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Virtuelles Wasser

unser verborgener Wasserverbrauch

von Dieter Schmitt

 

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In der Küche, beim Duschen und auf der Toilette sind wir vermutlich Wassersparweltmeister. Doch wie viel von dem kostbaren Nass wir tatsächlich verbrauchen, wird erst beim genaueren Hinsehen deutlich.

Viele trinken morgens gewöhnlich eine Tasse Kaffee, um in Gang zu kommen. Dabei sind für uns die 200 ml Wasser in der Tasse sicht- und greifbar. Doch wer von uns hat sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie viel Wasser in den Anbau der Bohnen, deren Verarbeitung investiert wurde, bis wir den morgendlichen Kaffeeduft schnuppern können? Um uns den Kaffeegenuss zu ermöglichen (= 7 g Kaffeepulver für 1 Tasse mit 200 ml) werden sage und schreibe 140 Liter Wasser benötigt. Da dieses verbrauchte Wasser für uns nicht direkt sichtbar ist, nennt man es „virtuelles Wasser“. Verkonsumiert wird es aber trotzdem. In Deutschland beträgt dieses aktuell knapp über 4 000 Liter pro Person und Tag, mit steigender Tendenz.
Diese Zahl wird den einen oder anderen Leser vielleicht erstaunen, da der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Deutschland seit den 1980er Jahren als rückläufig angegeben wird. Der tägliche sichtbare Wasserverbrauch pro Kopf liegt in Deutschland momentan bei rund 130 Litern.
Der neu entstandene Begriff „Virtuelles Wasser“ hilft Fachleuten dabei, die Menge Wasser, die in einem Produkt enthalten ist, zu dessen Fertigung verwendet bzw. verschmutzt wurde, darzustellen. Neu ist dieser nicht. Der Geograf und Wasserexperte des Londoner King’s College, John Anthony Allan, prägte den Begriff bereits Mitte der 90er Jahre. Er beschrieb damit den am Produktionsstandort anfallenden Wasserverbrauch, der gleichzeitig am Verwendungsort eingespart wird. Ebenso in die Bilanz nahm der Wissenschaftler außerdem den Wasseranteil mit auf, der bei der Herstellung durch Verschmutzung unbrauchbar wird. Allan erhielt 2008 dafür den Stockholmer Wasserpreis, der als eine Art Nobel-Preis im Bereich Wasserschutz angesehen werden kann.

Ein Glas Milch (200 ml) =
200 Liter Wasser

Ein Kilogramm Rindfleisch =
< 15 000 Liter Wasser

Doch wie setzen sich die eingangs genannten 140 Liter für eine Tasse Kaffee zusammen?
Kaffeebohnen wachsen selbstverständlich nur, wenn sie regelmäßig bewässert werden. Des Weiteren werden die Bohnen verarbeitet, was weiteres Wasser verbraucht oder verschmutzt. So kommt die genannte Wassermenge laut einer Berechnung des „Institute for Water Education“ der UNESCO zustande. (siehe INFOBOX Kaffee)

Betrachten wir dagegen den Wasserbedarf bei der Produktion eines Autos (bis zu 400 000 Liter laut Bundesumweltministerium - siehe INFOBOX Auto), so ist dieser bei Kaffee scheinbar vergleichsweise ziemlich gering. Selbst die Herstellung eines nur zwei Gramm schweren Computerchips erfordert über 30 Liter Wasser. Die Produktion von einem Kilo Käse verschlingt 5 000 bis 5 500 Liter (siehe INFOBOX Käse). Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch wird von Experten mit einem virtuellen Wasserbedarf von 14 000 bis 22 000 Liter veranschlagt (siehe INFOBOX Rindfleisch). In der beigefügten Tabelle auf Seite 42 sind einige Produkte des alltäglichen Lebens mit deren virtuellem Wasserbedarf angeführt.

Manch ein aufmerksamer Leser wird sich beim Rindfleisch fragen, warum eine so große Spanne angegeben ist? Dies liegt unter anderem daran, dass so etwas wie eine „Weltdurchschnittskuh/Rind“ nicht existiert. Der tatsächliche virtuelle Wasserbedarf bei der Aufzucht von Rindern oder Kühen hängt ganz entscheidend davon ab, was für eine Tierart wie gehalten wird. Stehen diese täglich auf der Weide und können frisches Gras fressen? Oder fristen diese ein fast bewegungsloses Dasein im Stall, wo vorrangig mit Kraftfutter gemästet wird, das womöglich erst importiert werden musste? Gibt es eine Schwemmentmistung? Eines ist klar: Je mehr Wasser in die Futtermittel und sonstige Versorgung der Tiere fließt, desto höher ist die im Fleisch steckende virtuelle Wassermenge.


Unser täglicher virtueller
Wasserverbrauch

Die Verbrauchszahlen des virtuellen Wasserkonsums übersteigen die unseres sichtbaren Verbrauchs deutlich um ein Vielfaches. So ermittelte der Arbeitskreis Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. für einen Durchschnittsdeutschen einen virtuellen Wasserverbrauch mit der täglichen Nahrung von über 2 300 Liter pro Person. Je höher ein Land industrialisiert ist, desto höher ist der durch den Konsum entstandene Verbrauch. So werden durchaus die genannten täglichen 4 000 Liter übertroffen, sofern man

Fortsetzung im "Wasser-Praxisbuch"

Quelle: "Das Wasser Praxisbuch", Edition Sonneklar, ISBN 978-3-86982-009-5

Der Autor, Dieter Schmitt, beschäftigt sich seit über 16 Jahren mit gesundheitlichen Themen aus dem naturheilkundlichen Bereich.
Durch sein Hobby „Wasser“ entstand das „Wasser-Praxisbuch“ das Themen, die im direkten Zusammenhang mit Wasser stehen, ebenso behandelt.


wasserpraxisbuch

 

 

Dieter Schmitt
E-Mail: info (at) belebtes-wasser.de

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Copyright Dieter Schmitt
Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.