Leseprobe:

Kräutermanni

der Rhöner Kräutermann

von Manfred Schlembach

ehemals Kräutergold von M. Lassel

ISBN 3-92540000-1

Beispiel aus dem Heilkräuter-ABC

Schlüsselblume - Primula officinalis

Auch Aurikel, Bärsanikel, Batengenblume, Bäröhrleinblume, Bärenaurikel, Frühlingsprimel, Gichtblume, Himmelschlüsselblume, Marienschlüsselblume, Peterschlüsselblume, Primelblume oder Pagenblume genannt.

Die Schlüsselblume ist eine Frühlingspflanze mit gelben Blüten. Wird etwa 20 cm hoch. Der Stiel ist kahl, die Blätter sind rau, bis 10 cm lang, sie sitzen an der Wurzel und stehen aufrecht um den Stiel. Die Pflanze blüht im April und Mai. Die echte Schlüsselblume ist dunkelgelb, die Blüten sind wohlriechend. Man sammelt sie im Mai.

Schlüsselblume

Vorkommen:
Überall auf Wiesen. Die echte Schlüsselblume findet man nur auf den Bergwiesen der Alpen.

Anwendung:
Die gelben Blumen werden in Teeform als gutes schweißtreibendes und abführendes Mittel bei leichten Erkältungen gebraucht. Dieser Tee wirkt beruhigend und schmerzstillend, ferner anregend auf das Gehirn, weshalb Schlüsselblumentee bei Schwindel und gegen Schlaflosigkeit getrunken wird.
Außerdem trinken Brustleidende und solche, die oft mit hartnäckigem Kopfweh zu kämpfen haben, gern den Schlüsselblumentee, da sie wissen, dass der Primeltee hilft. Dr. med. Seelig rühmt den Schlüsselblumentee bei Schwindel und gegen Herzschwäche, ferner als ein besonders gutes Mittel bei Gelenkschmerzen aller Art und zur Stärkung der Gehirnnerven, zu diesem Zweck besonders den Primelzucker, außerdem bei allgemeiner Schwäche, Gliederzittern, Schlaflosigkeit. Gegen all diese Leiden wirken am besten die goldgelben, wohlriechenden Schlüsselblumenblüten.

Verwendung:
Bei Gicht und Rheuma hilft die Schlüsselblume auch sicher. Gegen Rheuma empfiehlt sie auch Kneipp und lobt die Wirkung sehr, daher wird sie auch „Gichtblume“ genannt.

 

Beispiel aus den Kräuteranwendungen

Kopfschmerzen

In der Regel sind Kopfschmerzen ein Anzeichen eines anderen Leidens. Das Hauptleiden muss hier erforscht und danach behandelt werden. Wenn sich bei Kopfschmerzen Übelkeit, Erbrechen, Blutstauung, Blutandrang mit Hitze, Schwindel und Schnupfen einstellt, so sind diese Begleiterscheinungen ein guter Fingerzeig zur Wahl der richtigen Mittel.

Ursache:
Erkältung, Magenüberladung, Rausch, aber in den meisten Fällen eine Überlastung des Gehirns. Krämpfe der glatten Muskulatur, Giftwirkung, seelische Belastung, Blutdruck- und Kreislaufstörungen, Erkrankungen der Gehirnhäute, Blutaustritt und Geschwülste im Gehirn.

Kräuteranwendung:
Ein rohes Ei und Gartenrautentee trinken hat sich bewährt. Wenn das Übel aber von Erkältung herrührt, trinke man warmen Thymiantee. Nervöse Kopfschmerzen beseitigt Frauenmantel, Ehrenpreis, Melisse, Rauten, Nelkenwurz. Man trinke längere Zeit von diesen Kräutern eine Tasse Tee, recht warm und zwar vor dem Schlafengehen.

