... „Frauen definieren nach C. Gillian
(1984) ihre Identität gerade über Beziehungen und
die Sorge für andere. Männer definieren sich über
eigene Leistungen und Erfolge, betonen dabei eher das Trennende
und die Distanz zu anderen Menschen. Frauen dagegen trennen
ihr Selbst nicht von Beziehungen; ihr zentrales Problem im
frühen Erwachsenenalter ist daher, eigene Bedürfnisse
zu erkennen und sich von anderen abzugrenzen.
Als zentrale Lebensthemen des jüngeren Erwachsenen werden
wir im folgenden die Weiterentwicklung der Identität,
die Entwicklung u. a. intimer Beziehungen, die Sozialisation
in die zentralen Rollen von Beruf und Familie, die Auseinandersetzung
mit normativen Übergängen und kritischen Lebensereignissen
sowie die Entwicklung und Verfolgung von bedeutsamen Lebenszielen
betrachten.“ 2/79
Bezüglich der Fortbildung und der Aufstiegschancen bei
Frauen wäre folgendes festzustellen: „Der Anteil
jener Frauen, die noch während der Berufsausbildung oder
direkt nach Abschluß derselben die Berufstätigkeit
wegen Heirat bzw. Familiengründung aufgeben, – nimmt
nicht zuletzt auch durch die bessere und damit längere
Schulausbildung der Mädchen bedingt, mehr und mehr zu.
Nach Erhebungen an einem repräsentativen Querschnitt von
Arbeitnehmerinnen (20 – 55 Jahre), die das Allensbacher
Institut 1968 durchführte, ergab sich, „daß 48,8%
eine abgeschlossene Lehr- oder Anlernzeit von mindestens 2
Jahren hinter sich hatten, 13,6% die Lehre abgebrochen hatten
und 39,6% keine Lehr- und Anlernzeit durchgemacht hatten.“
„In Untersuchungen an 500 Frauen konnte U. Lehr 1969
nachweisen, daß das Streben nach beruflichen Erfolgen,
beruflichem Weiterkommen und auch nach finanzieller Besserstellung
für Frauen von weit geringerer Bedeutung ist als für
Männer, bei denen die meisten Stellen- und Berufswechsel
in dieser Weise motiviert sind.“ (Vgl. auch Livingstone
1953 diesbezüglich.) 3 ...
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