Wasservortrag von Dieter Schmitt

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Verminderte Basen-Pufferkapazität
– eine unterschätzte Tatsache?

von Dieter Schmitt

 

Sind tatsächlich die meisten von uns „sauer“ bzw. „übersäuert“? Oder genauer gesagt: Wie weit ist unsere „Pufferkapazität“ bereits reduziert? Inwieweit trägt das, was wir essen und trinken, dazu bei? Fragen über Fragen. Ein kleines bisschen Aufklärung zu diesem Thema soll der nachfolgende Artikel bringen.

Tatsache ist, dass mittlerweile die Fähigkeit der Natur, Säuren zu kompensieren, die wir in die Luft blasen, unterschätzt wird. Wälder, Quellen und unser gesamtes Erdreich leiden immer intensiver unter der weltweiten Säurelast, die hauptsächlich durch den CO2-Ausstoß hervorgerufen wird.
Wer denkt, der Kelch der „Übersäuerung“ geht an ihm vorbei, der hat sich geschnitten. Durch regelmäßige Analysen verschiedener Quellwässer beobachte ich seit Jahren einen ständigen Verfall des pH-Wertes beim Quell- und Mineralwasser. Es ist daher höchste Zeit, das Bewusstsein der Menschen dahingehend zu sensibilisieren. Es muss doch nicht immer erst unser Körper darunter leiden, bevor wir reagieren. Irgendetwas muss es doch dazwischen geben …
Ein relativ einfaches Verfahren, mit dem man die Fähigkeit des Blutes messen kann, einer Übersäuerung entgegenzuwirken (= Pufferkapazität), ist der pH-Wert (= Säuremesszahl) des Blutes. Dieser verträgt keine größeren Schwankungen und bewegt sich stets in einer winzig kleinen Spanne um pH 7,41 herum. Abweichungen von mehr als 0,03 in beide Richtungen (Alkalose/Azidose – Basenüberschuss bzw. Übersäuerung) sind mit unserem Wohlbefinden nicht vereinbar. Um hier rechtzeitig entgegenzusteuern, hat uns die Natur – in Form unseres Schöpfers – einen riesigen Basenpuffer mit in die Wiege gelegt. Freie Basen sind das Gegenteil von Säuren und zwanzigmal so häufig in unserem Körper seit der Geburt vorhanden, wie freie Säuren. Somit stehen jedem sauren Molekül in unserem Blut zwanzig basische Moleküle gegenüber. Diese immense Pufferkapazität soll uns vor akuter Übersäuerung schützen.
Daher gibt es eigentlich keine so genannte „Übersäuerung“, wie uns die Schulmedizin dies bestätigt, da dieser Begriff in meinen Augen etwas unglücklich gewählt ist. Von einer Reduzierung der vorhandenen Pufferkapazität zu sprechen, wäre meines Erachtens zutreffender.
Eine Folge unserer Lebensgewohnheiten ist die, dass unsere Pufferkapazität Stück um Stück abnimmt. Findet dieser Vorgang lange und intensiv genug statt, bleibt irgendwann von ursprünglichen Basen-/Säurenverhältnis (20:1) nicht mehr viel übrig, und die Pufferkapazität bricht zusammen. Daher sollte es das Ziel des bewusst und gesund lebenden Menschen sein, stetig diese Pufferkapazität zu unterstützen, indem unser Körper die entsprechenden Lebensmittel (überwiegen rohes Obst und Gemüse) zugeführt bekommt. So vermeiden wir, dass aus einem 20 zu 1 ein 19 zu 1, ein 18 zu 1, ein 17 zu 1 – und so weiter – wird. Die Bestimmung der Pufferkapazität soll uns zeigen, in welchem Zustand diese ist.
Der pH-Wert des Blutes (7,41) ist nicht mit dem des „neutralen“ pH-Wertes des Wassers (7) zu verwechseln. Er gilt nur für absolut reines destilliertes Wasser. Jede Lösung, in der irgendetwas herumschwimmt, hat ihren eigenen Neutralwert, in dem Säuren und Basen genau ausgeglichen im Verhältnis 1:1 vorhanden sind. So gesehen hätte unser Blut bei einem ausgeglichenen Säure-/Basenverhältnis einen pH-Wert von 6,1. Der Verdünnungsgrad einer Säure ist nichts anderes, als die kleine hochgestellte Zahl hinter der 10, beraubt um das Minuszeichen. pH 7,4 heißt, dass die Säure in einer Verdünnung von 10-7,4 vorliegt (0,000 000 74). Die Differenz zwischen pH 10-6,1 und 10-7,4 = 10-1,3 ist genau 20, daher der 20-fache Basenwert.
