Der Markt der Wasser(nach)aufbereitung
boomt schon seit Jahren mehr denn je. Hier den Überblick zu behalten, wird immer undurchsichtiger,
da eine neue Errungenschaft die andere jagt. Ein Verfahren, auf das
ich in meinen Vorträgen in letzter Zeit immer wieder angesprochen
werde, ist das „basische Aktivwasser“.
Erfunden wurden die so genannten „Wasserionisierer“ in
Russland, werden seit etwa 1950 vermehrt in Japan eingesetzt und
sind dort weiter perfektioniert worden. Heute findet das basische
Aktivwasser immer mehr Anhänger.
Durch diese unvollständige Elektrolyse werden dem Wasser neue
Eigenschaften und Wirkungen, unter Berücksichtigung der örtlichen
Wasserzusammensetzung, verliehen.
Ein Überschuss an freien Elektronen, verbunden mit einem hohen
pH-Wert, beugt zivilisationsbedingten Gesundheitsschädigungen
vor. Weitere Eigenschaften des basischen Aktivwassers sind sehr kleine
Cluster, was sich durch eine reduzierte Oberflächenspannung
bemerkbar macht. Es ist „weicher“ und lässt sich
somit leichter trinken. Laut Aussage des Herstellers wird es durch
seinen hohen Energiewert vom Körper besser aufgenommen.
Durch den hohen Überschuss an OH--Ionen enthält es wesentlich
mehr Sauerstoff als neutrales Wasser. Dieser ist in den OH--Ionen
gebunden und liegt nicht als Sauerstoff-Gas (02) vor. Durch den Stoffwechsel
wird diese Bindung gelöst, und aus 4 OH--Ionen entstehen 2 Moleküle
Wasser H20, ein Molekül Sauerstoff 02 und 4 Elektronen, wodurch
unser Körper sowohl mit Sauerstoff als auch mit zusätzlicher
Energie und antioxidativem Potenzial versorgt wird.
Auf Grund des hohen pH-Wertes geht man
davon aus, dass dieser die Lymphe günstig beeinflusst. Ein verhältnismäßig
hohes Reduktionspotenzial im Vergleich zu anderen Antioxidantien
in der Nahrung oder in Vitaminen runden die Eigenschaften des basischen
Aktivwassers ab, das sich ohne großen Aufwand mit einem Wasserionisierer
am Wasserhahn selbst herstellen lässt. Es ist das Ergebnis einer
speziellen elektrolytischen Reaktion innerhalb eines Wasserionisierers:
Durch einen Aktivkohlefilter gereinigtes Leitungswasser gelangt in
eine Kammer, die durch eine feine halb durchlässige Membran
geteilt ist. Mithilfe von Strom, der durch Platin beschichtete Titan-Elektroden
geleitet wird, die positiv und negativ geladen sind, entsteht ein
basischer Teil mit Elektronenüberschuss (basisches Aktivwasser)
und ein saurer Teil mit Elektronenmangel (saures Oxidwasser). Der
galvanische Strom bewirkt, dass alle nützlichen (basischen)
Mineralien in die eine, die sauren Mineralien in die andere Kammer
wandern. Kationen, also positive (basische) Ionen, umgeben die negative
Elektrode und produzieren basisches, reduziertes Aktivwasser, Anionen,
also negative (saure) Ionen, umgeben die positiven Elektroden und
produzieren dabei saures, oxidiertes Oxidwasser. (Siehe Abbildung
Ionisierungskammer)

Bei diesem Vorgang gelangen zahlreiche
freie Elektronen in die Kammer zu den basischen Mineralien. Wassermoleküle werden zu basischen,
negativ geladenen Ionen OH- umgewandelt. Gleichzeitig werden die
Wassercluster aufgebrochen und zu kleinstmöglichen Einheiten
mit 5–6 Molekülen zusammengefügt. Um sicherzustellen,
dass genügend Calcium vorhanden ist, enthält der Filter
meist noch hochwertiges Korallencalcium, das über einen Filter
zusätzlich noch ans Wasser abgegeben wird.
