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Trinkwasser(nach)aufbereitung
Basisches Aktivwasser

von Dieter Schmitt

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Der Markt der Wasser(nach)aufbereitung boomt schon seit Jahren mehr denn je. Hier den Überblick zu behalten, wird immer undurchsichtiger, da eine neue Errungenschaft die andere jagt. Ein Verfahren, auf das ich in meinen Vorträgen in letzter Zeit immer wieder angesprochen werde, ist das „basische Aktivwasser“.

Erfunden wurden die so genannten „Wasserionisierer“ in Russland, werden seit etwa 1950 vermehrt in Japan eingesetzt und sind dort weiter perfektioniert worden. Heute findet das basische Aktivwasser immer mehr Anhänger.
Durch diese unvollständige Elektrolyse werden dem Wasser neue Eigenschaften und Wirkungen, unter Berücksichtigung der örtlichen Wasserzusammensetzung, verliehen.

Ein Überschuss an freien Elektronen, verbunden mit einem hohen pH-Wert, beugt zivilisationsbedingten Gesundheitsschädigungen vor. Weitere Eigenschaften des basischen Aktivwassers sind sehr kleine Cluster, was sich durch eine reduzierte Oberflächenspannung bemerkbar macht. Es ist „weicher“ und lässt sich somit leichter trinken. Laut Aussage des Herstellers wird es durch seinen hohen Energiewert vom Körper besser aufgenommen.
Durch den hohen Überschuss an OH--Ionen enthält es wesentlich mehr Sauerstoff als neutrales Wasser. Dieser ist in den OH--Ionen gebunden und liegt nicht als Sauerstoff-Gas (02) vor. Durch den Stoffwechsel wird diese Bindung gelöst, und aus 4 OH--Ionen entstehen 2 Moleküle Wasser H20, ein Molekül Sauerstoff 02 und 4 Elektronen, wodurch unser Körper sowohl mit Sauerstoff als auch mit zusätzlicher Energie und antioxidativem Potenzial versorgt wird.

Auf Grund des hohen pH-Wertes geht man davon aus, dass dieser die Lymphe günstig beeinflusst. Ein verhältnismäßig hohes Reduktionspotenzial im Vergleich zu anderen Antioxidantien in der Nahrung oder in Vitaminen runden die Eigenschaften des basischen Aktivwassers ab, das sich ohne großen Aufwand mit einem Wasserionisierer am Wasserhahn selbst herstellen lässt. Es ist das Ergebnis einer speziellen elektrolytischen Reaktion innerhalb eines Wasserionisierers:
Durch einen Aktivkohlefilter gereinigtes Leitungswasser gelangt in eine Kammer, die durch eine feine halb durchlässige Membran geteilt ist. Mithilfe von Strom, der durch Platin beschichtete Titan-Elektroden geleitet wird, die positiv und negativ geladen sind, entsteht ein basischer Teil mit Elektronenüberschuss (basisches Aktivwasser) und ein saurer Teil mit Elektronenmangel (saures Oxidwasser). Der galvanische Strom bewirkt, dass alle nützlichen (basischen) Mineralien in die eine, die sauren Mineralien in die andere Kammer wandern. Kationen, also positive (basische) Ionen, umgeben die negative Elektrode und produzieren basisches, reduziertes Aktivwasser, Anionen, also negative (saure) Ionen, umgeben die positiven Elektroden und produzieren dabei saures, oxidiertes Oxidwasser. (Siehe Abbildung Ionisierungskammer)

