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Mineralwasser
aus Naturkostläden

von Dieter Schmitt

 

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Als Bio-Unterstützer kaufen wir dementsprechend viele Demeter-Lebensmittel im Naturkostladen oder Bio-Supermarkt. Dort liegen immer mehr interessante Zeitschriften aus, die meine Frau gerne mitnimmt und zuhause „durcharbeitet“. Alles, was im Entferntesten mit dem Thema „Wasser“ zu tun hat, landet anschließend bei mir zur Information. So gelangte auch ein Artikel über Mineralwässer in Naturkostläden aus einer weit verbreiteten Naturkostzeitschrift auf meinem Schreibtisch. Nachdem ich den „verkaufsfördernden“ Artikel über Mineralwasser gelesen habe, sind mir einige wichtige Punkte aufgefallen, die nicht erwähnt wurden – aus welchen Gründen auch immer. Nachfolgend daher meine ergänzenden Informationen dazu:

Das Thema des Artikels sind Mineralwässer aus Naturkostläden und die Frage, ob diese mehr oder weniger Mineralstoffe enthalten sollen, da hierzu die Meinungen auseinander gehen. Wer mein „Wasser-Praxisbuch“ gelesen hat, den bitte ich um Nachsicht, wenn hier einiges aus meinem Buch zur neutralen Meinungsbildung erscheint.
Unbestritten ist eine artesische Quelle „energietechnisch“ für unseren Körper optimal. Ob die chemischen Inhaltsstoffe dies auch sind, gilt es dabei zu klären, da deren Wirkung auf Dauer für unser Wohlbefinden nicht zu unterschätzen ist.
In der Deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTV) sind die Vorgaben des mineralhaltigen Gutes – dass z.B. am Quellort abgefüllt werden muss – festgelegt. Diese lässt auch nur wenige Behandlungsformen zu. Zwar gilt die Verordnung für Mineralwässer aus dem Supermarkt ebenso wie für die aus dem Bio-Laden, doch sollen in Letzterem die angebotenen Mineralwässer „naturbelassener“ und „schadstoffärmer“ sein. Angeblich arbeiten auch viele Abfüllbetriebe umweltfreundlicher. Wie die Autorin am Ende des Artikels anmerkt, wurde die Initiative eines Mineralwasser-Bio-Siegels einiger Hersteller per Gericht gestoppt – wie ich finde, zu Recht. Aus diesem Grund gibt es also keine einheitlichen Vorgaben, was das Mineralwasser im Allgemeinen aus biologischer Sicht betrifft.

Was bezeichnen wir als
Mineralwasser?

Es stammt aus unterirdischen Wasservorkommen, deren zufließendes Wasser nach dem Abregnen beim Versickern durch verschiedene Gesteinsschichten unterschiedliche Mineralstoffe aufnimmt, um ausgewogen und gesättigt zu sein. Wie viel Calcium, Magnesium, Sulfat, Natrium oder Schwermetalle vorhanden sind, bestimmt der Boden bzw. die Umwelt, durch die es fließt.
Es gibt eine amtliche Anerkennung für natürliches Mineralwasser, die mehrere Untersuchungen umfasst und bescheinigt, dass bestimmte Kriterien eingehalten wurden, wie zum Beispiel die konstante Zusammensetzung. Nun gibt es in der lebendigen Natur nichts Statisches, weshalb die Wasserqualität stetig schwankt, wie dies auch an der Quell- und Trinkwasserqualität zu bemerken ist. Ich frage mich deshalb: Wie kann es dann sein, dass immer der fast exakt gleiche Mineralgehalt – bis auf geringfügige Schwankungen – in Flaschenwässern vorhanden ist?
Sogenannte Heilwässer zählen in Deutschland zu den Arzneimitteln, deren medizinische Wirkung wissenschaftlich erwiesen sein muss. Aufgrund des meist hohen Mineralgehaltes und der daraus resultierenden Wirkungen der Mineralien untereinander wirken diese häufig stark dehydrierend (entwässernd).
Die dritte Wasserart, das Quellwasser, darf ebenfalls nur wenig behandelt und sollte auch unterirdischen Ursprungs sein. Es kommt ohne amtliche Anerkennung aus, da unter anderem sein Mineralgehalt stark schwankt. Daher greifen hier die strengeren Kriterien der Trinkwasserverordnung.