Basisches Aktivwasser (stufenweise bis zum pH-Wert 11 herstellbar
und einem Redoxpotenzial von bis -700 mV, je nach Zusammensetzung
des Ausgangswassers) kommt aus dem Hauptwasserhahn des Ionisators
und wird zum Trinken und Kochen verwendet. Das saure Oxidwasser (bis
pH-Wert 3 und +1100 mV Redoxpotenzial) läuft über einen
Schlauch an der Unterseite des Gerätes ab. Es ist ein Oxidationsmittel,
das Elektronen aus Bakterien raubt und diese so vernichtet. Es dient
somit als Desinfektionsmittel beim Waschen der Hände, zur Mundspülung,
um Nahrung oder Küchengeräte zu reinigen und um kleine
Wunden zu behandeln.

Ein negatives Redoxpotenzial von -120
bis -700 mV macht basisches Aktivwasser zum Antioxidant. Es neutralisiert
mit seinen überschüssigen
Elektronen die freien Radikale im Körper und verhindert somit
ihre Einwirkung auf gesunde Körperzellen.
Laut Aussagen des Herstellers ist das
Trinken von basischem Aktivwasser die effizienteste Methode, um
unseren Körper mit Basen und freie
Elektronen zu versorgen. Während Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel
erst verdaut werden müssen, um beides zu erhalten, gelangen
diese beim Trinken direkt über den Darm zu den Darmschleimhäuten,
in den Blutkreislauf und das Lymphsystem.
Es wird empfohlen, den gesamten, täglichen Wasserbedarf damit
zu decken. Überschüssige Basen werden ausgeschieden oder
dienen der Neutralisierung von Säuren, die laufend durch den
Zellstoffwechsel entstehen. Ideal scheint ein Aktivwasser-pH-Wert
von 9 zu sein, das möglichst frisch getrunken werden sollte,
da sich die freien Elektronen schnell verflüchtigen. Die Steigerung
des pH-Wertes sollte langsam erfolgen, um körperliche Überreaktionen
zu vermeiden.
Meine Meinung
Ich finde es bemerkenswert, erfinderisch
zu sein, um z. B. über
ein Wasser mit speziellen Eigenschaften anderen, meist leidenden,
Menschen helfen zu wollen. Insofern hat alles seine Berechtigung.
Im Eifer des Gefechtes tritt – meiner Meinung nach – manchmal
die Natur als Vorbild in den Hintergrund, und damit die Tatsache,
dass Wasser immer „ausgewogen“ oder „gesättigt“ sein
möchte. Es werden künstlich einseitige Wässer mit
spezifischen Eigenschaften erzeugt, die rein theoretisch gut für
uns sein müssten, es aber auf Dauer vielleicht nicht sind, da
diese meist „instabil“ reagieren.
Beim basischen Aktivwasser „verflüchtigen“ sich
die freien Elektronen sehr schnell. Ebenso verringert sich der pH-Wert
bei Lagerung ebenfalls. Je nach Umwelteinflüssen (z. B.
elektromagnetische Schwingung, Strom), Bewegung (beim Transport)
oder Licht finden diese Veränderungen mehr oder weniger schnell
statt. Hier erkennt man deutlich den Unterschied zur Natur, wo solche
Veränderungen nicht derart schnell ablaufen, wenn überhaupt.
Dass basisches Aktivwasser die Wirkung von Medikamenten durch seine
oxidierenden Eigenschaften beeinflussen kann, darf nicht übersehen
werden.
Meiner Meinung nach basiert die Grundlage
des basischen Aktivwassers auf der Tatsache, dass unsere Lebensmittel
durch (saure) Umwelteinflüsse
und Weiterverarbeitung nicht mehr ausreichend Vitamine und Mineralien
besitzen bzw. eine geringe antioxidante Wirkung aufweisen. Dieser
Auffassung widerspreche ich prinzipiell, wie in meinem Buch im Kapitel „Können
wir uns noch gesund ernähren“ ab Seite 70 zu lesen ist.
