Leseprobe:

Lebensbegleiter
auf dem Weg ins Licht

von Walter Schlandt

Buch

ISBN 3-930403-39-0

   
Leseprobe Kapitel 12
ab dem 82. Lebensjahr

 

... Während im vorhergehenden 11. Lebensjahrsiebent die Aufmerksamkeit der Betroffenen vorwiegend nach rückwärts gewandt war, wobei der bisher zurückgelegte Lebensweg einer selbstkritischen Bewertung unterzogen wurde und hier und da, das Ergebnis dieser „Lebensernte“ ergänzt werden konnte, so wendet sich nun die Gedanken- und Blickrichtung nach vorne. Körperliche Beschwerden einerseits und die Ungewißheit der Zukunft andererseits beschäftigen den immer mehr, in sich zurückziehenden, vereinsamenden Greis. Wohl gibt es auch Menschen, die bei diesem hohen Alter sich noch einer beneidenswerten körperlichen Vitalität, bei geistiger Frische erfreuen, doch sind das meistens leider nur Ausnahmefälle.
Ernst Moritz Arndt schreibt in einem seiner Gedichte:
„Trage frisch des Lebens Bürde, Arbeit heißt des Mannes Würde, kurzer Bach fließt Erdenleid, langer Strom die Ewigkeit.“
Allgemein bekannt ist Psalm 90.10: „Unser Leben währet siebenzig Jahr, und wenn es hochkommt so sind’s achtzig, und wenn’s köstlich gewesen, so ist’s Müh und Arbeit gewesen; denn es fährt dahin, als flogen wir davon.“
Wilhelm Freiherr von Humboldt schrieb in Briefen an eine Freundin drei bemerkenswerte Zitate, die im Folgenden gebracht werden sollen:
– „Das Leben ist dem Menschen von Gott gegeben, um es auf eine ihm wohlgefällige, pflichtgemäße Weise anzuwenden und im Bewußtsein dieser Anwendung zu genießen.“
– „Um des Lebens willen ist man doch auf der Welt, und nur, was man in seinem Gemüt durch das Leben errungen hat, nimmt man mit hinweg.“ Er meinte:
- „Leben wir allein für dieses Leben, so sind wir die elendesten aller erschaffenen Wesen.“ Da pflichtet ihm auch Johann Peter Eckermann in seinen „Gesprächen mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ bei, wenn er behauptet: „Ich möchte mit Lorenzo von Medici sagen, daß alle diejenigen, auch für dieses Leben tot sind, die kein anderes hoffen.“
Goethes diesbezügliche Einstellung entnehmen wir dem folgenden Zitat: „Mich läßt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, daß unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur; es ist Fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit, es ist der Sonne ähnlich, die bloß unseren irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fortleuchtet.“

...

 

...

– Wie anders säet der Mensch und wie anders läßt das Schicksal ihn ernten.

Friedrich Schiller 318
 
– Mußt nicht widerstehen dem Schicksal, aber mußt es auch nicht fliehen! Wirst du ihm entgegengehen, wird’s dich freundlich nach sich ziehen.
Johann Wolfgang von Goethe 123
 
– Die Alten hatten ein Gewissen ohne Wissen, wir heutzutag haben ein Wissen ohne Gewissen.
Julius Wilhelm Zinkgref 393
 
– Mit geheimer Geißel wird vom Gewissen die Seele gepeitscht.
Decimus Junius Juvenal 405
 
– Im Meer des Lebens, Meer des Strebens, in beiden müde geworden, sucht meine Seele den Berg, an dem alle Flut verebbt.
Japanisches Sprichwort
 

– Deinen eigenen Weg zu finden bedeutet, deiner eigenen Seligkeit zu folgen.

Josef Campbel 50
...

Ende der Leseprobe – zurück

Bestellung per Mail

Büchermarkt