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Virtuelles Wasser unser verborgener Wasserverbrauch von Dieter Schmitt
In der Küche, beim Duschen und auf der Toilette sind wir vermutlich Wassersparweltmeister. Doch wie viel von dem kostbaren Nass wir tatsächlich verbrauchen, wird erst beim genaueren Hinsehen deutlich. Viele trinken morgens gewöhnlich eine Tasse Kaffee, um in Gang zu kommen. Dabei sind für uns die 200 ml Wasser in der Tasse sicht- und greifbar. Doch wer von uns hat sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie viel Wasser in den Anbau der Bohnen, deren Verarbeitung investiert wurde, bis wir den morgendlichen Kaffeeduft schnuppern können? Um uns den Kaffeegenuss zu ermöglichen (= 7 g Kaffeepulver für 1 Tasse mit 200 ml) werden sage und schreibe 140 Liter Wasser benötigt. Da dieses verbrauchte Wasser für uns nicht direkt sichtbar ist, nennt man es „virtuelles Wasser“. Verkonsumiert wird es aber trotzdem. In Deutschland beträgt dieses aktuell knapp über 4 000 Liter pro Person und Tag, mit steigender Tendenz. Ein Glas Milch (200 ml) = Ein Kilogramm Rindfleisch = Doch wie setzen sich die eingangs genannten 140 Liter für eine Tasse Kaffee zusammen? Betrachten wir dagegen den Wasserbedarf bei der Produktion eines Autos (bis zu 400 000 Liter laut Bundesumweltministerium - siehe INFOBOX Auto), so ist dieser bei Kaffee scheinbar vergleichsweise ziemlich gering. Selbst die Herstellung eines nur zwei Gramm schweren Computerchips erfordert über 30 Liter Wasser. Die Produktion von einem Kilo Käse verschlingt 5 000 bis 5 500 Liter (siehe INFOBOX Käse). Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch wird von Experten mit einem virtuellen Wasserbedarf von 14 000 bis 22 000 Liter veranschlagt (siehe INFOBOX Rindfleisch). In der beigefügten Tabelle auf Seite 42 sind einige Produkte des alltäglichen Lebens mit deren virtuellem Wasserbedarf angeführt. Manch ein aufmerksamer Leser wird sich beim Rindfleisch fragen, warum eine so große Spanne angegeben ist? Dies liegt unter anderem daran, dass so etwas wie eine „Weltdurchschnittskuh/Rind“ nicht existiert. Der tatsächliche virtuelle Wasserbedarf bei der Aufzucht von Rindern oder Kühen hängt ganz entscheidend davon ab, was für eine Tierart wie gehalten wird. Stehen diese täglich auf der Weide und können frisches Gras fressen? Oder fristen diese ein fast bewegungsloses Dasein im Stall, wo vorrangig mit Kraftfutter gemästet wird, das womöglich erst importiert werden musste? Gibt es eine Schwemmentmistung? Eines ist klar: Je mehr Wasser in die Futtermittel und sonstige Versorgung der Tiere fließt, desto höher ist die im Fleisch steckende virtuelle Wassermenge. Unser täglicher virtueller Wasserverbrauch Die Verbrauchszahlen des virtuellen Wasserkonsums übersteigen die unseres sichtbaren Verbrauchs deutlich um ein Vielfaches. So ermittelte der Arbeitskreis Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. für einen Durchschnittsdeutschen einen virtuellen Wasserverbrauch mit der täglichen Nahrung von über 2 300 Liter pro Person. Je höher ein Land industrialisiert ist, desto höher ist der durch den Konsum entstandene Verbrauch. So werden durchaus die genannten täglichen 4 000 Liter übertroffen, sofern man Fortsetzung im "Wasser-Praxisbuch" Quelle: "Das Wasser Praxisbuch", Edition Sonneklar, ISBN 978-3-86982-009-5
Dieter
Schmitt
E-Mail: info (at) belebtes-wasser.de
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Ein
Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin. |