Zu guter Letzt gibt es das Tafelwasser, das überwiegend aus Trinkwasser, Mineralstoffen, Kohlensäure oder anderen erlaubten Zutaten zusammengesetzt ist. Wie im genannten Buch von mir beschrieben, sind die chemischen Behandlungsmethoden für die Trinkwasseraufbereitung nicht jedermanns Sache.

Mineralstoffe in Mineralwässern

Es ist unbestritten, dass unser Körper zum Überleben unter anderem Mineralstoffe benötigt. Diese organischen Mineralien erhält der bewusst lebende Mensch in erster Linie aus rohem, biologischem Obst und Gemüse, einen wesentlich geringeren Teil aus gekochten Lebensmitteln. Mineralwasser – egal wie hoch auch der Mineralanteil sein mag – mit seinen anorganischen Mineralien ist nicht dafür geeignet, unsere Mineraldepots zu füllen (siehe Kapitel 1 „Mineralhaushalt“ und „Organische und anorganische Mineralien“ des genannten Buches). Nicht dehydrierendes Mineralwasser sollte unserem Körper Flüssigkeit zur Verfügung stellen, um die Nährstoffe zu den Zellen und deren Abbauprodukte (z.B. Harnstoffe) abtransportieren zu können. Viele Mineralwasser-Anbieter im Naturkostbereich vertreten die Ansicht, dass dieser Abtransport am besten mit niedrig mineralisiertem Mineralwasser funktioniert. Dieser Behauptung gegenüber steht die Aussage des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM), dass selbst Mineralwässer mit 1000 mg/l gelöster Feinstoffe dies zuverlässig tut. Ich frage mich: Was soll ich als Konsument nun glauben?
Da gibt es ein italienisches Mineralwasser mit 22 mg/l Mineralien Trockenrückstand nach der Verdampfung von 1 Liter Mineralwasser, welches anhand von Untersuchungen sehr stark ausleitet (dehydriert). Ebenso dehydrierend sind Mineralwässer mit mehreren Hundert mg Trockenrückstand. Letzteres enthält eine Mineralkombination, die sehr stark ausleitend wirkt. Mit entsprechend hoher Mineralisierung steigt die Wahrscheinlichkeit der Mineralkombination zur ausleitenden Wirkung. Niedrig mineralisierte Wässer wirken meist deshalb stark ausleitend, da das Wasser als „leer“ bezeichnet werden kann, was die Mineralien betrifft. Da Wasser immer ausgewogen sein möchte, greift es sich – ähnlich des Wirkprinzips der Umkehrosmose – im Körper alles, was es bekommen kann, egal ob Schwermetall oder Vitamine, die noch nicht fest eingelagert sind, um sich zu sättigen und leitet deshalb auch sehr gut aus. Beides ist auf Dauer nicht ratsam und führt zum übermäßigen Flüssigkeitsverlust im Körper mit weitreichenden Konsequenzen (siehe Artikel: „Wie durstig ist unser Körper?“).
Anorganische Mineralien im Mineralwasser kann unser Körper nur mit ausreichender Bewegung und Vitamin D im bestimmten Rahmen verwerten. Wenn diese Bedingungen nicht vorliegen, können diese im ungünstigsten Falle im Körper eingelagert werden, bis der Abtransport erfolgt. Leider findet dieser bei vielen Menschen nicht richtig statt, was im Alter zu weitreichenden, gesundheitlichen Konsequenzen – den sogenannten Zivilisationskrankheiten – führt.

Calcium, Magnesium
und Co.