ionisierungskammer

Bei diesem Vorgang gelangen zahlreiche freie Elektronen in die Kammer zu den basischen Mineralien. Wassermoleküle werden zu basischen, negativ geladenen Ionen OH- umgewandelt. Gleichzeitig werden die Wassercluster aufgebrochen und zu kleinstmöglichen Einheiten mit 5–6 Molekülen zusammengefügt. Um sicherzustellen, dass genügend Calcium vorhanden ist, enthält der Filter meist noch hochwertiges Korallencalcium, das über einen Filter zusätzlich noch ans Wasser abgegeben wird.
Basisches Aktivwasser (stufenweise bis zum pH-Wert 11 herstellbar und einem Redoxpotenzial von bis -700 mV, je nach Zusammensetzung des Ausgangswassers) kommt aus dem Hauptwasserhahn des Ionisators und wird zum Trinken und Kochen verwendet. Das saure Oxidwasser (bis pH-Wert 3 und +1100 mV Redoxpotenzial) läuft über einen Schlauch an der Unterseite des Gerätes ab. Es ist ein Oxidationsmittel, das Elektronen aus Bakterien raubt und diese so vernichtet. Es dient somit als Desinfektionsmittel beim Waschen der Hände, zur Mundspülung, um Nahrung oder Küchengeräte zu reinigen und um kleine Wunden zu behandeln.

redoxpatenziale

Ein negatives Redoxpotenzial von -120 bis -700 mV macht basisches Aktivwasser zum Antioxidant. Es neutralisiert mit seinen überschüssigen Elektronen die freien Radikale im Körper und verhindert somit ihre Einwirkung auf gesunde Körperzellen.

Laut Aussagen des Herstellers ist das Trinken von basischem Aktivwasser die effizienteste Methode, um unseren Körper mit Basen und freie Elektronen zu versorgen. Während Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel erst verdaut werden müssen, um beides zu erhalten, gelangen diese beim Trinken direkt über den Darm zu den Darmschleimhäuten, in den Blutkreislauf und das Lymphsystem.
Es wird empfohlen, den gesamten, täglichen Wasserbedarf damit zu decken. Überschüssige Basen werden ausgeschieden oder dienen der Neutralisierung von Säuren, die laufend durch den Zellstoffwechsel entstehen. Ideal scheint ein Aktivwasser-pH-Wert von 9 zu sein, das möglichst frisch getrunken werden sollte, da sich die freien Elektronen schnell verflüchtigen. Die Steigerung des pH-Wertes sollte langsam erfolgen, um körperliche Überreaktionen zu vermeiden.

Meine Meinung

Ich finde es bemerkenswert, erfinderisch zu sein, um z. B. über ein Wasser mit speziellen Eigenschaften anderen, meist leidenden, Menschen helfen zu wollen. Insofern hat alles seine Berechtigung. Im Eifer des Gefechtes tritt – meiner Meinung nach – manchmal die Natur als Vorbild in den Hintergrund, und damit die Tatsache, dass Wasser immer „ausgewogen“ oder „gesättigt“ sein möchte. Es werden künstlich einseitige Wässer mit spezifischen Eigenschaften erzeugt, die rein theoretisch gut für uns sein müssten, es aber auf Dauer vielleicht nicht sind, da diese meist „instabil“ reagieren.
Beim basischen Aktivwasser „verflüchtigen“ sich die freien Elektronen sehr schnell. Ebenso verringert sich der pH-Wert bei Lagerung ebenfalls. Je nach Umwelteinflüssen (z. B. elektromagnetische Schwingung, Strom), Bewegung (beim Transport) oder Licht finden diese Veränderungen mehr oder weniger schnell statt. Hier erkennt man deutlich den Unterschied zur Natur, wo solche Veränderungen nicht derart schnell ablaufen, wenn überhaupt. Dass basisches Aktivwasser die Wirkung von Medikamenten durch seine oxidierenden Eigenschaften beeinflussen kann, darf nicht übersehen werden.

