjüngungskur wieder fließen.
9. Natrium phosphoricum –
„Gehemmte Lebensenergie lässt
Kommunikation
zur Bedrohung werden“
| Fettige Haut |
möchte alles an sich abprallen
lassen |
| Knotige Akne |
Zorn darüber sein wahres Gesicht
nicht zeigen zu können |
| Abszesse |
schwelende Wut |
| Mitesser |
Sich wehrlos fühlen |
| Geschwollene Lymphknoten |
Sich im aktiven Widerstand befinden |
| Rheumatische Gelenksschwellungen |
unangenehme, leidvolle Verbindung
zu Anderen aushalten |
| Schlecht heilende Wunden |
nachtragend sein, alte Verletzungen
dürfen nicht heile |
Die Behandlung mit Natrium phosphoricum
bewirkt, dass die Persönlichkeit
ihre Emotionen wieder zulässt und angstfrei mit anderen kommunizieren
lernt. Dies geschieht auch deshalb, da „ein Nein sagen“ nun
möglich ist und die Persönlichkeit nicht mehr hinter jedem
Miteinander eine Art Vergewaltigung (nicht körperlicher Art)
erwartet.
10. Natrium sulfuricum – „Sich
selbst bestrafen“
| Schwellungen der Extremitäten |
zurückgehaltene Emotionen in
der eigenen Handlungsweise und auf dem Lebensweg |
| Verschlackungen |
nicht bewältigte, unverarbeitete
Lebensthemen |
| Wasserbläschen |
zurückgehaltene Emotionen |
| Sonnenallergie |
Bewusstsein wird verweigert |
| Warzen |
verkapselte, selbst nicht akzeptierte
Gefühle |
| Herpes |
nicht gesagte wütende Worte |
| Erfrierungen |
nicht zu ertragende Frustsituationen |
Die Behandlung mit Natrium sulfuricum
bewirkt, dass der Persönlichkeit
eine Art Masochismus im Sinne von Disziplin, die oft zur Depression
geworden ist, auffällt. In diesem Wandlungsprozess entsteht
mehr Klarheit in der Kommunikation, sowie mehr Forderungen an die
Umwelt, die von dieser mit Erstaunen und Unglauben entgegengenommen
wird.
11. Silicea – „Verkopft
sein, durch Verletzungen
sind Gefühle weggedrückt“
| Eiterungen |
Wutzustände |
| Falten |
Emotionen zurückgenommen haben |
| Bindegewebsschwäche |
sich nicht unter- oder gestützt
fühlen |
| Leistenbruch |
traut sich nicht den eigenen Weg
zu gehen |
| Nabelbruch |
die innere Sicherheit ist aufgrund
Verletzung verloren gegangen |
| Blutergüsse |
verlorene Lebensfreude |
| Lid- und andere Zuckungen |
Nervöse Störungen gebremste
Handlungsweisen |
Die Behandlung mit Silicea bewirkt, dass
die Persönlichkeit
mehr Emotionen zeigt als bisher. Die logische, vielleicht auch schweigende,
rational verständnisvolle Akzeptanz hat ein Ende.
12. Calcium sulfuricum – „ignoriert den Wunsch nach
Unterstützung
und Gemeinschaft “
| Gicht |
Verbissenheit, einseitiges Denken |
| Rheuma |
leiden, anstelle leben |
| offene Eiterungen |
chronische Wutzustände |
| Stauungen im Gewebe |
nicht ausgedrückte Emotionen |
| Abflussstörungen bei Ergüssen |
nicht formulierte Gefühle oder
Verletzungen werden nicht bewältigt |
Die Behandlung mit Calcium sulfuricum
bewirkt, dass nun Anspruch an die Gemeinschaft und deren Unterstützung gestellt wird. Die
für die Umgebung bisher unbequeme Dominanz eines Einzelgängers
kann sich nun in Teamgeist verwandeln.
Mit diesen zwölf Salzen hat Dr. Schüßler wesentliche
Kommunikationsebenen gefunden, die jede für sich bewirken, dass
ein anderes Miteinander möglich wird.
Bisher werden allerdings fast ausschließlich die Symptome beachtet,
die von den Patienten als lästig empfunden werden. Da wir aber
im Zeitalter der Bewusstwerdung sind, ist es sicherlich von Nutzen,
auch eine tiefere, wesentlichere Ebene zu entdecken, aus der letztlich
die Symptome heraus entstanden sind.
Quellen:
Antonie Peppler, Die psychologische Bedeutung homöopathischer
Arzneien, Bd.1 1998 und Bd. 2 2002, CKH Verlag, Großheubach
Abbildungen: Biochemischer Verein
Kontakt:
Antonie Peppler
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