Im Verhältnis von 2:1 wären Calcium und Magnesium in organischer Form (aus Obst und Gemüse) optimal. Die anorganischen Mineralien im Mineralwasser (aus Gestein gelöst) sind nur bedingt für den Körper hilfreich, vorausgesetzt, das richtige Verhältnis liegt vor, was bei den meisten Mineralwässern nicht zutrifft. Genauso wie bei Milch schaden die Mineralien letztendlich dem menschlichen Körper. Sportlern ist zu empfehlen, vorab ausreichend frisch gepresste Säfte zu trinken – ebenso beim Saunagang – und im Nachhinein ebenso – die richtigen Smoothies helfen auch, die beide durch das richtige Obst und Gemüse die notwendigen, organischen Mineralien enthalten, die der Körper beim Sport / Saunieren verloren hat. Keinesfalls sollten Sie industriell gefertigte Limonaden oder Energiedrinks zum Ausgleich des Mineralhaushaltes trinken, da diese überwiegend dehydrierend wirken.
Auch wenn alle Wässer in den Naturkostläden natriumarm sind, da wir generell zu viel Salz essen (durch Fertiggerichte), ist es nicht möglich, den Natriumhaushalt durch Mineralwasser zu unterstützen, da wir nicht so viel des entsprechenden Mineralwassers trinken können. Insofern ist der Natriumgehalt in Mineralwässern nur Nebensache.

Unbekannte Mineralien im
Mineralwasser

Jeder kann sich im Internet die Mineralwasser- sowie die Trinkwasserverordnung anschauen, um zu vergleichen, auf wie viele Stoffe die jeweiligen Wässer untersucht werden. Schnell wird klar, dass Trinkwasser wesentlich weniger nachteilige Stoffe enthalten darf im Vergleich zu Mineralwasser. Auch die Grenzwerte der zuletzt genannten Wässer sind nur begrenzt vorgeschrieben. Würde die Trinkwasserverordnung auf Mineralwässer angelegt werden, würden sicherlich die meisten durchfallen, wie dies ein Test vor Jahren schon bestätigt hat. Nur für die Zubereitung von Säuglingsnahrung gibt es bei einigen Stoffen (z.B. Nitrat, Uran) niedrigere Grenzwerte, wie in der MTV vorgeschrieben. Ich frage mich: Warum werden diese nicht prinzipiell auf alle Mineralwässer angewandt?
Arsen (oder Aluminium) hat prinzipiell nichts im Trinkwasser bzw. Mineralwasser zu suchen, auch wenn der Grenzwert 2008 auf 0,01 mg/l reduziert wurde. Sämtliche Mineral- und Trinkwässer mit Arsen sollten nicht zum Verzehr freigegeben werden, da es sich im Körper anreichert, wie aus Urinanalysen von Mineralwassertrinkern hervorgeht.
Warum die MTV bis zu 5 mg/l Fluorid erlaubt, ist für mich unverständlich. Zwar müssen Mengen ab 1,5 mg/l auf dem Etikett ausgewiesen werden, jedoch ist dessen Vorhandensein im Mineral- oder Trinkwasser genauso überflüssig wie Natrium- bzw. Aminfluorid in Zahnpasten.
Die Entfernung von Schwefel und Eisen mittel Ozon ist untragbar. Dieses Verfahren sollte auf dem Etikett gekennzeichnet sein bzw. ernährungsbewusste Menschen sollten diese Mineralwässer nicht trinken.
Berücksichtigt man neben den Trockenrückständen oder Leitwerten noch den pH-Wert vieler Mineralwässer in Naturkostläden, die überwiegend im sauren Bereich liegen, dann dürften nur noch sehr wenige Mineralwässer übrig bleiben. Ich erinnere mich an ein italienisches Mineralwasser aus einem Naturkostladen in einer Plastikflasche mit einem pH-Wert von 5.5 (optimal wären ca. 7,3 – 7,4). Ob ein derartig saures Mineralwasser für unsere Pufferkapazität (siehe Wasser-Praxisbuch) hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln und hat meiner Meinung nach nichts im Bio-Laden verloren. Prinzipiell bin ich nicht von Mineralwässern aus dem Ausland begeistert und das nicht nur wegen der langen Transportwege. Was von den CO2-Kompensationszertifikaten für einen klimaneutralen Transport zu halten ist, erfahren Sie im Buch „Die Öko-Lüge“ von Stefan Kreutzberger.