Wie akut ist aber nun die „Übersäuerung“ für uns? Zum größten Teil sind wir sicherlich nicht „übersäuert“, oder besser formuliert „weniger basisch“. Es gibt natürlich immer Ausnahmen von der Regel. Keinesfalls hat sich die „Übersäuerung“ zur Volksseuche ausgeweitet. Die akute Azidose ist extrem selten zu finden. Darauf aufmerksam kann man durch die verminderte Pufferkapazität werden, was schon häufiger vorkommt. Schleichende Kennzeichen, so vermuten viele Therapeuten, seien Haarausfall bei Männern und die Zellulitis bei Frauen, was jedoch nur einen geringen Teil der Bevölkerung betrifft und als trügerischer Umkehrschluss als Kennzeichen einer Übersäuerung gedeutet wird.
Unser Bindegewebe wird häufig als „Beweis“ für eine verminderte Pufferkapazität – im Alltagsjargon „Übersäuerung“ – herangezogen. Folgerichtig ist, dass eine nicht rechtzeitig ausgeschiedene Säure im Körper gepuffert werden muss. Unser kollagenes Bindegewebe verfügt über rund 70% unseres Körpereiweißes und besitzt somit eine hohe Pufferleistung, um Säure aufnehmen zu können. Es verliert nach und nach durch die Säureeinlagerung an Elastizität, was die Gelenkknorpel und Bandscheiben nicht gerade freut.
Fehlt lebensnotwendiges Kalium im Zellinneren des Körpers, leidet ebenso die Geschmeidigkeit des (Binde-) Gewebes, da die roten Blutkörperchen sich immer schwerer tun, durch die haardünnen Äderchen zu schlüpfen. Die Durchblutung wird schlechter.
Unsere Niere ist das Ausscheidungsorgan sowohl für Säuren als auch für Basen. Überwiegend werden Säuren bereits mit Basen gepuffert ausgeschieden. Halten wir nun ein Lakmuspapier aus der Apotheke in unseren Urin, so erfasst dieses maximal ein Tausendstel aller Harnsäuren. Berücksichtigt man diese Tatsache sowie die körpereigenen Säure- bzw. Basenausstoßzeiten bei solch einer Messung, so führt uns unser Denken in die „sauere“ Richtung, hin zum „Ich bin übersäuert“. Falls unser Urin wunderbar basisch scheint ( z.B. während der Basenausstoßzeiten), bedeutet dies noch lange nicht, dass alles in bester Ordnung ist, vielleicht lässt unsere Niere nur keine Säure raus. Im Umkehrschluss würde dies jedoch bedeuten, dass sich in unserem Körper die Säuren extrem anreichern. In solch einem Zustand ist eine wirksame Therapie gefragt, um die Säuren gezielt auszuleiten. Der dadurch entstehende saure Urin lässt uns wieder aufhorchen. Somit kommt es also immer auf die individuelle Situation an, um das Beobachtete nicht fehlzuinterpretieren.
Eine fundierte Säure-Basen-Diagnostik muss somit immer über das Blut erfolgen. Ein einfacher Urintest mit einem gestrichenen Esslöffel Kaiser-Natron zum Frühstück geschluckt und den Urin bis mittags mit einem Säure-Indikatorpapier kontrolliert (jedoch nicht während der Basenaustoßzeit), gibt gute Hinweise, denn irgendwann muss der Urin deutlich basisch werden. Falls nicht, kann daraus abgeleitet werden, dass unser Körper die Base nicht wieder hergibt, weil er diese dringendst braucht. Hier kann in der Tat Handlungsbedarf vorliegen.


Wie kann man eine Säurebelastung = Reduzierung der Pufferkapazität vermeiden?

