... „Wir Zivilisationsmenschen müssen uns immer
wieder klarmachen, daß unsere Babys von Natur aus ‘Mutterhocker’ oder ’Traglinge’ sind, ähnlich
wie neugeborene Affen, die sich ständig an ihre Mutter klammern.
Man versetze sich in so ein kleines Wesen, das nun einmal engen
Körperkontakt braucht, die wohlige Wärme, den Nuckel,
den beruhigenden Schlag des Herzens. Wenn dies alles plötzlich
nicht mehr da ist, überfällt es instinktiv eine fürchterliche
Angst vor dem Verlassensein, die fast gleichbedeutend mit der
Angst vor dem Tode ist. Je länger das Baby schreien muß,
desto tiefer brennt sich diese Angst in die kleine Seele ein.
Als Folge übersteigert sich die Angst in der Charakteranlage
und kann sich nicht im dynamischen Gleichgewicht mit dem Gefühl
der Geborgenheit zum ausgewogenen Maß entwickeln ... Damit
ist der Keim zur Lebensangst und Hoffnungslosigkeit gesät.
Eine seelische Fehlentwicklung nimmt ihren Anfang; sie endet
in besonders krassen Fällen später im Leben in Rauschgiftsucht,
manchmal auch im Selbstmord.“ 27/138 ...
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