Haltbarkeit von Mineralwässern

Was das betrifft, empfehle ich Ihnen, in meinem Buch im dritten Kapitel das Thema „Haltbarmachung von Mineralwasser“ genauer anzuschauen. Das Thema wird in jedem meiner Wasservorträge angesprochen. Kohlensäure ist in erster Linie da, um die Haltbarkeit zu verlängern und hat nichts mit „Prickeln und Frische“ zu tun, wie häufig geworben wird. Damit werden Keime und Bakterien abgetötet, die beim Spülvorgang übrig geblieben sind. Wenn schon auf dem Etikett steht „Mit Kohlensäure versetzt“, dann wurde Kohlensäure zugesetzt, damit gelöste Stoffe nicht ausfallen und das Mineralwasser trüben. Zerlegen Sie das Wort „Kohlen-Säure“, so dürfte jeder verstehen, dass zu viel davon unserer Pufferkapazität (siehe Kapitel 1 „Verminderte Basenpufferkapazität“ in meinem Buch) nicht hilft. Auch als „Stille“ Mineralwässer gekennzeichnete Flaschen enthalten noch Kohlensäure, allerdings nicht so viel wie handelsüblich.

Mineralwasser in Glasflaschen

Im Bioladen dürften meiner Meinung nach nur Mineralwässer in Glasflaschen angeboten werden. Im dritten Kapitel meines Buches „PET – Mineralwasserflaschen“ beschreibe ich, warum. PET-Flaschen sind unter anderem nicht gasdicht und so kann Umgebungsluft eindringen und nicht nur den Geschmack verändern. Ebenso gelangen Weichmacher ins Mineralwasser, wenn es sauer genug ist, was die meisten Mineralwässer sind. Und wenn sie einmal basisch sind, dann tut die zugesetzte Kohlensäure im Körper den Rest ...
Wer das Flaschenetikett genau anschaut und das Datum der letzten Analyse sucht, wird sicherlich fündig werden. Auch wenn dieses schon Jahre her ist, so werden die Wässer durch ständige laufende Kontrollen überwacht ...
Wenn ich von den 10 – in der eingangs genannten Zeitschrift – angegebenen Mineralwassermarken nach eigenen Kriterien sowie der Ökobilanz, pH-Werte und andere Inhaltsstoffe genauer betrachte, dürfte meiner Meinung nach keines davon im Bio-Laden verkauft werden. Ein akzeptab-les Mineralwasser, das ich in meinem Buch empfehle, erscheint erst gar nicht. Vermutlich auch deshalb, weil dafür keine großen Werbeaktionen gestartet werden, um dessen Bekanntheit zu fördern.

Resümee

Wenn schon „Bio“-Mineralwasser im Naturkostladen, dann sollte es zumindest unserem Wohlbefinden auf Dauer nicht nachträglich sein, indem es beispielsweise durch seinen pH-Wert (unter 7) unsere Pufferkapazität reduziert. Keines der genannten Mineralwässer dürfte meiner Meinung nach aus qualitativen Gründen ein Bio-Siegel erhalten. Berücksichtige ich die teilweise immensen Preise von bis zu 1,- Euro pro Liter und mehr, dann geht es günstiger und für unseren Körper hilfreicher, wie ich es in meinem „Wasser-Praxisbuch“ beschreibe. Man erkennt wieder mal ganz deutlich, was die richtige Werbung alles erreichen kann ...

 

Die Informationen des Artikels wurden der nachfolgenden Quelle entnommen.

Quelle: "Das Wasser Praxisbuch", Edition Sonneklar, ISBN 978-3-86982-009-5

Der Autor, Dieter Schmitt, beschäftigt sich seit über 16 Jahren mit gesundheitlichen Themen aus dem naturheilkundlichen Bereich.
Durch sein Hobby „Wasser“ entstand das „Wasser-Praxisbuch“ das Themen, die im direkten Zusammenhang mit Wasser stehen, ebenso behandelt.


wasserpraxisbuch

 

 

Dieter Schmitt
E-Mail: info (at) belebtes-wasser.de

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Copyright Dieter Schmitt
Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.