Meiner Meinung nach basiert die Grundlage des basischen Aktivwassers auf der Tatsache, dass unsere Lebensmittel durch (saure) Umwelteinflüsse und Weiterverarbeitung nicht mehr ausreichend Vitamine und Mineralien besitzen bzw. eine geringe antioxidante Wirkung aufweisen. Dieser Auffassung widerspreche ich prinzipiell, wie in meinem Buch im Kapitel „Können wir uns noch gesund ernähren“ ab Seite 70 zu lesen ist.
Ein weiterer Widerspruch liegt für mich im stark negativen Redoxpotenzial von bis zu - 400 mV. Ein Blick in die Natur zeigt, dass z. B. biologische Zitronen ein positives Redoxpotenzial von ca. + 400 mV aufweisen, ähnlich dem von unbehandeltem Leitungswasser. Wobei die Zitrone organische und das Wasser – egal ob Trink-, Quell- oder Mineralwasser – anorganische Mineralien enthalten. Ersteres ist generell effektiver.

Prinzipiell bin ich skeptisch, wenn zur Herstellung eines spezifischen Wassers Strom verwendet wird, auch wenn es sich dabei um eine niedrige Spannung handelt. Mittlerweile ist die 50-Herz-Schwingung des Stromes überall im häuslichen Wasser zu finden. Problematisch wird es, wenn man die entsprechenden Oberschwingungen von 100/200/400/800-Herz usw. berücksichtigt. Irgendwann liegen diese in einem Bereich, der die Körperorgane auf Dauer beeinträchtigt.
Im Wasserionisierer fließt das Trinkwasser durch einen Aktivkohlefilter, der mit Silber bedampft ist. Meine Einstellung dazu dürfte bekannt sein. Diesen dann präventiv bei längerer Nichtbenutzung des Wasserionisierers im Kühlschrank aufzubewahren, um bei niedrigen Temperaturen eine Verkeimung zu verhindern, halte ich für äußerst widersprüchlich. Durch die Herausnahme kommt Sauerstoff in den Filter, wodurch die Keime sich noch schneller vermehren können.
Vor dem Abfüllen des basischen Aktivwassers sollte das Wasser eine gewisse Zeit ablaufen, um angereichertes Silber im aufbereiteten Wasser wegzuspülen.
Achtung, dieses hochbasische Wasser nicht länger als 24 Stunden lagern, da es keimvermehrend bzw. -fördernde Eigenschaften aufweist.
Wir sollten uns besinnen, warum die Natur freie Radikale (= aktive Sauerstoffradikale) hervorgebracht hat. Sicherlich nicht, um unseren Körper zu schädigen. Doch wie alles bei zu einseitiger und übertriebener Lebensweise nehmen manche Dinge eben einseitig überhand und führen auf Dauer zu Belastungen für den Körper. Die Natur braucht freie Radikale, um das körpereigene Immunsystem zu stärken. Eine gezielte oder unkontrollierte Reduzierung führt zwangsläufig dazu, unser Immunsystem zu schwächen und uns empfänglicher für Krankheiten zu machen. Auf natürliche Art und Weise erhält unser Köper Antioxidantien – das Gegenteil von freien Radikalen – über ausreichend rohes Obst und Gemüse, z. B. in Form von Vitamin E, C. Sie versorgen freie Radikale und aktiven Sauerstoff mit notwendigen Elektronen und verhindern so die Oxidation bzw. nachteilige Wirkung auf unser Gewebe.

Das hochbasische Wasser der elektrisch geladenen Kathode (in Fachkreisen auch Wasser des Lebens genannt) als Trinkwasser zu verwenden, halte ich für kritisch, insbesondere wenn der Nitratgehalt des Trinkwassers eine gewisse Grenze überschreitet.
Nitrat, Nitrit oder Ammonium sind heutzutage typische Verschmutzungsindikatoren unseres Wassers. Ammoniak (vor allem bei höheren pH-Werten) und Nitrit sind auch in geringeren Konzentrationen für Menschen nicht von Vorteil. Ammoniak entsteht beim Abbau pflanzlicher und tierischer Eiweißstoffe im Wasser.
Je nach den vorliegenden Bedingungen kann sich Ammonium/Ammoniak im Wasser ansammeln oder von Bakterien unter Verbrauch von Sauerstoff zu Nitrit und Nitrat umwandeln. Diesen sich unter oxidativen Bedingungen vollziehenden Vorgang nennt man Nitrifikation. Auch der umgekehrte Vorgang der Reduktion von Nitraten zu Ammonium/Ammoniak oder auch Stickstoff ist unter bestimmten chemischen Bedingungen möglich = Denitrifikation. Giftiges Ammoniak ist nur im alkalischen (pH-Wert hohem) Wasser beständig, während ungefährliches Ammonium sich dagegen nur im sauren Wasser bildet.