Ein weiterer Widerspruch liegt für mich im stark negativen Redoxpotenzial
von bis zu - 400 mV. Ein Blick in die Natur zeigt, dass z. B.
biologische Zitronen ein positives Redoxpotenzial von ca. + 400 mV
aufweisen, ähnlich dem von unbehandeltem Leitungswasser. Wobei
die Zitrone organische und das Wasser – egal ob Trink-, Quell-
oder Mineralwasser – anorganische Mineralien enthalten. Ersteres
ist generell effektiver.
Prinzipiell bin ich skeptisch, wenn zur
Herstellung eines spezifischen Wassers Strom verwendet wird, auch
wenn es sich dabei um eine niedrige Spannung handelt. Mittlerweile
ist die 50-Herz-Schwingung des Stromes überall
im häuslichen Wasser zu finden. Problematisch wird es, wenn
man die entsprechenden Oberschwingungen von 100/200/400/800-Herz
usw. berücksichtigt. Irgendwann liegen diese in einem Bereich,
der die Körperorgane auf Dauer beeinträchtigt.
Im Wasserionisierer fließt das Trinkwasser durch einen Aktivkohlefilter,
der mit Silber bedampft ist. Meine Einstellung dazu dürfte bekannt
sein. Diesen dann präventiv bei längerer Nichtbenutzung
des Wasserionisierers im Kühlschrank aufzubewahren, um bei niedrigen
Temperaturen eine Verkeimung zu verhindern, halte ich für äußerst
widersprüchlich. Durch die Herausnahme kommt Sauerstoff in den
Filter, wodurch die Keime sich noch schneller vermehren können.
Vor dem Abfüllen des basischen Aktivwassers sollte das Wasser
eine gewisse Zeit ablaufen, um angereichertes Silber im aufbereiteten
Wasser wegzuspülen.
Achtung, dieses hochbasische Wasser nicht länger als 24 Stunden
lagern, da es keimvermehrend bzw. -fördernde Eigenschaften aufweist.
Wir sollten uns besinnen, warum die Natur freie Radikale (= aktive
Sauerstoffradikale) hervorgebracht hat. Sicherlich nicht, um unseren
Körper zu schädigen. Doch wie alles bei zu einseitiger
und übertriebener Lebensweise nehmen manche Dinge eben einseitig überhand
und führen auf Dauer zu Belastungen für den Körper.
Die Natur braucht freie Radikale, um das körpereigene Immunsystem
zu stärken. Eine gezielte oder unkontrollierte Reduzierung führt
zwangsläufig dazu, unser Immunsystem zu schwächen und uns
empfänglicher für Krankheiten zu machen. Auf natürliche
Art und Weise erhält unser Köper Antioxidantien – das
Gegenteil von freien Radikalen – über ausreichend rohes
Obst und Gemüse, z. B. in Form von Vitamin E, C. Sie
versorgen freie Radikale und aktiven Sauerstoff mit notwendigen Elektronen
und verhindern so die Oxidation bzw. nachteilige Wirkung auf unser
Gewebe.
Das hochbasische Wasser der elektrisch
geladenen Kathode (in Fachkreisen auch Wasser des Lebens genannt)
als Trinkwasser zu verwenden, halte ich für kritisch, insbesondere wenn der Nitratgehalt des Trinkwassers
eine gewisse Grenze überschreitet.
Nitrat, Nitrit oder Ammonium sind heutzutage typische Verschmutzungsindikatoren
unseres Wassers. Ammoniak (vor allem bei höheren pH-Werten)
und Nitrit sind auch in geringeren Konzentrationen für Menschen
nicht von Vorteil. Ammoniak entsteht beim Abbau pflanzlicher und
tierischer Eiweißstoffe im Wasser.
