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BALOU
Der kleine, tapfere Kater von Sabine Runkel
Neue, interessante Abenteuer zum schmunzeln |
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DER HILFERUF Nachdem ich meinen ersten Geburtstag bzw. Jahrestag in meiner richtigen, lieben Familie feiern durfte, kehrte der Alltag wieder ein und es wurde allmählich ruhiger im Haus. Es war später Februar und die Sonne kam auch schon manchmal mit ihrer ganzen Kraft hinter den dicken, weißgrauen Wolken hervor. Es war herrlich. Ich saß wie immer auf meinem Lieblingsplatz, der kleinen Terrasse, direkt neben unserer Katzenklappe, und schaute Frauchen zu, wie sie fleißig im Garten arbeitete. Bruno und Jack genießen ebenfalls die ersten warmen Sonnenstrahlen dieses Jahres und räkelten sich freudig im feuchten Gras. Mogli liegt wie üblich tagsüber im Haus und schläft wie ein kleines Engelchen. Schmetterlinge flatterten an mir vorbei und die Vögel zwitschern ihre ersten Lieder. Mir ist so wohl ums Herz, bis mich jedoch ein eigenartiges Gefühl innerlich durchzuckte und zutiefst erschaudern ließ. Mein kleiner Katerbauch krampfte sich zusammen und urplötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Nein, es war irgendwie kein Gedanke, sondern mehr ein stummer Schrei! Eine zitternde Stimme rief mir leise etwas zu: „Balou, komm, ich brauche dich!“ Wie bitte? Hat da jetzt jemand mit mir gesprochen? Ich schaute mich suchend um, ob jemand Fremdes im Garten ist und zu mir spricht. Aber nein, dieses leise Flüstern war wohl doch nur in meinem Kopf. Da, schon wieder diese Stimme! „Balou, komm zu mir, bevor es zu spät ist!“ Wie bitte? Was denn zu spät? Was soll zu spät sein? Ein seltsames Gefühl umschloss mich sogleich und mir wurde ganz flau dabei. Was könnte denn damit gemeint sein und wer ruft mich denn da? Verunsichert und etwas verängstigt verdrängte ich diesen Gedanken zunächst und widmete mich anderen Dingen zu, um mich etwas vom Geschehenen abzulenken. Ich ging eben mal schnell hinüber zu meiner geliebten Tashima,
die ja direkt neben uns wohnt, um sie zu einem gemeinsamen Spaziergang
abzuholen. Natürlich hab ich ihr sogleich von meinem kleinen „Hirngespinst“ erzählt.
Sie sah mich kopfschüttelnd und völlig erstaunt an und fragte
mich, was das denn gewesen sein könnte, und wer mich da rufen würde?
Tja, noch war mir nicht ganz klar, wie ich das Ganze hätte einordnen
sollen und genoss vorerst den Spaziergang mit meinem Schatz Tashima.
Wir schlenderten gemeinsam über unsere Lieblingswiese und legten
uns gemütlich in das weiche, feuchte, aber dennoch sehr kühle
Gras. Die Heuschrecken hüpften auf uns herum und wir hatten Spaß,
sie mit unseren Pfoten wieder zu verscheuchen. Was soll ich denn jetzt nur machen? Mrau? Ich habe doch letztes Jahr meinem Frauchen und auch meinen beiden Geschwistern Maunzi und Fritzi versprochen, dass ich niemals wieder zu diesem Hof hingehe. Was mach ich nur? Mrau … Mrau … Mrau … Ich habe es doch versprochen. Oh mein Gott, ich weiß nicht, was ich machen soll ... Ich glaube, ich geh jetzt doch mal zu meinem Seelenverwandten und Lieblingsbruder Jack, um mit ihm darüber zu reden. Ja genau, das mach ich jetzt. Er hat mir schon immer weiterhelfen können! Du, Jack, sag mal, kannst du dich noch daran erinnern, dass ich damals
unserem Frauchen versprochen habe, niemals mehr auf meinem Geburtshof
zurückzukehren? Es ist aber etwas ganz Komisches passiert und ich
habe ein ungutes Gefühl, dass mich von dort jemand ruft und eventuell
meine Hilfe benötigt. Okay, Jack! Ich spüre, ich muss da hin, es lässt mir keine Ruhe. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät! Mrau! Wer weiß, was mich da erwartet?
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