Sauerstoff ist dabei ein ganz wichtiger Faktor, um Säurekrankheiten zu verhindern. Stoffwechselmäßig haben beispielsweise ein Sportler oder der alte Mensch beide das gleiche Problem: Es bildet sich durch Sauerstoffmangel Milchsäure im Körper, die irgendwo und irgendwie gepuffert und abgebaut werden muss. Tägliches Training dient also letztlich der Verbesserung jener enzymatischen Systeme, die Säure ausscheiden und abbauen.

Lebensmittel sind ein weiterer wichtiger Faktor, um Säurekrankheiten zu verhindern.Eiweiß besteht aus Aminosäuren, und ein Zuviel in Form von Fleisch, Fisch, Ei, Milch, also tierischen Lebensmitteln, belastet unseren Körper. Auch zu viel pflanzliches Eiweiß erzeugt Säure im Körper, was kein Vorteil ist. Je mehr sonnengereiftes und biologisches Obst und Gemüse wir essen, desto basischer wird unser Urin. Niemand muss deswegen zum Vegetarier werden, aber weniger tierisches Eiweiß und mehr abwechslungsreiche, vollwertige pflanzliche Lebensmittel in unserer Ernährung führen in die richtige Richtung.

Gutes Wasser ist ein weiterer wichtiger Faktor, um einer Reduzierung der Pufferkapazität entgegenzuwirken. Wir nehmen es (hoffentlich) in der Regel in größeren Mengen täglich zu uns. Im Laufe der Zeit kein zu unterschätzender Faktor. Beim Trinken von alkalischem Wasser spart sich der Körper die Produktion von Basen, die zur Pufferung der Säuren notwendig sind.
Wenn wir alleine schon das Wort „Kohlen – Säure“ der Mineralwässer in seine beiden Bestandteile zerlegen, sollte uns schon einiges klar werden.

Die Naturheilkunde schlägt noch folgende Maßnahmen gegen eine Reduzierung der Pufferkapazität vor:
– ausreichende Schlaf- und Erholungsphasen,
– Bewegung an der frischen Luft und in der Sonne,
– saure Getränke wie Cola, Alkohol oder Tee sowie das Rauchen sollten vermieden werden,
– weiße Mehl- und Zuckerprodukte sollten gemieden werden,
– keine rohen Lebensmittel mehr nach 18 Uhr essen, da durch die Gärung alkoholhaltige Produkte entstehen, die unsere Leber belasten.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine verminderte Zufuhr und erhöhte Ausscheidung von Säuren einer Säurebelastung entgegenwirken.

Um auf den eingangs erwähnten CO2-Ausstoß zurückzukommen:
Wenn unser Körper über die Atmung keinen Sauerstoff (O2) bekommt, holt er es sich auf dem Körperwasser (H2O). Verbrannte Kohlenstoff-Atome hinterlassen also jeweils vier dissoziierte Wasserstoff-Atome, die Träger von Säuren sind. Daher ist auf unserer Erde der ungebremste CO2-Ausstoß so kritisch zu betrachten.
Unsere Mutter Erde hat Millionen von Jahren benötigt, um mit der Flora unendlich viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre herauszufiltern und als Kohle oder Erdöl zu speichern. Der „schlaue“ Mensch schafft es in ein paar Hundert Jahren, alles wieder zu zerstören und als CO2 in die Atmosphäre zurückzublasen.
Es ist daher wichtig, das Thema „Säure“ in der Natur und beim Menschen aufmerksam und kritisch zu beobachten. Noch haben wir keinen Grund zur Panik, wenn es unseren Körper betrifft. Was unsere Erde anbelangt, so ist das Maß des Erträglichen bereits überschritten und die Natur beginnt sich – zum Nachteil aller Menschen – zu wehren.
Aus dem Vorbild der Natur sollten wir lernen: 2/3 der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. 2/3 unseres Körpers sollte auch aus Wasser bestehen und idealer Weise sollten unsere Lebensmittel zu mehr als 2/3 aus Wasser bestehen, wie dies bei sonnengereiftem Obst und Gemüse der Fall ist.


Weitere informationen finden Sie unter:

www.belebtes-wasser.de

 

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Kontakt:

Dieter Schmitt
Am Höchberg 34
97234 Reichenberg


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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.