Leseprobe:

Lebensbegleiter
auf dem Weg ins Licht

von Walter Schlandt

Buch

ISBN 3-930403-39-0

   
Leseprobe Kapitel 11
75.-81. Lebensjahr

 

... Das höhere Erwachsenenalter oder Alter ist nach den Erkenntnissen der letzten beiden Jahrzehnte, die auf den Gebieten der psychologischen Gerontologie (Altersforschung) erzielt worden sind, mit Sicherheit nicht eine Lebensphase der Stagnation.
Neben individuell unterschiedlichen körperlichen Abbauprozessen, kann man nicht grundsätzlich auch von Einbußen geistiger Fähigkeit nur auf Grund des Älterwerdens ausgehen, im Gegenteil.
Bereits Carl Gustav Jung hatte die Persönlichkeitsentwicklung, die auch in diesem Lebensabschnitt fortschreitet, als einen Prozeß der Selbstverwirklichung, Selbstidentifikation und Selbstwerdung bezeichnet.
In dem Ausspruch von Wilhelm von Humboldt ‘Jedes Schicksal ist nur Stoff, an dem ich meine Seele übe‘, wird die Auffassung von Entwicklung als Selbstgestaltung besonders deutlich. „Nicht das fortschreitende Alter, sondern beispielsweise durch den Austritt aus dem Berufsleben“ sieht Steinbach (1971) „die Gefahr einer Reduzierung der körperlichen Leistung und Aktivitäten, die zu einer Reduzierung sozialer und intellektueller Aktivitäten (durch das Ausbleiben beruflicher Anforderungen) noch hinkommt, gefährdet.“ 3/340
„Die Folge ist Inaktivitätsatrophie auf allen diesen Gebieten, die eigentlich über das hinausgeht, was altersmäßig und biologisch nötig wäre.“ 3/340
Steinbach weist zusätzlich auch noch darauf hin, daß manche Maßnahmen der Altershilfe diese Inaktivitäten auf dem körperlichen, intellektuellen und sozialen Sektor fördern z. B. „wenn wir Reservate für die Alten bauen, wenn wir nur Altenheime schaffen, die aus Zimmern bestehen, in denen Menschen leben können und essen dürfen.“ 3/340

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– Es ist nicht wenig Zeit was wir haben, sondern es ist viel, was wir nicht nutzen.

Lucius Annaneus Seneca 327
 
– Einsamkeit ist der Weg auf dem das Schicksal den Menschen zu sich selber führen will.
Hermann Hesse 149
 
– Sag es, o Weiser, wodurch du zu solchem Wissen gelangtest?
Dadurch, daß ich mich nie, andere zu fragen, geschämt habe.
Johann Gottfried Herder 148
 
– Die Welt ist ein schönes Buch, aber es nützt demjenigen wenig, der nicht darin zu lesen weiß.
Carlo Goldoni 127
 
– Menschen und Völker handeln erst vernünftig, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind.
Abba Solomon Eban 78
 

– Der Vorteil eines schlechten Gedächtnisses ist, daß man dieselben guten Dinge mehrere Male zum ersten Mal genießt.

Friedrich Nietzsche 266
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