Die Behauptungen, dass die Oberflächenspannung reduziert und mehr Sauerstoff im basischen Aktivwasser vorhanden ist, kann ich weder bestätigen noch widerlegen, da mir hierzu keine Laborergebnisse vorliegen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass durch die Verwendung von Strom dieser in Form von Wärmeenergie ins Wasser übergeht und dadurch Sauerstoff reduziert wird. Eine durch den Strom erzeugte höhere Wassertemperatur reduziert die Oberflächenspannung geringfügig, die nach Abkühlung ihren ursprünglichen Wert wieder erreicht (siehe auch im Wasser-Praxisbuch Seite 101 unten, Zusammenhang zwischen Temperatur und Oberflächenspannung). Einer kurweisen Anwendung des Basenwassers steht jedoch nichts im Wege.

Saures Aktivwasser

Nur weil die Mehrheit der Menschen einen sauren Haut-pH-Wert hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass dies der Normalzustand ist. Ein Neugeborenes zeigt uns hier einen pH-Wert von über 7 auf. Daher ist es für mich widersprüchlich, dieses Oxidwasser (in Fachkreisen auch Wasser des Todes genannt) für die Herstellung von Kosmetikprodukten zu verwenden, nur weil es als Oxidationsmittel wirkt und Elektronen aus Bakterien raubt, wodurch diese absterben.
Ebenso die Verwendung im Haushalt zum Waschen zu empfehlen – da ohne Kalk –, halte ich nicht für ratsam, da dieses saure Wasser Material angreifende Eigenschaften z. B. auf Waschmaschinen besitzt.
Pflanzen dauerhaft damit zu gießen, halte ich nicht für gut, da diese, um nicht zu übersäuern, Basen zur Verfügung stellen, die so unnötigerweise aufgebraucht werden.
Bedenkt man, dass dieses hochsaure Oxidwasser in den Abfluss gelangt, wird dadurch eine Menge basisches Wasser reduziert. Bei flächendeckender, dauerhafter Anwendung führt dies generell zu saurem Grundwasser und belastet somit die Umwelt nachteilig.
Durch Radikalenbildung im sauren Wasser, die sich im Behälter an den Elektroden aus Klebemitteln oder Kunststoffteilen bilden, werden beim Trinken unsere Leberzellkerne beeinträchtigt.

Ob Wasserionisatoren nach Jahren des Betriebes noch zuverlässig genug das „Wasser des Lebens“ herstellen, lasse ich offen mit dem Hinweis, dass bei der unvollständigen Elektrolyse der Grad zwischen „totem“ und „lebendigem“ Wasser sehr schmal ist.

Der Autor:
Dieter Schmitt beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit dem Thema Wasser und allen verwandten Themen wie z. B. Ernährung, Salz usw. Er ist Autor des „Wasser-Praxisbuches“ ISBN 978-3-930403-56-1 das im www.Siva-Natara-Verlag.de erschienen ist. 

Weitere Informationen zum Thema Wasser finden Sie auch auf der Internetseite:

www.belebtes-wasser.de

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Kontakt:

Dieter Schmitt
Am Höchberg 34
97234 Reichenberg

 

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Ein Artikel aus dem Lichtstrahl-Magazin.