 

Beispiel für Kräuterrezepte

Gicht

Rezept I:
Löffelkraut 10g
Wallwurz 20g
Hauhechelwurzel 20g
Schlüsselblume 30g
Hirtentäschel 20g
Schließgras 40g

Verwendung:
Man mischt alle Kräuter. Auf 1 Liter Wasser nimmt man 3 Esslöffel voll von dieser Teemischung, setzt diese kalt an, lässt kurz aufkochen, 10 Minuten ziehen, seiht ab und trinkt täglich 1 Liter. Man kann statt Wasser auch alternativ Apfelwein (nach gleichem Rezept) verwenden.

Rezept II:
Schlüsselblume 20g
Birke 30g
Wallwurz 20g
Kalmus 20g
Katzenschwanz 10g
Schließgras 40g
Verwendung:
Alle Kräuter gut mischen und auf 1 Liter Wasser 3 Esslöffel voll kalt ansetzen, lässt aufkochen, 10 Minuten ziehen, seiht ab und trinkt täglich 1 Liter. Man kann statt Wasser Apfelwein (nach gleichem Rezept) verwenden.

Rezept III:
Ehrenpreis 20g
Attichwurzel 20g
Andorn 20g
Veilchen (wohlr.) 20g
Gundelrebe 10g
Wermut 10g
Schließgras 40g

Verwendung:
Alle Kräuter gut mischen und auf 1 Liter Wasser 3 Esslöffel voll kalt ansetzen, lässt aufkochen, 10 Minuten ziehen, seiht ab und trinkt täglich 1 Liter. Man kann statt Wasser Apfelwein (nach gleichem Rezept) verwenden.

Rezept IV:
Sauerampfer 10g
Bitterklee 10g
Birkenblätter 20g
Gamander 10g
Löwenfuß 15g
Gänseblume 15g
Schließgras 30g
Zinnkraut 10g
Brennnessel 10g
Ebereschenbeeren 10g

Verwendung:
Alle Kräuter gut mischen und auf 1 Liter Wasser 3 Esslöffel kalt ansetzen, 3 Minuten sieden, 10 Minuten ziehen, seiht ab und trinkt täglich 1 Liter von diesem Teeabsud. Man kann auch statt Wasser Weiß- oder Apfelwein benutzen. Am Tage nimmt man 6 - 10 Esslöffel von diesem Kräuterwein (pro Stunde 1 Esslöffel).

Rezept V:
Veilchenblätter 20g
Andorn 20g
Gundelrebe 20g
Wallwurz 20g
Kalmus 20g
Schließgras 40g

Verwendung:
Alle Kräuter mischen. Man nimmt auf 1 Liter Wasser 3 Esslöffel dieser Teemischung, setzt kalt an, lässt 3 Minuten sieden, 10 Minuten stehen, seiht ab und trinkt täglich 1 Liter von diesem Teeabsud. Man kann diese Teemischung auch mit Weiß- oder Apfelwein benutzen. Am Tage nimmt man 6 - 10 Löffel von diesem Kräuterwein (pro Stunde 1 Esslöffel).

Rezept VI:
Brennnessel 30g
Pfingstrosenwurzel 20g
Blutwurzel 10g
Katzenschwanz 20g
Attichwurzel 10g
Johanniskraut 10g
Schließgras 40g

Verwendung:
Alle Kräuter mischen. Man nimmt auf 1 Liter Wasser 3 Esslöffel dieser Teemischung, setzt kalt an, lässt 3 Minuten sieden, 10 Minuten stehen, seiht ab und trinkt täglich 1 Liter von diesem Teeabsud. Man kann diese Teemischung auch mit Weiß- oder Apfelwein benutzen. Am Tage nimmt man 6 - 10 Löffel von diesem Kräuterwein (pro Stunde 1 Esslöffel).

Rezept VII:
Gamander 20g
Kardobenediktendistel 10g
Johanniskraut 20g
Hauhechel 30g
Wallwurz 20g

Verwendung:
Die Kräuter werden genau wie bei Rezept IV angegeben verwendet.

 

Beispielabbildungen von Heilpflanzen


  
Bärlauch
 
Gänseblümchen


 

Der Autor hat den Originaltitel des Buches "Kräutergold" von Michael Lassel
ISBN: 3-92540000-1 überarbeitet, aktualisiert und neu aufgelegt.

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