... Der eigentliche Sinn unseres irdischen
Lebens ist die seelisch-geistige Höherentwicklung. Dr.
Friedrich Schwab schreibt in seinem Buch „Von der Venus
zur Madonna“ sehr treffend folgendes: „Wie entwickeln
sich die meisten menschlichen Lebensläufe? In der Jugend
besteht eine große Weltverbundenheit, und man ist von
allen geistigen Lehren wie abgeschnürt. Der Mensch staunt über
seine Gescheitheit, und sein Intellekt sagt sich von allem Übersinnlichen
los. Für viele Jahre, ja man kann sagen, oft auch ein
ganzes Leben lang, ist er dann begeistert von der sogenannten
Bildung, Kunst, Wissenschaft, Theater, Büchern, Reisen
und Sport. Auf dem Gebiete der Forschung ist er stolz über
seine ‘Objektivität‘.
Erst später, wenn er sich damit ganz angefüllt hat,
entdeckt er, daß er bisher eigentlich stets das Gleiche
getan hat, daß sich alles wiederholte, nur in anderem
Ablauf. Er findet weiter, daß er die Welt eigentlich
immer nur von einem Punkt aus gesehen und sich keine andere
Erkenntnisart angeeignet hat. Ja, er entdeckt, daß er
immer der gleiche Mensch geblieben ist. Da entsteht eine innere
Leere, in der manche Menschen Selbstmord begehen oder begehen
wollen. Richtiges Leben und Denken sieht anders aus. Diese
Leere ist aber recht heilsam. Jetzt kann der ‘innere
Mensch‘, der bisher geschlafen hatte, wieder erwachen.
Der Mensch sucht nun wieder das Unsichtbare. Wohl ist manchmal
ein harter Schicksalsschlag oder gar eine Katastrophe nötig,
um ihn zu wecken. Dann aber kommt ’das Heimweh’,
erst allmählich, dann immer lauter und deutlicher fühlbar.
Sodann tritt ein Zeitpunkt ein, wo der Mensch von gewissen
Strömungen im eigenen Ätherleib Notiz zu nehmen gezwungen
ist; ja, er wird davon erfaßt und getragen.
Nun beginnt ein wunderbarer Aufbau eines Organismus im Menschen,
den man oft als Strahlenmenschen oder Leuchtmenschen bezeichnen
kann. Jeder Mensch hat den Keim dieses Organismus in sich,
... In jedem von uns ruhen die ‘Befreiungsmöglichkeiten’ – als ‘Christuskraft
in uns‘. Früher oder später schlägt jedem
die Stunde, wo er aus seinem Schlaf erwacht und sich seiner
wahren Bestimmung bewußt wird. Dann soll er voll Gottvertrauen,
mutig, beharrlich diesen ‘Weg nach innen’ betreten.“ 30/22
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