Je nach den vorliegenden Bedingungen kann sich Ammonium/Ammoniak
im Wasser ansammeln oder von Bakterien unter Verbrauch von Sauerstoff
zu Nitrit und Nitrat umwandeln. Diesen sich unter oxidativen Bedingungen
vollziehenden Vorgang nennt man Nitrifikation. Auch der umgekehrte
Vorgang der Reduktion von Nitraten zu Ammonium/Ammoniak oder auch
Stickstoff ist unter bestimmten chemischen Bedingungen möglich
= Denitrifikation. Giftiges Ammoniak ist nur im alkalischen (pH-Wert
hohem) Wasser beständig, während ungefährliches Ammonium
sich dagegen nur im sauren Wasser bildet.
Die Behauptungen, dass die Oberflächenspannung reduziert und
mehr Sauerstoff im basischen Aktivwasser vorhanden ist, kann ich
weder bestätigen noch widerlegen, da mir hierzu keine Laborergebnisse
vorliegen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass durch die
Verwendung von Strom dieser in Form von Wärmeenergie ins Wasser übergeht
und dadurch Sauerstoff reduziert wird. Eine durch den Strom erzeugte
höhere Wassertemperatur reduziert die Oberflächenspannung
geringfügig, die nach Abkühlung ihren ursprünglichen
Wert wieder erreicht (siehe auch im Wasser-Praxisbuch Seite 101 unten,
Zusammenhang zwischen Temperatur und Oberflächenspannung). Einer
kurweisen Anwendung des Basenwassers steht jedoch nichts im Wege.
Saures Aktivwasser
Nur weil die Mehrheit der Menschen einen
sauren Haut-pH-Wert hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass dies
der Normalzustand ist. Ein Neugeborenes zeigt uns hier einen pH-Wert
von über 7 auf.
Daher ist es für mich widersprüchlich, dieses Oxidwasser
(in Fachkreisen auch Wasser des Todes genannt) für die Herstellung
von Kosmetikprodukten zu verwenden, nur weil es als Oxidationsmittel
wirkt und Elektronen aus Bakterien raubt, wodurch diese absterben.
Ebenso die Verwendung im Haushalt zum Waschen zu empfehlen – da
ohne Kalk –, halte ich nicht für ratsam, da dieses saure
Wasser Material angreifende Eigenschaften z. B. auf Waschmaschinen
besitzt.
Pflanzen dauerhaft damit zu gießen, halte ich nicht für
gut, da diese, um nicht zu übersäuern, Basen zur Verfügung
stellen, die so unnötigerweise aufgebraucht werden.
Bedenkt man, dass dieses hochsaure Oxidwasser in den Abfluss gelangt,
wird dadurch eine Menge basisches Wasser reduziert. Bei flächendeckender,
dauerhafter Anwendung führt dies generell zu saurem Grundwasser
und belastet somit die Umwelt nachteilig.
Durch Radikalenbildung im sauren Wasser, die sich im Behälter
an den Elektroden aus Klebemitteln oder Kunststoffteilen bilden,
werden beim Trinken unsere Leberzellkerne beeinträchtigt.
Ob Wasserionisatoren nach Jahren des Betriebes
noch zuverlässig
genug das „Wasser des Lebens“ herstellen, lasse ich offen
mit dem Hinweis, dass bei der unvollständigen Elektrolyse der
Grad zwischen „totem“ und „lebendigem“ Wasser
sehr schmal ist.
Der Autor:
Dieter Schmitt beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit
dem Thema Wasser und allen verwandten Themen wie z. B. Ernährung,
Salz usw. Er ist Autor des „Wasser-Praxisbuches“ ISBN
978-3-930403-56-1 das im www.Siva-Natara-Verlag.de erschienen
ist.
Weitere Informationen zum Thema
Wasser finden Sie auch auf der Internetseite:
www.belebtes-wasser.de